Fischerei

Fischerei
© GIZ/Mechthild Kronen

Aquatische Lebensmittel spielen eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Hunger und Armut weltweit. Zusammen mit ihren Partnern setzt sich die GIZ für ein nachhaltiges Fischereimanagement, sowie die Stärkung von Kleinfischern und Frauen in fischereilichen Wertschöpfungsketten ein, um wertvolle aquatische Ressourcen zu erhalten und so Ernährung, Einkommen und wirtschaftliches Wachstum in unseren Partnerländern zu sichern.

Fisch und andere aquatische Lebensmittel dienen insbesondere für Menschen in unseren Partnerländern als wichtige Protein- und Nährstoffquelle. Die intensive Bewirtschaftung der weltweiten Fischbestände hat jedoch dazu geführt, dass diese heute stark reduziert sind. Weltweit gelten 35 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände als überfischt und 57 Prozent als maximal genutzt. Eine der größten Bedrohungen für die marinen Ökosysteme ist die illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU-Fischerei), da sie die nationalen und regionalen Bemühungen um ein nachhaltiges Fischereimanagement sowie die Bemühungen um den Erhalt der biologischen Vielfalt der Meere untergräbt. So kann IUU-Fischerei zum Zusammenbruch der lokalen Fischerei führen, wobei sich die Kleinfischerei in unseren Partnerländern als besonders gefährdet erweist. IUU-Fischerei bedroht die Lebensgrundlagen, verschärft die Armut und erhöht die Ernährungsunsicherheit. Außerdem gefährden die Auswirkungen des Klimawandels die Zustände von und den Zugang zu aquatischen Ressourcen.

Als Quellen hochwertiger Proteine und Fette, sowie als Lieferanten essenzieller Nährstoffe leisten aquatische Lebensmittel (neben Fisch auch Schalen- und Krustentiere, sowie Algen) einen erheblichen Beitrag gegen Fehl- und Mangelernährung. Sie decken mindestens 20 Prozent des tierischen Proteinbedarfes von mehr als 3,3 Milliarden Menschen weltweit.  Außerdem sichert Fischerei zumindest teilweise den Lebensunterhalt von 67,5 Millionen Menschen. Mehr als 90 Prozent davon arbeiten entlang der Wertschöpfungsketten in handwerklichen Fischereien.

Für den Erhalt der Fischbestände und der davon abhängigen Kleinfischereien ist ein nachhaltiges Fischereimanagement notwendig. Im Auftrag der Bundesregierung fördert die GIZ deshalb Maßnahmen und Kapazitäten für nachhaltige und klimaresiliente Fischereien als wichtigen Beitrag zur Transformation der Ernährungssysteme.

Konkret setzt sich die GIZ für folgende Verbesserungen ein:

  • Sie fördert den gerechten Zugang zu und die nachhaltige Bewirtschaftung von Fischereiressourcen auf der Grundlage eines ökosystembasierten Ansatzes
  • Sie unterstützt Partnerländer dabei, ein effektives Fischereimanagement umzusetzen. Dazu gehören vor allem folgende Aspekte:
    • Aufbau von Kapazitäten in den Fischereiinstituten und lokalen Gemeinschaften vor Ort
    • Stärkung von Transparenz und partizipativen Ansätzen, sowie Teilhabe lokaler Gemeinschaften am Fischereimanagement
    • Reduktion der Nachfangverluste, die in unseren Partnerländern teilweise sehr hoch sind
    • Stärkung der Beobachtungs-, Kontroll- und Überwachungskapazitäten der Partnerländer zur Bekämpfung von illegaler Fischerei
    • Unterstützung bei der Verbesserung der wissenschaftlichen Datengrundlage
  • Sie setzt sich für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung im Fischereisektor ein. Chancengleichheit für Frauen, ein fairer Zugang zu den Ressourcen und Einbindung aller Interessenvertreter nach dem Prinzip der „Blue Justice“ stehen im Mittelpunkt
  • Sie hilft bei der Entwicklung von Fischerei-Wertschöpfungsketten unter Berücksichtigung des Umwelt- und Verbraucherschutzes, sowie von Sozialkriterien

Die GIZ orientiert sich bei ihrer Arbeit an wichtigen internationalen Vereinbarungen wie den FAO Voluntary Guidelines for Securing Sustainable Small-Scale Fisheries in the Context of Food Security and Poverty Eradication (VGSSF), dem FAO Agreement on Port State Measures to Prevent, Deter and Eliminate Illegal, Unreported and Unregulated Fishing (PSMA) und Code of Conduct for Responsible Fisheries (CoC), sowie dem UN Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework.

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