Stärkung der Resilienz der Bevölkerung des Gazastreifens

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Strengthening the Resilience of Gaza’s Population (GRP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Palästinensische Gebiete
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2023

 

Ghada Krayyem - Ausbildung am Arbeitsplatz (UNRWA)

Ausgangssituation

Der Gazastreifen befindet sich in einer beispiellosen Krise, die vielschichtige Auswirkungen auf die Lebensbedingungen seiner 2,1 Millionen Einwohner*innen hat. Gründe dafür sind die Grenzblockaden, die politische Spaltung zwischen dem Westjordanland und dem Gazastreifen sowie die seit 2008 immer wieder aufflammenden Konflikte mit Israel. Diese Situation hat erhebliche Auswirkungen auf die Existenzgrundlagen und Lebensbedingungen der Bevölkerung und hat die Resilienz der vom Konflikt betroffenen Einwohner*innen in Gaza geschwächt.

Ziel

Die Resilienz der Bevölkerung im Gazastreifen ist verbessert, insbesondere der jungen und am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen.

Errichtet Solaranlagen - Khan Younis Bildungszentrum (UNRWA)

Vorgehensweise

Das Vorhaben interveniert auf verschiedenen Ebenen mit unterschiedlichen Stakeholdern und hält sich dabei an das Prinzip „Do no Harm“. Dazu zählen Interventionen zur Verbesserung grundlegender Dienstleistungen, zur Entwicklung von Fertigkeiten und zur Förderung innovativer unternehmerischer Kompetenzen von jungen Menschen in den Bereichen umweltverträgliche Wirtschaft und erneuerbare Energien. Das Projekt hat keine politischen Partner. Es arbeitet mit einem breiten Spektrum an lokalen und internationalen Akteuren zusammen, darunter das Hilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA), der palästinensische Kommunalentwicklungs- und Kreditfonds (MDLF), akademische Einrichtungen sowie eine Reihe internationaler und lokaler NGOs.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf vielversprechenden und relevanten Bereichen: erneuerbare Energien, umweltverträgliche Wirtschaftszweige mit Verbindungen zu Wasser-, Sanitär- und Hygienedienstleistungen sowie ökologische Landwirtschaft.

Pilotprojekt Wellenkraftwerk - Fischereihafen Gaza

Wirkungen

Das Programm zielt darauf ab, die Lebensbedingungen von 1 Million Menschen zu verbessern –  die Hälfte der Bevölkerung von Gaza. Bislang wurden die folgenden Wirkungen erzielt:

  • Verbesserung der grundlegenden Infrastruktur für lebenswichtige Dienstleistungen

    Das Vorhaben hat eine Reihe kleinerer Projekte im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien durchgeführt. Bisher wurden 35 öffentliche Einrichtungen (Familienzentren, Zentren zur primären Gesundheitsversorgung, Brunnen, dezentrale Entsalzungsanlagen usw.) mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet. Die Anlagen erzeugen über 1.000 kWH sauberen und günstigeren Strom und ermöglichen so die erweiterte Bereitstellung lebenswichtiger Dienstleistungen.
     
  • Qualität von und Zugang zu Weiterbildungs- und Berufsbildungsangeboten

    440 Berufschüler*innen konnten bislang die neu eingerichteten und ausgebauten Berufsbildungszentren in Gaza und Khan Younis nutzen. 98 Berufschüler*innen, davon 27 Frauen, absolvierten ein neues Ausbildungsmodul zur Bedienung und Wartung der Solaranlagen. Darüber hinaus wurden 204 Personen, davon 32 Frauen, zu verschiedenen Themen im Zusammenhang mit der verbesserten Erbringung von Dienstleistungen (Qualität und Hygiene), Energieeffizienz, Marktzugang und Unternehmensführung sowie ressourceneffizienten und umweltfreundlichen Anbaumethoden geschult.
     
  • Lokale Innovationen in den Bereichen erneuerbare Energie und umweltverträgliche Wirtschaft

    Das Wellenkraftwerk im Fischereihafen von Gaza wurde als Pilotanlage errichtet, um junge Ingenieure bei der Umsetzung von innovativen und angepassten Erneuerbare Energien-Lösungen zu unterstützen und so eine „Win-Win-Situation“ zu schaffen: gleichzeitig wird ein Teil des Fischereihafens von Gaza beleuchtet und es wird eine günstige Energiequelle für die lokalen Fischer bereitgestellt. Die Anlage wurde von lokalen Unternehmen entworfen und gebaut. Sie wird derzeit unter dem Namen „Centre of Excellence for Renewable Energy“ unter der Leitung der Islamischen Universität Gaza betrieben.

Ein „grüner Wettbewerb“ in den Bereichen erneuerbare Energien und umweltverträgliche Wirtschaft für Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU) wurde von dem Vorhaben unterstützt. Von den 35 eingereichten Konzepten wurden 15 vielversprechende Ideen für die weitere Entwicklung durch das Programm und andere potenzielle Geldgeber ausgewählt.

Stand: April 2021