Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Togo fördern

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm für Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ProDED
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Togo
Politischer Träger: Ministerium für Entwicklungsplanung und Zusammenarbeit
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2023

Besonders einbezogen werden in die Aus- und Weiterbildungsangebote Mensc...

Ausgangssituation

Die Wirtschaft Togos entwickelt sich nur langsam. Berufliche Perspektiven haben junge Menschen kaum, da es nur wenig Industrie und damit verbundene Beschäftigung gibt. So arbeiten etwa zwei Drittel der Bevölkerung in der Landwirtschaft. 

Gleichzeitig sind Aus- und Weiterbildungsangebote häufig veraltet und entsprechen nicht den Bedarfen der Privatwirtschaft. Dies verschafft der beruflichen Bildung einen schlechten Ruf, obwohl qualifizierte Arbeitskräfte gebraucht werden. Überdies mangelt es an finanzieller und technischer Unterstützung für Menschen, die sich selbstständig machen wollen. Frauen und Menschen mit Behinderungen haben es besonders schwer.

Weiterhin sind die vorhandenen Ansätze in der Jugendbeschäftigung nicht gut aufeinander abgestimmt. Die Regierung Togos räumt dem Thema angesichts der hohen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Relevanz zwar eine hohe Priorität ein. Dies spiegelt sich jedoch in der Mittelzuteilung bislang nicht wider. 

Die togoische Regierung will das veraltete Berufsbildungssystem zu einem modernen dual-kooperativen System umbauen. Es soll damit den Bedürfnissen der Privatwirtschaft besser entsprechen. 

Ziel

Die Ausbildungs-, Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten sind besonders von jungen Menschen in ausgewählten Entwicklungszonen Togos verbessert.

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Togo. Das Vorhaben zielt darauf ab, nachhaltige wirtschaftliche Entwicklungsgebiete im ganzen Land einzurichten. Dafür unterstützt es zum einen die Entwicklung von kleinen und mittleren Unternehmen durch eine eingehende Analyse. Zum anderen nutzt das Vorhaben den Ansatz „Bildung und Geschäftsentwicklung“ (Formation et Développement des Affaires, FoDA). Damit geht es auch auf die Bedürfnisse junger Frauen und Männer mit geringer oder fehlender Schulbildung sowie auf Menschen mit körperlichen Einschränkungen ein.

Dafür sind die berufliche Orientierung sowie Aus- und Weiterbildung zentrale Punkte. So wurde ein speziell auf Togo angepasstes, dual-kooperatives Berufsbildungssystem entwickelt. Es wird durch ein Angebot an technischen Kurzzeitqualifizierungen ergänzt. Alle Modelle fokussieren sich auf lokale Steuerungsstrukturen. Sie beziehen sowohl staatliche Strukturen als auch Handwerkskammern, Schulen, sowie Lehrlinge und Eltern ein. Das Vorhaben unterstützt beispielsweise das zuständige Ministerium dabei, Lehrpläne und eine Qualitätskontrolle zu entwickeln. 

Das Vorhaben fördert darüber hinaus den Dialog zwischen Politik, Privatwirtschaft und Akteur*innen der Umsetzung zu Aus- und Weiterbildung. Außerdem identifiziert es Ausbildungsberufe, die vor allem junge Frauen sowie Menschen mit Behinderungen ansprechen. Diese Gesellschaftsgruppen sind besonders häufig von Bildungsangeboten ausgeschlossen und dadurch von extremer Armut betroffen.
 

Junge Frauen werden ermutigt, berufliche Perspektiven wahrzunehmen, die ...

Wirkungen

Derzeit werden in sechs togoischen Städten insgesamt fünf Berufe im dualen System ausgebildet: Zweiradmechanik, Automechanik, Schneiderei, Gebäudeelektrik und Tischlerei. Um Perspektiven der selbstständigen Beschäftigung zu schaffen, wurden unternehmerische Qualifizierungsmaßnahmen entwickelt. Diese helfen jungen Menschen, sich selbstständig zu machen oder ihr bestehendes Unternehmen besser zu führen.

Das Vorhaben hat außerdem die togoische Arbeitsagentur ANPE (Agence nationale pour l'emploi) dabei unterstützt, ihre Angebote zur beruflichen Orientierung weiterzuentwickeln. Insgesamt wurde die Koordination der verschiedenen politischen Maßnahmen zu Jugendbeschäftigung und beruflicher Bildung verbessert.

Stand: Juni 2021