Digitales Monitoring

Hände mit Mobiltelefon und Notizheft

Durch digitale Techniken lassen sich Entwicklungsprojekte besser auswerten. Doch dabei gibt es viel zu beachten – von digitaler Kompetenz bis Datenschutz.
 

Im Kriegs- und Krisengebieten lässt sich traditionelles Projektmonitoring aufgrund von Sicherheitsbedenken oder mangelnder Infrastruktur oft nur schwer durchführen. Digitale Tools bieten hier Alternativen. Sie erleichtern es, Wirkungszusammenhänge herzustellen und die sinnvolle Verwendung von Geldern gegenüber Geberorganisationen zu dokumentieren. 
 

Vorteile des digitalen Monitoring:

Größere Reichweite: Die umfassende Verbreitung von Mobiltelefonen macht es möglich, durch digitale Systeme auch Bevölkerungsgruppen mit einzubeziehen, die ansonsten nur schwierig oder nur unter großem Kostenaufwand zu erreichen wären.

Partizipation und Empowerment: Digitale Systeme erlauben es, die Perspektiven von mehr Menschen zu berücksichtigen.

Preis-Leistungsverhältnis: Erste digitale Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit zeigen eine bessere Kosteneffizienz bei Datensammlungen auch in großem Stil.

Schnelle Iteration: Einzelne Datensammelzyklen können in digitalen Projekten meist innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen werden. Die Verfügbarkeit von Ergebnissen nahezu in Echtzeit macht es möglich, wesentlich schneller nachzusteuern, um Projektziele zu erreichen.
 

Herausforderungen:

Kein Allheilmittel: Digitale Systeme sind nur ein Monitoring-Instrument unter vielen und müssen in den Projektzyklus integriert werden, damit sie Nutzen bringen.

Trainingsbedarf: Digitale Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit erfordern ein Minimum an technischem Verständnis zu komplexen Themen (Mobilfunktechnologie, digitales Datensammeln, Data Science). Dieses Verständnis ist in den Projektteams nicht immer vorhanden.
 

Diese Vorgehensweisen haben sich bewährt:

Digitales Monitoring selbst durchführen: Es ist Querschnittsaufgabe aller Mitglieder des erweiterten Projektteams.

Das richtige Medium finden: Wie erreicht man die Zielgruppen am besten? Textnachrichten (SMS) und Integrated Voice Response (IVR) funktionieren auf jedem Mobiltelefon und fast überall auf der Welt sind die Menschen damit vertraut. IVR bietet sich an, wenn nicht vorausgesetzt werden kann, dass die Zielgruppe lesen und schreiben kann. Sind funktionale Lese- und Schreibkenntnisse vorhanden, sind SMS der bessere Ansatz.

Günstige Bedingungen schaffen: Der Zielgruppe dürfen durch die Teilnahme an einer Umfrage keine Kosten entstehen. Es muss Anreize geben, damit möglichst viele Menschen teilnehmen.

Verständlichkeit garantieren: Fragebögen sollten kurz gehalten und in die wichtigsten lokalen Sprachen übersetzt werden.

Datenqualität sichern: Die Qualität und Plausibilität und Validität der Daten ist frühzeitig zu prüfen.

Regeln einhalten: Datenschutz gewährleisten, gesetzliche Spamregulationen der Projektländer beachten. Bei Umfragen ist es erforderlich, die Zustimmung der Teilnehmer zu dokumentieren. Wer aus der Umfrage aussteigen möchte, sollte jederzeit und problemlos die Möglichkeit dazu haben.

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