Aquakultur

Wasserkultur
© GIZ/Ladislao Di Domenica

Der steigende Bedarf an Meeresfrüchten lässt sich nur mithilfe der Aquakultur decken. Die intensive Produktion muss jedoch auch Umweltstandards genügen.

 

Der für 2030 prognostizierte Fischbedarf von 200 Mio. t. pro Jahr lässt sich nur durch einen weiteren Ausbau der Aquakultur decken. Ihre nachhaltige Entwicklung, ohne negative Folgen auf die Umwelt, ist eine der gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

Zwischen 2001 und 2016 verzeichnete die Aquakultur eine durchschnittliche Wachstumsrate von 5,8% jährlich und ist damit der am stärksten wachsende Sektor in der gesamten Nahrungsmittelproduktion. Die globale Produktion des Aquakultursektors betrug 2016 über 110 Mio. t. Heute stammt jeder zweite verzehrte Fisch, Krusten- oder Schalentier aus Aquakultur.

Der Großteil der Aquakulturproduktion findet in Entwicklungs- und Schwellenländern statt, das Zentrum ist Asien. Regional betrachtet repräsentiert die Aquakultur in Asien (China ausgenommen) > 40%, In Afrika, Amerika und Europa > 17% und in Ozeanien > 13 % der gesamten Fischproduktion. Der Ertrag dient sowohl der Versorgung nationaler Märkte, hier vor allem die binnenländische Fischzucht in Entwicklungsländern, als auch dem Export. Die Küstenaquakultur, besonders für die Produktion von Garnelen, zählt zu den wichtigsten Devisenquellen in asiatischen und lateinamerikanischen Entwicklungsländern.

Als Folgen des rasanten Wachstums und des immer intensiver werdenden Anbaus traten auch die negativen ökologischen und sozioökonomischen Auswirkungen – Entwaldung, darunter Mangrovenwälder, Eutrophierung, Schadstoffbelastung, Biodiversitätsverluste und Entnahme von Wasser in Gebieten mit hoher Wasserknappheit -  zunehmend offen zu Tage.

Gleichzeitig ist dieser Wirtschaftszweig eine wichtige Einnahmemöglichkeit für viele Klein- und Familienbetriebe, die einen Großteil der Produzenten ausmachen.

Der Klimawandel wird vermutlich überwiegend zu negativen Folgen als Potentialen für die Aquakultur führen, darunter Produktions- und Infrastrukturausfälle durch extreme Wetterereignisse, und negativ veränderte Produktionsbedingungen.

Vor diesem Hintergrund unterstützt die GIZ Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft dabei, Aquakultur nachhaltig zu gestalten. Internationale Vereinbarungen wie der Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Fischerei, die Biodiversitätskonvention und der ‚Ecosystem Approach to Aquaculture‘ der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind dabei wichtige Instrumente. Auch steht Aquakultur inzwischen im Fokus der Bekämpfung von Mangel- und Unterernährung.

Folgende Aspekte stehen im Mittelpunkt der GIZ-Arbeit im Bereich Aquakultur:

  • Schaffung und Durchsetzung gesetzlicher Rahmenbedingungen, die den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und die Einführung integrierter Ökosystemansätze garantieren.
  • Verbesserung des Marktzugangs und Verbreitung absatzmarktorientierter Instrumente, wie zum Beispiel Nachhaltigkeitsstandards.
  • Förderung von informierten Strategien und Maßnahmen zur Gendergleichstellung in der gesamten Aquakultur Wertschöpfungskette.
  • Entwicklung der Aquakultur Wertschöpfungskette mit umweltverträglichen technischer Innovationen zur Intensivierung bzw. Produktionssteigerung kleiner und mittlerer Betriebe, Anwendung von Qualitäts-, Umwelt- und Sozialstandards und Zertifizierung.
  • Stärkung der technischen und betriebswirtschaftlichen Kapazitäten mit Schwerpunkt auf kleinen und mittleren Unternehmen, die für lokale, regionale oder internationale Märkte produzieren.
  • Förderung der Resilienz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels, darunter Synergien mit Landwirtschaft und Wassernutzung, aber auch der Kredit- und Klima Risikoversicherungsfähigkeit.