Beschäftigungsförderung und berufliche Bildung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beschäftigungsförderung und berufliche Bildung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Togo
Politischer Träger: Ministère de la Planification, du Développement et de l’Aménagement du Territoire (MPDAT)
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2014

Ausgangssituation

Togos Wirtschaft entwickelt sich trotz verbesserter Wachstumsraten nur langsam, und für junge Frauen und Männer gibt es nicht genug Arbeitsplätze. Darüber hinaus entspricht das Berufsbildungssystem nicht den Qualifikations- und Qualitätsanforderungen der formellen und informellen Privatwirtschaft. Vorhandene Ansätze in der Jugendbeschäftigung sind unzureichend aufeinander abgestimmt und basieren nicht auf arbeitsmarktrelevanten Analysen. Die togoische Regierung hat angesichts der hohen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Relevanz des Themas eine nationale Wachstumsförderungs- und Beschäftigungsstrategie (2013 bis 2017) verabschiedet. Sie wird von Reformansätzen im Bereich Berufsbildung und durch systematische Beschäftigungsmaßnahmen verschiedener Ministerien unter anderem für Schulabgänger unterstützt. Bis zum Jahr 2020 strebt die Regierung eine Verdopplung der Ausbildungsplätze an. Nachdem die notwendigen politischen Weichenstellungen erfolgt sind, muss die stärkere Arbeitsmarktorientierung der beruflichen Bildung in Betrieben und Handwerksverbänden umgesetzt werden.

Ziel

Die Qualität ausgewählter Ansätze in der formalen und non-formalen beruflichen Bildung und in der Beschäftigungsförderung von jungen Frauen und Männern ist verbessert. Berufsbildung und Beschäftigungsförderung sind gemeinsam konzipiert und in der Programmgestaltung eng aufeinander bezogen.

Vorgehensweise

Das Programm strebt die Einführung qualitätsrelevanter Maßnahmen in Berufsbildung und Beschäftigungsförderung an. Dies soll mit verstärkter Einbindung des Privatsektors sowie einer strategischen, auf aussagekräftigen Informationen basierende Ausrichtung von Politiken und Programmen erreicht werden.

Fähigkeiten und Kompetenzen von Berufsschulen, Handwerksverbänden und der togoischen Arbeitsagentur werden verbessert, damit sie Klein- und Mittelbetrieben im ländlichen Raum helfen können, ihren Bedarf an qualifizierten jüngeren Arbeitskräften zu decken. Vor allem Handwerksbetriebe und -verbände werden befähigt, im Rahmen eines dual-kooperativen Ansatzes neben der traditionellen praktischen Lehre auch arbeitsmarktrelevante theoretische Inhalte in die Ausbildung zu integrieren.

Das Vorhaben berät zudem die togoische Regierung bei Fragen der Qualitätssicherung und Koordination von Jugendbeschäftigungsmaßnahmen und der beruflichen Orientierung. Die Förderung des wirtschaftlichen Potenzials junger Frauen und von Menschen mit Behinderung wird auf allen Ebenen der Programmarbeit besonders berücksichtigt.

Die Projektstandorte liegen in drei verschiedenen Regionen des Landes in den Mittelstädten Sokodé, Kpalimé und Tsévié.

Die Consultingfirma GOPA unterstützt das Handlungsfeld Jugendbeschäftigung in den Bereichen berufliche Orientierung und Unternehmensschulungen.

Wirkungen

Berufliche Bildung. Die togoischen Partner wurden bei der Operationalisierung ihres strategischen Dokuments zur beruflichen Bildung beraten. So wurde ein Arbeitsplan zur Reform des Systems der beruflichen Bildung unter Beteiligung der Privatwirtschaft erstellt; die Umsetzung wird vom Vorhaben unterstützt. Alle relevanten Akteure in den Pilotstädten sind über das dual-kooperative System informiert worden. Das Berufsbildungsministerium hat sich aufgrund der Beratung durch das Vorhaben für eine moderne Methode zur partizipativen Lehrplanentwicklung entschieden und modernisiert die Lehrpläne unter Einbeziehung des Privatsektors.

Jugendbeschäftigungsförderung. Die togoische Arbeitsagentur wurde bei der Erstellung einer Website zur beruflichen Orientierung unterstützt, die auch offline genutzt werden kann. Um das Ansehen des Handwerks unter Jugendlichen zu verbessern, zeigen kurze Filme, dass auch handwerkliche Berufe ein gutes Einkommen erzielen können und dass Frauen in Männersparten sowie Menschen mit Behinderungen ebenfalls erfolgreich sein können.

Zurzeit werden Fortbildungen für die Berufsberaterinnen und -berater der Arbeitsagentur entwickelt.

Die Möglichkeiten abhängiger Beschäftigung in Togo sind spärlich. Jungen Selbstständigen und solchen, die es werden wollen, werden daher unternehmerische Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt. Menschen mit Behinderungen und Frauen mit geringer Schulbildung werden dabei ausdrücklich berücksichtigt.