Hochschulprogramm zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Hochschulprogramm zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz (PESEREE)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Senegal
Politischer Träger: Ministère de l’Enseignement Supérieur et de la Recherche
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Ausgangssituation

Einen effizienten Energiesektor zu schaffen, zählt zu den zentralen Zielen der Entwicklungsstrategie der senegalesischen Regierung. Vordringliche Ziele der Maßnahmen zur Modernisierung des Energiesektors sind unter anderem die signifikante Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien, vor allem Solar- und Windstrom, an der Stromerzeugung, die Reduzierung des Strompreises sowie der Ausbau der ländlichen Elektrifizierung

Für die erfolgreiche Modernisierung des Energiesektors und anderer Sektoren werden qualifizierte Fachkräfte benötigt. Die Regierung will deshalb, die fachliche Qualität sowie die Beschäftigungsorientierung von Studien- und Ausbildungsgängen verbessern. Vorgesehen sind für den Hochschulsektor unter anderem stärker beschäftigungs- und praxisorientierte Curricula, Lehrinhalte zu Unternehmensgründungen sowie die Gründung neuer Ausbildungseinrichtungen (Institut Supérieur d’Enseignement Professionnel, ISEP), die in etwa deutschen Berufsakademien entsprechen.

Ziel

Die Beschäftigungs- und Praxisorientierung von Studiengängen und Fortbildungen zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz an ausgewählten Hochschulen ist erhöht.

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ die senegalesische Regierung bei der Umsetzung ihrer Ziele und Strategien im Energiesektor. Das Vorhaben arbeitet in vier Handlungsfeldern:

  • Um eine fachliche Vernetzung der senegalesischen Hochschulen aufzubauen, den interuniversitären Austausch zu stärken und Fachkompetenz für beschäftigungsorientierte Weiter- und Neuentwicklung der Curricula einzubringen, wird eine deutsch-senegalesische Hochschulkooperation aufgebaut. Diese wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) betreut. Die deutsche Partnerhochschule engagiert sich auch in den anderen Handlungsfeldern.
  • Im Verbund wird an den Hochschulen von Thiès, Bambey, Saint Louis und Ziguinchor ein Masterstudiengang zu erneuerbaren Energien (MIER) angeboten. Durch die Einführung neuer Module ins Curriculum wird die Beschäftigungsorientierung verbessert. Darüber hinaus wird das Curriculum für einen neuen zweijährigen Studiengang an einem ISEP entwickelt. Kooperationen, in erster Linie mit Unternehmen, werden gefördert. Auf diese Weise sollen betriebliche Praktika in den Studienverlauf integriert und die Studieninhalte bedarfsgerecht ausgerichtet werden.
  • Die Existenzgründungskompetenzen von Absolventen werden verbessert. Dazu werden Marktbeobachtung und Kontaktaufnahme mit potenziellen Kunden, Existenzgründungen, Entwicklung von Innovationen, Erarbeitung von Businessplänen und kleine Start-ups gefördert. Inkubatoren an den beteiligten Universitäten, die den Studierenden und anderen Interessierten Räume und Beratung zur Verfügung stellen, um sie auf eine erfolgreiche Unternehmensgründung vorzubereiten, werden zu ihrem Beratungsangebot und ihrer Vernetzung mit der Privatwirtschaft beraten. In den MIER-Studiengang sollen Gründermodule integriert werden.
  • Die Voraussetzungen für ein bedarfsgerechtes Angebot fachspezifischer Fortbildungskurse werden geschaffen.

Wirkungen

Für den Studiengang MIER wurden zwölf praxisorientierte Module entwickelt, davon drei zu Entrepreneurship. Rund 350 Personen (Studierende, Lehrkräfte und in der Beratung tätiges Verwaltungspersonal) wurden zu dem Thema Unternehmensgründung fortgebildet. Zwei Gründerzentren wurden technisch und materiell ausgestattet. Eine Plattform für einen Gründerideenwettbewerb wurde eingerichtet. 35 Studierende haben an Sommerschulen zu Erneuerbaren Energien/Energieeffizienz teilgenommen. 25 Hochschullehrer haben an Workshops im jeweiligen Partnerland (Deutschland – Senegal) teilgenommen. Die TH Köln vergibt Stipendien an Masterstudierende und Doktoranden. Die Partnerhochschulen haben Kooperationsvereinbarungen mit einem Wirtschaftsverband und einem Unternehmen aus dem Energiesektor geschlossen und binden diese in die Entwicklung der Lehrinhalte und in die Studierendenpraktika ein.