Religion in die Entwicklungszusammenarbeit einbinden

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorprogramm Religion und Entwicklung / Sector Programme Religion and Development
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Kofinanziert von: Global Affairs Canada (GAC)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

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Ausgangssituation

Für vier von fünf Menschen weltweit hat Religion in ihrem Leben einen hohen Stellenwert. Glaube und Religion sind sinnstiftend, bieten Orientierung und können eine Motivation liefern, sich für nachhaltige Entwicklung und Frieden einzusetzen. Nicht selten genießen religiöse Akteur*innen größeres Vertrauen als Staatsvertreter*innen. Sie erreichen Menschen selbst in abgelegenen Gebieten, wo es keine staatlichen Strukturen gibt. Das Engagement religiöser Akteur*innen ist daher unerlässlich, um Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) setzt daher auf Dialog und Zusammenarbeit mit religiösen Organisationen und Initiativen. Denn ohne eine breite Kooperation zwischen Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Religionen ist langfristiger Wandel nicht möglich. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat daher 2016 eine Strategie veröffentlicht, um Religionen als Partner in der Entwicklungszusammenarbeit einzubinden. Im Fokus stehen Beiträge für gesellschaftlichen Zusammenhalt, politische und wirtschaftliche Teilhabe, Umwelt- und Klimaschutz, sowie Bevölkerungsentwicklung. Hierbei unterstützt und berät das Vorhaben.

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Ziel

Die Zusammenarbeit mit Religionsvertreter*innen ist fester Bestandteil der deutschen und internationalen Entwicklungszusammenarbeit.

Vorgehensweise

Das Vorhaben macht die positive Rolle von Religionsgemeinschaften und ihre vielfältigen Beiträge für die nachhaltige Entwicklung sichtbar. Zudem bereitet es Kooperationsansätze für die praktische Nutzung auf und wirbt dafür, religiöse Akteur*innen stärker miteinzubeziehen.

Darüber hinaus arbeitet das Vorhaben im Sekretariat der International Partnership on Religion and Sustainable Development (PaRD). In dieser Rolle koordiniert es die Zusammenarbeit und unterstützt die globale Vernetzung von staatlichen und religiösen Akteur*innen für die Umsetzung der Agenda 2030. PaRD ist ein Netzwerk von mehr als 130 glaubensbasierten Organisationen (Faith-Based Organisations, FBO), Regierungen und internationalen Organisationen. Als weltweite Partnerschaft fördert PaRD Erfahrungsaustausch und innovative Ansätze für neue Kooperationen und Initiativen.

Für das BMZ erarbeitet das Vorhaben Hintergrundpapiere, gibt Handlungsempfehlungen, organisiert Veranstaltungen sowie Fortbildungen und berät zu konkreten Kooperationsmöglichkeiten mit religiösen Akteur*innen. Um mit potenziellen religiösen Partner*innen ins Gespräch zu kommen, bietet das Vorhaben maßgeschneiderte Umfeld- und Akteursanalysen an. Die Ergebnisse fließen in Empfehlungen für neue Kooperationen ein.

Darüber hinaus unterstützt das Vorhaben bestehende Projekte in Ländern wie Indonesien oder Mali und arbeitet eng mit der Afrikanischen Union (AU) zusammen. Daraus ist das internationale Netzwerk Interfaith Dialogue on Violent Extremism (iDove) entstanden. Dieses Leuchtturmprojekt bietet Jugendlichen aus Afrika und Europa einen sicheren Dialograum, um sich über die Prävention von Extremismus auszutauschen. In iDove vernetzen sich die Jugendlichen nicht nur, sondern sie entwickeln eigenverantwortlich Projekte und setzen diese gemeinsam um. iDove wächst gerade stetig und baut das Engagement auch in Asien aus.

Stand: April 2021

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