Jugendbeschäftigung und berufliche Bildung fördern

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Berufliche Bildung und Jugendbeschäftigung fördern
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Togo
Politischer Träger: Ministère de la Planification, du Développement et de l’Aménagement du Territoire (MPDAT)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2020

Besonders einbezogen werden in die Aus- und Weiterbildungsangebote Mensc...

Ausgangssituation

Die Wirtschaft Togos entwickelt sich nur langsam. Industrie und abhängige Beschäftigung gibt es nur in geringem Maße. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Besonders junge Menschen, die den Großteil der Bevölkerung ausmachen, haben es auf dem Arbeitsmarkt schwer.

Die togoische Regierung hat den Wunsch, das veraltete Berufsbildungssystem zu einem modernen dual-kooperativen System umzubauen. So können die Absolvent*innen den Anforderungen der Privatwirtschaft gerecht werden und Beschäftigung finden.

Ansätze in der Jugendbeschäftigung sind vorhanden, jedoch unzureichend aufeinander abgestimmt. Die Regierung Togos räumt dem Thema angesichts der hohen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Relevanz eine hohe Priorität ein, die sich in der Mittelzuteilung bislang jedoch nicht entsprechend widerspiegelt.

Ziel

Mehr junge Frauen und Männer sind in den Arbeitsmarkt integriert und verfügen über eine angemessene Beschäftigung.

Vorgehensweise

Nachdem in früheren Phasen des Vorhabens wichtige Weichen in der beruflichen Bildung und der Jugendbeschäftigung gestellt wurden, geht es jetzt darum, die Reformen zu festigen und die Ansätze zu verbreiten. Diese werden seit 2019 durch technische Kurzzeitqualifikationen ergänzt, die auf Bedarfe des Marktes reagieren und so gezielt Beschäftigung schaffen.

Darüber hinaus passt das Vorhaben Aus- und Weiterbildungsangebote an und verbessert sie. Dazu fördert es den Dialog zwischen der politischen Ebene, der Umsetzungsebene und dem Privatsektor. Neue Ausbildungsberufe werden identifiziert, die vor allem junge Frauen sowie Menschen mit Behinderungen ansprechen. Diese sind besonders häufig von Bildungsangeboten ausgeschlossen und dadurch von extremer Armut betroffen. 

Das Vorhaben berät die togoische Regierung zur Koordinierung und Qualitätssicherung von Maßnahmen der Jugendbeschäftigung und der beruflichen Bildung. Es hilft dabei, ein übergreifendes Steuerungssystem aufzubauen.

Junge Frauen werden ermutigt, berufliche Perspektiven wahrzunehmen, die ...

Wirkungen

Ein duales Berufsbildungssystem ist in Togo etabliert. Der erste Jahrgang hat seine Ausbildung im Herbst 2018 abgeschlossen und wird nun beim Übergang in das Berufsleben unterstützt. Momentan werden in sechs togoischen Städten insgesamt fünf Berufe im dual-kooperativen System ausgebildet. Im Rahmen der Zusammenarbeit hat das Vorhaben über 40 nationale Expert*innen darin ausgebildet, Lehrpläne und Lehrmaterialen zu modernisieren. Die Voraussetzungen für eine selbstständige Entwicklung weiterer Ausbildungsgänge sind so geschaffen. 

Um Perspektiven der selbstständigen Beschäftigung zu schaffen, wurden gemeinsame unternehmerische Qualifizierungsmaßnahmen entwickelt. Diese helfen jungen Menschen, sich selbstständig zu machen oder ihr bestehendes Unternehmen besser zu führen, um so ein höheres Einkommen zu erzielen. Der Ansatz ermöglicht es, auch auf die Bedürfnisse junger Frauen und Männer mit geringer oder fehlender Schulbildung sowie auf Menschen mit körperlichen Einschränkungen einzugehen. Die praktische Beratungserfahrung der mehr als 200 Trainer*innen für diesen Ansatz bildet eine Ressource in Sachen Unternehmensgründung und -führung, die über das Vorhaben hinausreicht.

Das Vorhaben hat die togoische Arbeitsagentur dabei unterstützt, ihre Angebote zur beruflichen Orientierung weiterzuentwickeln. Mehr als 100 Mitarbeiter*innen der Arbeitsagentur bildeten sich weiter und verbesserten so ihre Beratungsleistungen. 

Darüber hinaus hat das Vorhaben die togoischen Handwerkskammern landesweit gestärkt, ihre Entscheidungsträger*innen sind durch Wahlen legitimiert. Die Kammern haben die Angebote für ihre Mitglieder erweitert und nehmen ihre Rolle als Vertreter des Privatsektors verstärkt ein. 

Insgesamt wurde die Koordination der verschiedenen politischen Maßnahmen zu Jugendbeschäftigung und Beruflicher Bildung verbessert. Seit April 2018 schafft eine Koalition verschiedener Akteure eine koordinierende Dialogplattform. 

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