Hochschulprogramm zu erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Ausgangssituation
Einen effizienten Energiesektor zu schaffen, zählt zu den zentralen Zielen der Entwicklungsstrategie der senegalesischen Regierung. Vordringliche Ziele der Maßnahmen zur Modernisierung des Energiesektors sind unter anderem die signifikante Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien, vor allem Solar- und Windstrom, an der Stromerzeugung, die Reduzierung des Strompreises sowie der Ausbau der ländlichen Elektrifizierung bis Ende 2017. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ die senegalesische Regierung bei der Umsetzung ihrer Ziele und Strategien im Energiesektor.

Um die verschiedenen Sektoren erfolgreich zu modernisieren, werden ausreichend entsprechend qualifizierte Fachkräfte benötigt. Ziel der Entwicklungsstrategie der Regierung ist es deshalb, die fachliche Qualität sowie die Beschäftigungsorientierung von Studien- und Ausbildungsgängen zu verbessern. Vorgesehen sind deshalb für den Hochschulsektor unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung der Relevanz und Praxisorientierung von Curricula, die Integration von Lehrinhalten zu Unternehmensführung sowie die Gründung neuer Ausbildungseinrichtungen (Institut Supérieur d’Enseignement Professionnel, ISEP), die in etwa deutschen Berufsakademien entsprechen.

Ziel
Die Beschäftigungs- und Praxisorientierung von Studiengängen und Fortbildungen zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz an ausgewählten Hochschulen ist erhöht.

Vorgehensweise
Das Vorhaben agiert in vier Handlungsfeldern:

  1. Um eine fachliche Vernetzung der senegalesischen Hochschulen aufzubauen, den interuniversitären Austausch zu stärken und Fachkompetenz für beschäftigungsorientierte Weiter- und Neuentwicklung der Curricula einzubringen, wird eine deutsch-senegalesische Hochschulkooperation aufgebaut. Diese wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) betreut. Die deutsche Partnerhochschule engagiert sich auch in den anderen Handlungsfeldern und stärkt sie.
  2. Im Verbund wird an den Universitäten von Thiès, Bambey, Saint Louis und Ziguinchor bereits ein Masterstudiengang in erneuerbaren Energien (MIER) angeboten. Durch die Einführung neuer beschäftigungs- und praxisorientierter Module ins Curriculum wird die Beschäftigungsorientierung verbessert. Darüber hinaus wird das Curriculum für einen neuen zweijährigen Studiengang an einem Institut Supérieur d’Enseignement Professionnel (ISEP) entwickelt. Außerdem wird der Aufbau von Kooperationen und Kooperationsprozessen mit Akteuren aus dem Bereich Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, in erster Linie Unternehmen, gefördert. Auf diese Weise sollen betriebliche Praktikumsphasen in den Studienverlauf integriert und die Studieninhalte bedarfsgerecht ausgerichtet werden.
  3. Die Existenzgründungskompetenzen von Absolventinnen und Absolventen werden verbessert. Dazu werden Marktbeobachtung und Kontaktaufnahme mit potenziellen Kunden, Existenzgründungen, Entwicklung von Innovationen, Erarbeitung von Businessplänen und kleine Start-ups gefördert. Inkubatoren an den beteiligten Universitäten – sie stellen den Studierenden, und häufig auch anderen Interessierten, Räume und Beratungsangebote zur Verfügung, um sie auf eine erfolgreiche Unternehmensgründung vorzubereiten – werden zu ihrer Beratungsleistung und ihrer Vernetzung mit der Privatwirtschaft beraten. Entsprechende Gründermodule sollen in den MIER-Studiengang integriert werden.
  4. Die Voraussetzungen für ein bedarfsgerechtes Angebot fachspezifischer Fortbildungskurse werden geschaffen.