Klima – Sicherheit – Fragilität

Klimasicherheit
© GIZ / Markus Kirchgessner

Der Klimawandel ist die zentrale Sicherheitsbedrohungen des 21. Jahrhunderts. Zunehmende Wetterextreme, steigender Meeresspiegel und das wachsende Risiko von Umweltkatastrophen entziehen weltweit immer mehr Menschen die Lebensgrundlage. Klimawandelbedingte Ressourcenknappheit und drohende Überlebenskämpfe verschärfen kommunale Spannungen und Schwächen in der Regierungsführung. Die Frage ist nicht mehr, ob der Klimawandel einen Einfluss auf (gewaltsame) Konflikte hat, sondern wann, wie und wo er Konfliktkonstellationen – insbesondere in fragilen Kontexten – verstärkt.

Menschen verlassen ihre Heimat aus unterschiedlichsten Gründen. Zentral ist die Suche nach Arbeit, Einkommen sowie Frieden und Sicherheit. In vielen Regionen der Welt werden diese Faktoren immer häufiger durch die Folgen des Klimawandels wie Dürren, Überflutungen und Extremwetterereignisse beeinflusst. Die Lebensqualität leidet, und Menschenleben werden dadurch gefährdet – Flucht und Migration nehmen weltweit zu.  Ihre Heimat dauerhaft zu verlassen, um einer unerträglich gewordenen Umwelt zu entkommen, ist für die Betroffenen oft der letzte Ausweg. Eine Weltbank-Studie von 2021 geht davon aus, dass bis 2050 über 216 Million Menschen in Subsahara-Afrika, Südasien und Lateinamerika auf Grund der Folgen des Klimawandels innerhalb ihrer Länder oder Regionen migrieren werden.

Bei der Beratung zum Thema Klima und Sicherheit verfolgt die GIZ einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl die negativen Folgen des Klimawandels, die damit verbundene klimabedingte Migration und Konflikte als auch entsprechende notwendige Governance-Fragen berücksichtigt. Im Mittelpunkt stehen Beiträge zur Friedenssicherung, die Klimaprojekte leisten können - auch, um dadurch bereits erreichte Erfolge der internationalen Zusammenarbeit langfristig abzusichern. Eine konfliktsensitive Projektarchitektur ist nötig, um Klimapolitik, besonders in fragilen Kontexten, nachhaltig zu gestalten. Eine wichtige Rolle spielen hier Klimarisikoanalysen, basierend auf mittel- bis langfristigen Vorausberechnungen (Projektionen), wie sich das Klima in einem Land oder einer Region zum Beispiel bis 2030 oder 2050 verändern wird. Sie geben Auskunft darüber, welche Bevölkerungsgruppen, welche Sektoren und welche Regionen wie vom Klimawandel betroffen sein werden. Sie bilden – präventiv – die Grundlage, um durch entsprechende Anpassungsmaßnahmen Risiken zu verhindern oder zu entschärfen. Klimarisikoanalysen mit iPCA und dem GIZ-Safeguards- und Gender Managementsystem kombiniert angewandt, helfen nicht nur Klimarisiken in einem spezifischen Kontext zu identifizieren, sondern geben auch Orientierung, Vorhaben multisektoral und konfliktsensibel zu planen und umzusetzen.

Klimapolitik muss deshalb daten- und evidenzbasiert gestaltet und friedensfördernde Klima-Anpassungsmaßnahmen müssen mit den notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen ausgestattet werden, um z.B. klimainduzierte Migration soweit wie möglich zu verhindern.

Weitere Informationen