Klimarisikoversicherungen

© GIZ / Harald Franzen

Der Klimawandel erhöht die Häufigkeit und Intensität extremer Wetterereignisse. Klimarisikoversicherungen können dabei helfen, Menschen besser vor klimabedingten Schäden und Verlusten abzusichern – insbesondere, wenn sie mit umfassenden Risikomanagement-Strategien kombiniert werden.


Nach Berechnungen der Weltbank verursachen Extremwetterereignisse jedes Jahr Schäden in Höhe von rund 300 Milliarden US-Dollar. Besonders betroffen von Dürren, Überschwemmungen und Stürmen sind Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländer, da sie häufig nicht über ausreichende oder adäquate Schutzmaßnahmen verfügen. Neben direkten Auswirkungen wie Ernteausfällen oder beschädigter Infrastruktur, droht der Klimawandel Individuen, aber auch ganze Staaten in ihrer Entwicklung zurückzuwerfen.

In internationalen Rahmenwerken steht die Vermeidung von und der Umgang mit Verlusten durch den Klimawandel weit oben auf der Agenda: das Thema ist in der Agenda 2030, im Pariser Klimaabkommen und im Sendai-Rahmenwerk verankert. In diesem Zusammenhang sind Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sowie ein funktionierender Katastrophenschutz entscheidend. Jedoch lassen sich nicht alle Schäden vermeiden. Für solche Fälle können Klimarisikoversicherungen als Bestandteil eines umfassenden Klimarisikomanagements eine Lösung in Form von finanzieller Absicherung sein.

Obwohl Klimarisikoversicherungen ein relativ junges Instrument der Entwicklungszusammenarbeit sind, kann die GIZ auf über 10 Jahre Erfahrungen in dem Bereich zurückgreifen – sei es in der Landwirtschaft oder im Kontext von Katastrophenmanagement. Darüber hinaus stellen wir im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Sekretariat der globalen InsuResilience Partnership, deren Ziel es ist, die Resilienz der ärmsten und verwundbarsten Bevölkerungsgruppen in Entwicklungsländern gegen Klimarisiken zu stärken. 

Im Auftrag der Bundesregierung und anderer Partner unterstützt die GIZ bei der Umsetzung von Klimarisiko-versicherungen durch eine Vielzahl von Aktivitäten, zum Beispiel:  

  •  Wir unterstützen die Pilotierung neuer Versicherungsmodelle und -produkte und stärken die Kapazitäten im Versicherungssektor, um nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln.
  •  Wir stärken das Bewusstsein für Klimarisikoversicherungen sowie die Finanzkompetenzen unserer Zielgruppen, z.B. Agrarbauern oder Stadtverwaltungen, durch Aufklärungskampagnen und Trainings.
  •  Wir helfen einen institutionellen und gesetzlichen Rahmen für eine nachhaltige Marktentwicklung im Finanz- und Versicherungssektor zu schaffen, der die Basis für Klimarisikoversicherungen bildet.

Bei all diesen Aktivitäten arbeiten wir eng mit unseren Partnern vor Ort, nationalen und internationalen Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen, Aufsichtsbehörden und internationalen Institutionen der Entwicklungs-zusammenarbeit zusammen.


Projektbeispiele aus Asien und Afrika

Im Rahmen von RIICE arbeitet die GIZ seit 2012 im Auftrag des BMZ und der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit mit dem Rückversicherer Swiss Re und Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Technik daran, Reisanbaugebiete gegen Extremwetterereignisse abzusichern. Mit Hilfe des Satellitensystems Sentinel der europäischen Raumfahrtbehörde werden in Kambodscha, Vietnam, Indien, Thailand und Indonesien Informationen über rund 15 Millionen Hektar Reisanbaufläche gesammelt und ausgewertet. Dadurch lassen sich Versicherungsprogramme effizient und transparent gestalten.

Seit Anfang 2018 setzt die GIZ im Auftrag des BMZ gemeinsam mit der Allianz Climate Solutions GmbH ein Projekt um, das Städten in Ghana dabei hilft, sich besser gegen Klimarisiken zu wappnen: die Verfügbarkeit und Qualität von Daten soll verbessert, Klimarisikoanalysen und -managementkonzepte erstellt sowie Klimarisikoversicherungsprodukte entwickelt werden.