Klimaschutz durch Low-Carbon-Verbundprojekte in Städtenetzwerken der Provinz Jiangsu

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Klimaschutz durch Low-Carbon-Verbundprojekte in Städtenetzwerken der Provinz Jiangsu
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: China
Politischer Träger: Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Ausgangssituation

Die Zwischenergebnisse zum Erreichen der Energieeffizienz- und Treibhausgasminderungsziele Jiangsus im laufenden 12. Fünfjahresplan für 2011 bis 2015 erfüllten bisher nicht die Erwartungen. Daher werden dringend innovative Ansätze gesucht, zumal im 13. Fünfjahresplan noch striktere Zielsetzungen verfolgt werden. Bis 2020 wird eine CO2-Intensitätsminderung um 45 bis 48 Prozent gegenüber 2005 anstrebt.

Die politischen Rahmenbedingungen für den Wandel zu Low-Carbon-Städten, also zu Städten, die sich durch geringen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß auszeichnen, sind in Jiangsu sehr gut. Energieeffizienz wurde als die wirtschaftlichste und klimarelevanteste Low-Carbon-Strategie erkannt. Zusätzlich sollen unkonventionelle, dezentrale und erneuerbare Energiequellen in die Energieversorgung integriert werden. Durch Energieverbundsysteme beziehungsweise integrierte Energiekonzepte für Gebäude, Stadtquartiere, Unternehmen und Industrieparks soll dies umgesetzt werden.

Die für die Energieplanung zuständigen Akteure stehen aufgrund der politischen Zielsetzungen unter extremem Erfolgsdruck, verfügen jedoch nur über begrenzte Kenntnisse, um systemische Lösungsansätze zu entwickeln und praktisch umzusetzen.

Ziel

Eine ganzheitliche Planung und Umsetzung von Energieverbundsystemen trägt zur Erreichung der Klimaschutzziele der Provinz Jiangsu bei.

Vorgehensweise

Das Projekt trägt unmittelbar zur Umsetzung der für die Provinz Jiangsu geltenden Energieeinspar- und Klimaschutzziele bei. Es vermittelt Fach- und Hintergrundwissen an die Akteure, die in Stadtquartieren und in der Industrie für die Energieplanung zuständig sind, und befähigt sie, ganzheitliche Maßnahmen zu implementieren.

Das Projektziel wird durch folgende Maßnahmen erreicht:

  1. Erstellung replizierbarer Konzepte zur ganzheitlichen Planung komplexer Energieverbundsysteme
  2. Auswahl von Pilotobjekten und Begleitung bei der Planung und Umsetzung von Verbundsystemen über mehrere Entwicklungsschritte
  3. Maßnahmen, die die Fähigkeiten von Schlüsselakteuren in Städten und der Industrie (zum Beispiel Mitglieder von Low-Carbon-Arbeitsgruppen) zur Umsetzung ganzheitlicher Energiekonzepte stärken

Die schrittweise Einführung ganzheitlicher Verbundsysteme führt zu positiven „Lock-in–Effekten“, was über die gesamte Lebensdauer von Infrastruktur wirtschaftliche, energiesparende und umweltfreundliche Wirkungen produziert.

Die Effektivität der Klimaschutzmaßnahmen wird durch die Kombination von politischer Zielsetzung, Interesse der Zielgruppen, breitenwirksamem Transfer von deutschem Know-how, Kooperation mit Low-Carbon-Arbeitsgruppen sowie der notwendigen Einbeziehung der Privatwirtschaft sichergestellt. Mittels der Einbindung von Multiplikatoren und gezielter Verbreitungsaktivitäten wird die Grundlage für die Replizierbarkeit der Maßnahmen geschaffen. Die Festlegung des Treibhausgas-Emissionshöhepunktes bis zum Jahr 2030 trägt zum politischen Erfolgsdruck bei.

Die Ergebnisse des Projektes werden nicht nur in weiteren Städten der Provinz Jiangsu, sondern auch darüber hinaus anwendbar sein. Dies gilt besonders für Provinzen mit einem ähnlichen Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern.

Es bestehen gute Arbeitskontakte in andere chinesische Städte, Provinzen und autonome Gebiete. Dazu gehören Shanghai, Guangdong, Anhui, Shandong, Henan sowie Ningxia und Xinjiang. Partnerorganisationen sind neben NDRC das Ministry of Housing and Urban-Rural Development (MoHURD) sowie das Handelsministerium (MofCom). Sie unterstützen die Verbreitung der Arbeitsergebnisse und ermöglichen die Anwendung der Planungskonzepte über die direkte Einflussnahme des Projektes hinaus.