Förderung der Jugendbeschäftigung und der beruflichen Bildung in Togo

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Berufliche Bildung und Jugendbeschäftigung fördern 
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Togo
Politischer Träger: Ministère de la Planification, du Développement et de l’Aménagement du Territoire (MPDAT)
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2018

 

Besonders einbezogen werden in die Aus- und Weiterbildungsangebote Mensc...

Ausgangssituation

Die Wirtschaft des rohstoffarmen Togos entwickelt sich nur langsam. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Industrie und abhängige Beschäftigung gibt es kaum. Besonders junge Menschen, die den Großteil der Bevölkerung ausmachen, haben es auf dem Arbeitsmarkt schwer.

Die togoische Regierung hat den Wunsch, das veraltete Berufsbildungssystem zu einem modernen dual-kooperativen System umzubauen. Nur so können die Absolventinnen und Absolventen den Anforderungen des Privatsektors gerecht werden und Beschäftigung finden.

Ansätze in der Jugendbeschäftigung sind vorhanden, jedoch unzureichend aufeinander abgestimmt. Die Regierung Togos räumt dem Thema angesichts der hohen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Relevanz eine hohe Priorität ein, die sich in der Mittelzuteilung bislang jedoch nicht entsprechend widerspiegelt.

Ziel

Junge Frauen und Männer in ausgewählten Sektoren sind auf unabhängige und abhängige Beschäftigung vorbereitet.

Vorgehensweise

Nachdem in früheren Phasen des Vorhabens bereits wichtige Weichen in der beruflichen Bildung und der Jugendbeschäftigung gestellt werden konnten, geht es jetzt um die strukturelle und institutionelle Verankerung der eingeführten Reformen sowie um die Verbreitung der erfolgreichen Ansätze.

Aus- und Weiterbildungsangebote werden kontinuierlich angepasst und verbessert. Dazu wird der Dialog zwischen der politischen Ebene, der Umsetzungsebene und dem Privatsektor gefördert. Neue Ausbildungsberufe werden identifiziert, die explizit auch junge Frauen und Menschen mit Behinderungen ansprechen. Diese sind besonders häufig abgehängt und von extremer Armut betroffen.

Das Vorhaben berät die togoische Regierung zur Qualitätssicherung und Koordinierung von Maßnahmen zu Jugendbeschäftigung und beruflicher Bildung und hilft, ein übergreifendes Monitoringsystem aufzubauen. Darüber hinaus wird der Austausch von Lehrplänen und Lehrmaterial sowie Best Practices zur Finanzierung von Berufsbildungssystemen in einer regionalen Plattform gefördert.

Junge Frauen werden ermutigt, berufliche Perspektiven wahrzunehmen, die ...

Wirkungen

Um die berufliche Bildung zu verbessern, berät die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die togoischen Partner bei der Einführung und Umsetzung eines dual-kooperativen Ausbildungssystems. Die gesetzlichen Grundlagen der Berufsbildung sind geschaffen, eine partizipative Methode zur Modernisierung von Lehrplänen und Lehrmaterialien eingeführt und bereits fünf Ausbildungsgänge im Handwerk modernisiert. Die Finanzierung der ersten Jahrgänge der dual-kooperativen Ausbildung konnte über den nationalen Fonds für Aus- und Weiterbildung abgesichert werden.

Zudem hat das Vorhaben Togo dabei unterstützt, eine regionale Plattform zur beruflichen Bildung aufzubauen. Der Plattform, die institutionell an die Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion (Union économique et monétaire ouest-africaine, kurz: UEMOA) angebunden ist, gehören bereits neun westafrikanische Länder an. Aktuelle Ziele sind Kosten- und Zeitersparnis durch den Austausch von Lehrplänen und -materialen. Außerdem werden Finanzierungskonzepte und Ansätze funktionaler Alphabetisierung diskutiert und weiterentwickelt.

Momentan werden in drei togoischen Städten insgesamt fünf Berufe in drei Lehrjahren im dual-kooperativen System ausgebildet. Die Umsetzung wird über lokale Steuerungsgruppen begleitet, in denen alle Akteure an einen Tisch kommen. Im Sommer 2018 schließt der erste Jahrgang der dualen Auszubildenden die dreijährige Ausbildung ab und wird beim Übergang in das Berufsleben unterstützt.

Um die Jugendbeschäftigung zu fördern hat der Fonds zur Unterstützung wirtschaftlicher Aktivitäten junger Leute mit Hilfe des Vorhabens einen modularen Unternehmerschulungsansatz entwickelt. Dieser unterstützt junge Handwerkerinnen und Handwerker dabei, sich selbstständig zu machen oder ihr bestehendes Unternehmen besser zu führen, um so ein höheres Einkommen zu erzielen. Der Ansatz ermöglicht es, gezielt auch auf die Bedürfnisse junger Frauen und Männer mit geringer oder fehlender Schulbildung sowie auf Menschen mit körperlichen Behinderungen einzugehen. Die in den Schulungen erarbeiteten Businesspläne können direkt zur Beantragung von Mikrokrediten beim Fonds verwendet werden. Weitere Geber wie die Weltbank und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) haben den Ansatz in ihre Programme integriert.

Rund 120 Menschen wurden als Trainer für diesen Ansatz ausgebildet. Sie bilden eine Ressource in Sachen Unternehmensgründung und -führung, die über das Vorhaben hinausreicht und ihnen den landesweiten Einsatz als Berater und Coaches ermöglicht.

Die togoische Arbeitsagentur wurde in der Erhebung von Beschäftigungsdaten und bei der Entwicklung ihrer Angebote zur beruflichen Orientierung unterstützt. Menschen mit Behinderungen unterstützen die Berufsberater darin, Beschäftigungsperspektiven für Menschen mit Behinderungen zu schaffen.

Die togoischen Handwerkskammern sind  landesweit gestärkt. So gab es Wahlen auf nationaler Ebene. Die Kammern haben zudem die Angebote für die Mitglieder erweitert, um Anreize für die Mitgliedschaft zu schaffen Sie nehmen ihre Rolle als Vertreter des Privatsektors im nationalen und lokalen Beschäftigungsdialog verstärkt ein und setzen sich für die Belange der Handwerker ein, die kaum präsent und anerkannt sind.

Die Partnerstrukturen der beiden Handlungsfelder – Berufliche Bildung und Jugendbeschäftigungsförderung – werden in ihrer Zusammenarbeit unterstützt, um die Wirkungen der einzelnen Elemente zu verstärken und einen nationalen Beschäftigungsdialog zu schaffen. Das Einbeziehen des Privatsektors stellt sicher, dass Aus- und Weiterbildungsangebote der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt entsprechen. Die togoische Arbeitsagentur wird als Multiplikator für die duale Ausbildung genutzt. Handwerksammern funktionieren als Bindeglied zwischen Privatsektor und öffentlichem Sektor. Die Unternehmerschulungen werden auch in die Lehrpläne der dual-kooperativen Ausbildung integriert, damit die Auszubildenden bereits während der Ausbildung eine mögliche Selbstständigkeit vorbereiten können: Dies ist ein wichtiger Aspekt in einem Land, das außerhalb der Hauptstadt kaum abhängige Beschäftigung kennt.