28.02.2019

Mit digitalen Werkzeugen zu mehr Transparenz

Digitale Tools sorgen in Indonesien dafür, dass sich die Bevölkerung besser über öffentliche Leistungen informieren kann, Missstände erkannt und die Korruption eingedämmt werden kann.

Korruption ist in Indonesien eine Herausforderung. Bei vielen Leistungen fordern Angestellte öffentlicher Stellen, etwa Polizisten oder Justizangestellte, zusätzliche Zahlungen. Auch öffentliche Gelder, zum Beispiel für Schulen, versickern oftmals in undurchsichtigen Kanälen. Der Organisation „Transparency International“ zufolge landet das Land international auf Rang 89 von 180 bei der Korruption im öffentlichen Sektor.

Um Korruption einzudämmen, hat die indonesische Regierung eine nationale Kommission zur Korruptionsbekämpfung gegründet. Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die Kommission im Kampf gegen Korruption. Die Bevölkerung wird dabei gezielt durch digitale Anwendungen eingebunden.

Mit Unterstützung der GIZ hat die Antikorruptionskommission unter anderem eine App entwickelt, die Informationen über bestimmte öffentliche Einrichtungen zugänglich macht. Über diese Bürger-App sind mittlerweile Daten von 48.000 Lokalverwaltungen, 404.000 Schulen und 2.777 Krankenhäusern zugänglich. Bürger*innen können mit ihr zum Beispiel Daten über Schulen, Krankenhäuser und ihre Budgets abrufen, die Einrichtungen bewerten und kommentieren. Gesammelte Hinweise der Nutzer*innen machen erkennbar, wo Budget und Leistung in auffälligem Missverhältnis stehen.

Auch zwei Webportale wurden mit Unterstützung der GIZ konzipiert und eingerichtet: In einer Online-Datenbank werden die Vermögenserklärungen von Politiker*innen und öffentlichen Angestellten veröffentlicht. Mehr als 35.000 Nutzer*innen greifen im Monat auf die Seite zu. Medien nutzen die Vermögenserklärungen, um etwa ungewöhnlichem Reichtum von Beamten nachzugehen. Um gezielte Hinweise auf Korruption zu sammeln, wurde zudem ein anonymes digitales Hinweisgeber-System eingerichtet. Pro Jahr werden darüber im Schnitt etwa 2.000 Hinweise eingereicht.

Mit den digitalen Werkzeugen wird auch ein Bewusstseinswandel in der Bevölkerung unterstützt: Immer mehr Menschen erkennen, dass öffentliche Einrichtungen für die Bevölkerung da sind und fordern von ihnen Rechenschaft. So dienen Selbstbewusstsein und Transparenz als die wichtigsten Hebel gegen Korruption und tragen so zur weiteren Entwicklung des Landes bei.