Unterstützung der klimafreundlichen Entwicklung der Provinz Jiangsu (Phase III)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der klimafreundlichen Entwicklung der Provinz Jiangsu Phase III
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
Land: China
Politischer Träger: Ministerium für Ökologie und Umwelt der Provinz Jiangsu (Jiangsu Department of Ecology and Environment)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2023

Ausgangssituation

Im Rahmen des nationalen Klimabeitrags (NDC) der Volksrepublik China ist vorgesehen, dass die CO2-Emissionen des Landes spätestens ab 2030 sinken sollen und dass die CO2-Emissionsintensität der chinesischen Wirtschaft pro Einheit des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bis 2030 auf 65 Prozent reduziert wird, was einem Rückgang um 60 Prozent gegenüber dem Stand von 2005 entspricht. Im selben Zeitraum soll der Anteil der nicht-fossilen Brennstoffe am Primärenergieverbrauch auf knapp 20 Prozent angehoben werden.

Die wirtschaftlich fortschrittliche Provinz Jiangsu hat in diesem Zusammenhang eine Vorbildfunktion: Sie hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, den Höchststand ihrer CO2-Emissionen bereits fünf bis zehn Jahre früher zu erreichen als China insgesamt. Es ist zu erwarten, dass Jiangsu bei der Umsetzung dieses Ziels wertvolle Kenntnisse und Lernerfahrungen gewinnt, von denen andere Provinzen profitieren können. Im Rahmen des 13. Fünfjahresplans für 2016–2020 strebt Jiangsu eine CO2-Intensitätsminderung an, die um fünf bis acht Prozent über den nationalen Durchschnittszielwert hinausgeht. Auch an den höheren Zielen für die Reduzierung der Energieintensität (18 Prozent für Jiangsu gegenüber 15 Prozent landesweit) und der CO2-Intensität (19 Prozent für Jiangsu gegenüber 18 Prozent landesweit) wird der Ehrgeiz deutlich, den die Provinz an den Tag legt. Jiangsu hat im Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft bereits wichtige Schritte abgeschlossen und erfolgreich mehrere klimafreundliche Pilotprojekte durchgeführt. Das Projekt unterstützt die Provinz fachlich bei den eher systemischen Aspekten dieses Wandels.

Ziel

Die Provinz Jiangsu hat einen nachhaltigen Wissensentwicklungsprozess für umfassende Ansätze zur Planung von klimafreundlichen Industrieparks und Gemeinden eingerichtet.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt Jiangsu im Einklang mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. Es trägt dazu bei, dass die Ziele des 13. und 14. Fünfjahresplans 2016–2020 bzw. 2021–2025 umgesetzt werden und dass der Wendepunkt bei den CO2-Emissionen schon vergleichsweise früh erreicht wird. Der chinesische Durchführungspartner ist das Ministerium für Ökologie und Umwelt von Jiangsu. Weitere Partner sind die Entwicklungs- und Reformkommission von Jiangsu sowie deren kommunale Vertretungen, das Informationszentrum, das Zentrum für Wissenschaft und Technologieentwicklung und das Produktivitätszentrum der Provinz sowie verschiedene Beratungsunternehmen, Forschungsinstitute und Universitäten aus Jiangsu. Dabei knüpfen die auf der kommunalen Ebene durchgeführten Maßnahmen an die Lernerfahrungen der Projektphasen I und II an.

Dem Projektziel liegt die folgende Strategie zugrunde:

  1. Um den Transfer von Wissen, die fachliche Unterstützung, einen langfristigen internationalen Austausch und die Entwicklung von klimafreundlichen Produkten und Dienstleistungen über die Projektlaufzeit hinaus sicherzustellen, wird in Jiangsu unter Berücksichtigung der zukünftigen Herausforderungen ein deutsch-chinesisches Institut und Netzwerk eingerichtet. Das Netzwerk soll einen langfristigen Austausch zwischen deutschen und chinesischen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ermöglichen und die Diskussion über den Kohleausstieg fördern. Jiangsu wird durch Capacity-Building-Maßnahmen und den Transfer von Wissen beim Aufbau dieses Netzwerks unterstützt. Weiterhin wird sichergestellt, dass die Akteure des Netzwerks über die nötige Fachkompetenz verfügen.
  2. In Zusammenarbeit mit dem Institut werden Beratungsinhalte zu innovativen ganzheitlichen und langfristigen Ansätzen für das Energiemanagement, eine kohlenstoffarme Entwicklung und die Diversifizierung der Energiestrukturen (weiter)entwickelt, sodass die entsprechenden Ansätze in Jiangsu umgesetzt werden können.
  3. Um den langfristigen Fortbestand des Instituts sicherzustellen, werden fachliche und methodische Kompetenzen für ein ganzheitliches klimafreundliches Energiemanagement aufgebaut, die zudem auch über das provinzweite Netzwerk verbreitet werden.

Wirkungen

  • In den bisherigen Projektphasen wurden die chinesischen Partner bei der Planung und Umsetzung von kohlenstoffarmen Energieverbundsystemen in Industrieparks, Gebäuden, Betrieben und Stadtvierteln unterstützt. Nach dem Vorbild dieser Pilotprojekte, bei denen auf erneuerbare Energien, energieeffiziente Sanierung und Ausrüstung sowie Energiemanagementsysteme gesetzt wurde, können die entsprechenden Maßnahmen nun auf breiterer Ebene umgesetzt werden.
  • Im Rahmen des Vorhabens wurden verschiedene Informations- und Schulungsmaterialien entwickelt, die jetzt in Bildungseinrichtungen verwendet werden, und es finden Schulungen und Workshops zu kohlenstoffarmen Energieverbundsystemen und ähnlichen Themen statt.
  • Die Städte in Jiangsu haben ihre Ergebnisse untereinander ausgetauscht und diese auch an andere Provinzen weitergegeben, damit eine breitere Wirkung erzielt wird.