Anpassung an den Klimawandel

Anpassung an den Klimawandel
© GIZ/Thomas Imo

Besonders Entwicklungs- und Schwellenländer sind verwundbar gegenüber den Folgen des Klimawandels. Die GIZ unterstützt Partnerländer, ihre Anpassungsfähigkeit und damit ihre Resilienz zu erhöhen.

Der Weltklimarat (IPCC) warnt vor den schwerwiegenden Folgen des Klimawandels. Mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 hat sich die internationale Staatengemeinschaft erstmals verbindlich dazu verpflichtet, die globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu senken, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad. Der Klimawandel findet allerdings schon statt, weshalb Menschen, Ökosysteme, Infrastruktur, Investitionen etc. an die Folgen angepasst werden müssen. Mögliche Schäden und Verluste durch Überschwemmungen, Stürme, Dürren, Hitzewellen und damit die Verwundbarkeit von Menschen und Ökosystemen sollen vorhergesehen und durch Anpassungsmaßnahmen reduziert werden.

Besonders Entwicklungs- und Schwellenländer leiden unter den Folgen des Klimawandels. Die Stärkung der Anpassungsfähigkeit dieser Länder, nicht nur gegenüber den genannten klimawandelbedingten Wetterextremen, sondern auch gegenüber klimabedingten schleichenden Veränderungen wie zum Beispiel Temperaturanstieg, zunehmender Wasserknappheit und ansteigendem Meeresspiegel, steht deshalb im Zentrum des GIZ Engagements im Bereich Anpassung an den Klimawandel. Anpassung ist neben Klimaschutz als gleichberechtigtes Ziel im Pariser Klimaabkommen verankert. Das Volumen des Anpassungsportfolios, das die GIZ umsetzt, liegt bei knapp unter 50% aller klimarelevanten Vorhaben und spiegelt die Bedeutung von Anpassung wider.

Anpassung bedeutet aber auch, Potenziale des Klimawandels zu nutzen, zum Beispiel, indem die landwirtschaftliche Produktion veränderte klimatische Voraussetzungen in Wert setzt oder indem bisher klimatisch nicht attraktive Regionen für den Tourismus erschlossen werden.  

Dabei gilt es, die Folgen des Klimawandels in allen Bereichen der Gesellschaft systematisch und umfassend zu berücksichtigen. Anpassungsmaßnahmen müssen immer zusammen mit einer nachhaltigen und gerechten Entwicklung gedacht werden. Nationale Anpassungspläne (NAP) sind das international anerkannte Instrument, aufbauend auf Klimarisikoanalysen, notwendige Anpassungsmaßnahmen zu identifizieren, zu priorisieren und umzusetzen. Ziel ist die Transformation hin zu einer klimafreundlichen und klimaangepassten Gesellschaft und Wirtschaft, die dafür sorgt, dass niemand zurückbleibt. Die Vereinbarungen von Paris können nur erfüllt werden, wenn alle relevanten Akteure – Staaten, lokale Regierungen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft eng zusammenarbeiten und die Industrieländer Entwicklungsländer finanziell und im Hinblick auf Wissens- und Technologietransfer unterstützen. In diesem Sinne hat Deutschland gemeinsam mit anderen Staaten, Entwicklungsbanken und multilateralen Organisationen, mehrere Initiativen in Entwicklungsländern zur Umsetzung des Paris-Abkommens auf den Weg gebracht:

  • Die globale „NDC Partnership“ fördert die koordinierte Umsetzung der nationalen Beiträge in den Bereichen Minderung und Anpassung. Ihr gehören mittlerweile über 160 Mitglieder an.
  • Das „National Adaptation Plan (NAP) Global Network“ fördert nationale Anpassungsplanung durch Beratung, Austausch und die Koordinierung von Geberprogrammen.
  • Durch die „InsuResilience“-Initiative sollen zusätzlich 500 Millionen arme Menschen bis 2025 Zugang zu Versicherungen gegen Extremwetterereignisse erhalten.

Neben den genannten internationalen Initiativen unterstützt die GIZ im Auftrag der Bundesregierung, der EU, dem Grünen Klimafond (GCF) und anderen Auftraggebern auch bilateral Partnerländer im Bereich Anpassung an den Klimawandel. Wichtigster Auftraggeber der GIZ im Bereich Klima ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ, 71% des Auftragsbestandes 2018). Für das BMZ und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) setzt die GIZ Projekte im Bereich Anpassung mit einem Volumen von 1,099 Mrd. € um (Auftragsbestand 2018).

Die wichtigsten Sektoren, in denen Anpassungsmaßnahmen durchgeführt werden, sind Landwirtschaft (rd. 300 Mio. €), Biodiversität / Umweltschutz (rd. 150 Mio €), Wasser / Abwasser / Abfall (rd. 130 Mio €) und Politikberatung (NAP) (rd. 130 Mio €). Regionaler Schwerpunkt ist Subsahara Afrika, gefolgt von globalen Initiativen und Lateinamerika/Karibik sowie Asien/Pazifik. Schwerpunkte der GIZ-Beratung von Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in den Partnerländern sind ein umfassendes Klimarisikomanagement, die sektorübergreifende Analyse und Planung sowie die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen, inklusive Klimarisikoversicherungen.