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Biodiversität - unsere Lebensgrundlage

Wie können Partnerländer ihre Zukunft gestalten, ihre Bedürfnisse decken und zugleich ihre natürlichen Lebensgrundlagen bewahren? Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir an Lösungen, die den Menschen bessere Perspektiven bieten und dazu beitragen, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen – für eine gemeinsame Zukunft im Einklang mit der Natur.

Wälder, Grasland, Moore, Seen und Flüsse, sowie Meere und Küsten sind weit mehr als nur Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Gesunde Ökosysteme versorgen uns mit Nahrung, sauberem Wasser, Rohstoffen und fruchtbaren Böden. Sie schützen uns vor Überschwemmungen und Bodenerosion und sind im Umgang mit dem Klimawandel Teil der Lösung – sie speichern Kohlenstoff, regulieren die Temperaturen und den Wasserkreislauf und helfen bei der Anpassung an den Klimawandel.  

Natur unter Druck: Was der Verlust der Biodiversität für uns bedeutet

Weltweit stehen Biodiversität und Ökosysteme unter Druck. Lebensräume werden zerstört, die biologische Vielfalt schwindet – und mit ihr gehen wichtige Ökosystemleistungen verloren. Dies gefährdet Entwicklungsmöglichkeiten und Wohlstand in Deutschland und weltweit.

Haupttreiber des Biodiversitätsverlusts sind Veränderungen der Land- und Meeresnutzung und die Zerstörung natürlicher Lebensräume, die Übernutzung natürlicher Ressourcen, Umweltverschmutzung, Klimawandel und gebietsfremde invasive Arten. Ungünstige politische Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Anreize machen die kurzfristige Ausbeutung der natürlichen Ressourcen profitabler als deren langfristige Erhaltung und Wiederherstellung. 

Die internationale Gemeinschaft steht daher vor der Herausforderung, sozial gerechte wirtschaftliche Entwicklung mit dem Schutz der Natur und dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen in Einklang zu bringen. 

Gemeinsam handeln

Mit dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) verpflichteten sich 196 Vertragsstaaten dazu, Biodiversität zu erhalten, nachhaltig zu nutzen und die Vorteile, die sich aus der Nutzung genetischer Ressourcen ergeben, fair zu teilen. Dieses umfassende verbindliche Abkommen soll dazu beitragen, Ökosysteme und Ökosystemleistungen zu erhalten, nachhaltige Entwicklung zu fördern, degradierte Ökosysteme wiederherzustellen und weltweit Lebensgrundlagen zu sichern.

2022 setzten sich die Vertragsstaaten der CBD mit dem „Globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal“ übergeordnete Ziele bis 2050 und konkrete Aktionsziele bis 2030, um gemeinsam den Verlust der Biodiversität aufzuhalten und umzukehren, damit sich die Natur zum Nutzen der Menschen und des Planeten erholt.  

Wichtige globale Aktionsziele bis 2030 sind:

  • 30 Prozent der globalen Land- und Meeresfläche unter effektiven Schutz stellen
  • 30 Prozent der zerstörten Ökosysteme wiederherstellen
  • Umweltverschmutzung reduzieren
  • In Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei biodiversitätsfreundlicher wirtschaften
  • Beteiligung an Entscheidungen und Zugang zu Justiz und Informationen über Biodiversität sicherstellen
  • Gleichstellung der Geschlechter und Anerkennung der Rechte, des traditionellen Wissens und der Rolle von Indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften für den Erhalt der Biodiversität
  • Für Biodiversität aus allen Quellen 200 Milliarden USD pro Jahr mobilisieren, davon 30 Milliarden USD internationale Finanzmittel 
30%

der globalen Land- und Meeresfläche unter Schutz stellen

Von der Politik in die Praxis 

Wir unterstützen unsere Partnerländer dabei, diese Ziele umzusetzen. Wir beraten sie bei der Aktualisierung und Umsetzung ihrer nationalen Biodiversitätsstrategien und Aktionspläne und der Erschließung staatlicher und privater Finanzierungsquellen für Biodiversität. Wir setzen uns dafür ein, dass staatliche Institutionen und nichtstaatliche Akteure aus der Privatwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, insbesondere Indigene Völker und lokale Gemeinschaften, gemeinsam den Erhalt ihrer Ökosysteme sichern bzw. diese wiederherstellen. 

Wir unterstützen Regierungen dabei, ihre Schutzgebietssysteme und ausgewählte terrestrische und marine Schutzgebiete gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung zu planen und effektiv und gerecht zu managen. Dabei verfolgen wir einen entwicklungsorientierten und menschenrechtsbasierten Ansatz. 

Orangene Grafik mit Text: 37,7 Quadratkilometer Naturschutzgebiete besser geschützt

Wir fördern eine biodiversitätsfreundliche und klimaresiliente Entwicklung in ländlichen Räumen – zum Beispiel durch agrarökologische landwirtschaftliche Anbaumethoden, Agroforstsysteme, nachhaltige Forstwirtschaft und Fischerei sowie den Erhalt und die Nutzung traditioneller, widerstandsfähiger Kulturpflanzen und Tierrassen. 

Dort, wo terrestrische, aquatische und marine Ökosysteme wie waldreiche Landschaften, Moore oder Mangroven, bereits degradiert sind und Ökosystemleistungen abnehmen, arbeiten wir mit unseren Partnern an deren Wiederherstellung. Dabei verfolgen wir ganzheitliche Landschaftsansätze.

Auch in Städten fördern wir den Erhalt der Natur – zum Beispiel durch grüne Infrastruktur, gemeinschaftliche Gartenprojekte und naturbasierte Lösungen zur Klimaanpassung. 

Unsere Maßnahmen:
  • Wir fördern den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft auf allen Ebenen – von international, national bis lokal –, damit Lösungen gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden 
  • Wir unterstützen beim Aufbau und Management von Multi-Stakeholder-Partnerschaften und Plattformen, um die Zusammenarbeit zwischen dem Staat, der Zivilgesellschaft, dem Privatsektor und der Wissenschaft zu stärken.
  • Wir helfen dabei, Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit zu entwickeln und umzusetzen, die die vielfältigen Werte von Biodiversität systematisch in Politik und Gesellschaft berücksichtigt und verankern. 
  • Gemeinsam mit Unternehmen, die natürliche Ressourcen nachhaltig nutzen oder ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren möchten, fördern wir inklusive und naturfreundliche Wertschöpfungs- und Lieferketten. 
  • Auch mit Expertinnen und Experten aus der Finanzwelt arbeiten wir an innovativen Ansätzen, um Anreize und Finanzierungsmechanismen für den Erhalt von Biodiversität zu schaffen – so, dass auch Indigene Völker und lokale Gemeinschaften davon profitieren.
     
Orientierungsrahmen

Ziel dieses Orientierungsrahmens ist es, fachliche Standards zu setzen und gebotene Handlungsspielräume der GIZ zur Realisierung von Menschenrechten in Vorhaben zum Biodiversitätserhalt anhand von Gestaltungsprinzipien aufzuzeigen. Er richtet sich insbesondere an GIZ Mitarbeitende, bietet aber auch Auftragnehmern (Consultingfirmen und Gutachter*innen) sowie Finanzierungsempfängern Orientierung. GIZ-Mitarbeitende und Dritte soll der Orientierungsrahmen in der Konzeption und Durchführung von GIZ-Vorhaben leiten und sie dabei unterstützen, ihre menschenrechtliche Risikobetrachtung zu schärfen.

Weitere Informationen
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