Beschäftigung

© GIZ/Dirk Ostermeier

Die Entwicklungsländer brauchen mehr und bessere Arbeitsplätze und qualifizierte Arbeitskräfte. Nur so lässt sich gewährleisten, dass Menschen von ihrer Arbeit leben können.

 
Mehr als 200 Millionen Menschen weltweit sind nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation ILO derzeit arbeitslos. Damit haben sie schlechte Chancen, selbstbestimmt zu leben und an der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung teilzuhaben.

Etlichen Ländern der Europäischen Union (EU) macht vor allem die hohe Jugendarbeitslosigkeit zu schaffen. Seit der Eurokrise 2009 sind in manchen Regionen bis zu 30 Prozent der Jugendlichen nicht erwerbstätig und besuchen weder eine Bildungseinrichtung, noch nehmen sie an einer Weiterbildung teil.

In Entwicklungsländern ist die Situation noch angespannter. Weil Unterstützungsleistungen des Staates fehlen, können sich viele Menschen Arbeitslosigkeit nicht „leisten“. Sie arbeiten zwar, sind jedoch unterbeschäftigt oder arbeiten unter prekären Bedingungen. Rund 783 Millionen Menschen – fast 30 Prozent der weltweit arbeitenden Bevölkerung – verfügen über weniger als 3,10 US-Dollar am Tag und gehören somit zu der Gruppe der ,,working poor‘‘.

Zu den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) gehört die Forderung nach „dauerhaftem, inklusivem und nachhaltigem Wirtschaftswachstum, produktiver Vollbeschäftigung und menschenwürdiger Arbeit für alle“. Für dieses Ziel tritt auch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ein. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ ihre Partnerländer dabei, mehr und bessere Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, die den Menschen ein existenzsicherndes Einkommen bieten. Dabei handelt die GIZ in Übereinstimmung mit den Zielen der Bundesregierung.

Die GIZ nutzt verschiedene Methoden und Instrumente, um die Beschäftigung in Entwicklungsländern zu verbessern:

  1. Zur Stärkung der Nachfrage nach Arbeitskräften werden gezielte Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere durch die Förderung der Privatwirtschaft, beraten und umgesetzt.
  2. Das Arbeitsangebot und die Beschäftigungsfähigkeit werden durch hochwertige, arbeitsmarktorientierte (berufliche und akademische) Bildung und Qualifizierung verbessert.
  3. Das Zusammenfinden von Arbeitsangebot und -nachfrage auf dem Arbeitsmarkt („Matching“) wird durch verbesserte Vermittlungsdienstleistungen, Informationssysteme und berufliche Orientierung unterstützt.

Diese Ansätze sind nicht isoliert zu sehen, sondern entfalten ihre Wirkung unter einem übergreifenden „Dach“ – das sind wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die konsequent auf Beschäftigungsförderung ausgerichtet sind.