Klimawandel, Migration und Sicherheit

Klimasicherheit
© GIZ / Markus Kirchgessner

Klimawandelfolgen – aber auch Klimaschutzmaßnahmen - können bestehende Konfliktlagen sowie existierende Missstände und soziale Ungleichheit verstärken und damit maßgeblich zu Konflikten, Flucht und Migration beitragen. Die GIZ kooperiert mit einer Vielzahl an Partnern, um das Thema „Klima und Sicherheit“ stärker in der internationalen Klima- und Entwicklungspolitik zu verankern.

Menschen verlassen ihre Heimat aus unterschiedlichsten Gründen. Zentral ist die Suche nach Arbeit, Einkommen sowie Frieden und Sicherheit. In vielen Regionen der Welt werden diese Faktoren immer häufiger durch die Folgen des Klimawandels wie Dürren, Überflutungen und Extremwetterereignisse beeinflusst. Die Lebensqualität leidet und Menschenleben werden dadurch gefährdet. Ihre Heimat dauerhaft zu verlassen, um einer unerträglich gewordenen Umwelt zu entkommen, ist für die Betroffenen oft der letzte Ausweg.

Konfliktlagen, ob politisch- oder klimainduziert, drohen im Laufe der letzten Jahrzehnte erlangte klimapolitische Erfolge sowie Projekterfolge im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit zunichte zu machen. In der Außen- und Sicherheitspolitik ist die Debatte um Klimawandel und Sicherheit bereits angekommen und wird in einschlägigen Foren (zum Beispiel bei der Münchener Sicherheitskonferenz und insbesondere dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen) behandelt.

Vor diesem Hintergrund stellen sich für die GIZ die dringenden Fragen:

  • Welche Beiträge zur Friedenssicherung können Klimaprojekte leisten, um dadurch auch bereits erreichte Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit langfristig abzusichern?
  • Welche Projektarchitektur und Instrumente werden benötigt, um Klimapolitik, besonders in fragilen Kontexten, konfliktsensitiv zu gestalten?

Mit dem Voranschreiten der Klimakrise werden auch Flucht und Migration zunehmen. Eine Weltbank-Studie von 2018 geht davon aus, dass bis 2050 bis zu 143 Million Menschen in Subsahara-Afrika, Südasien und Lateinamerika auf Grund der Folgen des Klimawandels – wie dem Anstieg des Meeresspiegels oder abnehmender Verfügbarkeit von Wasser –innerhalb ihrer Länder migrieren werden.

Bei der Beratung zum Thema Klima und Sicherheit verfolgt die GIZ daher einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl die negativen Folgen des Klimawandels, die damit verbundene klimabedingte Migration und Konflikte als auch entsprechende notwendige Governance-Fragen berücksichtigt.

Die Prävention klimainduzierter Konflikte und die Abfederung von Klimawandelfolgen sowie die Beratung zu Transformationsprozessen (im Sinne einer Just Transition) können gegebenfalls die Notwendigkeit klimainduzierter Migration reduzieren.

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