26.05.2020

Kurzmeldungen: Schnelle und lokale Lösungen gegen die Coronavirus-Pandemie

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, entwickelt die GIZ neue Ideen und richtet laufende Projekte neu aus. Die Ansätze sind dabei vielfältig.

Im Auftrag der Bundesregierung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH den weltweiten Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Hier finden Sie einen Überblick über aktuelle Maßnahmen aus den Einsatzländern. Diese Übersicht wird regelmäßig aktualisiert.

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Diaspora gegen Corona: GIZ fördert Projektideen 

Gerade jetzt während der Corona-Pandemie möchten in Deutschland lebende Migrant*innen ihr Wissen und ihre Ideen einbringen, um etwas in ihren Herkunftsländern zu bewegen. Deshalb fördert die GIZ mit der Sonderausschreibung „Diaspora gegen Corona“ Projektideen im Bereich Gesundheit, Medizin und Hygiene, die in den Partnerländern zur Bewältigung der Corona-Pandemie beitragen. Die Ausschreibung gilt für Albanien, Äthiopien, Ecuador, Georgien, Ghana, Indien, Indonesien, Jordanien, Kamerun, Kenia, Kolumbien, Kosovo, Marokko, Nepal, Nigeria, die Palästinensischen Gebiete, Peru, Senegal, Serbien, Tunesien, Ukraine und Vietnam. Schon seit 2011 unterstützt die GIZ im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) Projekte, die von sogenannten Diaspora-Organisationen gemeinsam mit lokalen Partnern konzipiert und vor Ort umgesetzt werden.

Mehr zur Arbeit in Diaspora-Organisationen erfahren Sie hier

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Sicherer Anbau auf den Feldern

Wo der direkte Kontakt zu Landwirten nicht mehr möglich ist, greifen zwei Projekte in Äthiopien zu ungewöhnlichen Methoden: Ein neues Radioprogramm informierte bereits eine halbe Million Bauern darüber, wie sie sich speziell während der im Juni beginnenden Anbausaison vor dem Corona-Virus schützen können. Auch Beratungen zum Anbau selbst, die sonst auf den Feldern stattfinden würden, erfolgen nun per Radio. Ausgestrahlt wird das Programm bislang in der Amhara-Region und in Zusammenarbeit mit einer lokalen Medien-Agentur. Die Projekte planen, die Kampagne auf die Regionen Oromia und Tigray auszuweiten. Das Grüne Innovationszentrum in Äthiopien produzierte außerdem 30.000 Poster und 3.000 Flyer mit Vorsichtsmaßnahmen gegen COVID-19 zur Verteilung in ländlichen Gegenden. Beide Projekte sind der Teil der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ).

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Wiederverwendbare Masken gegen den Müllberg

Albanien öffnet Ende Mai seine Schulen für die Abschlussklassen. Damit sich die Schülerinnen und Schüler bei der Vorbereitung ihrer Prüfungen vor Ansteckungen schützen können, erhalten sie in acht Partnerstädten und -gemeinden jeweils zwei wiederverwendbare Atemschutzmasken. Bislang wurden bereits 12.000 solcher Masken an kommunale Arbeiter*innen und städtische Angestellte verteilt, die während der Pandemie grundlegende Aufgaben wie beispielsweise Wasserversorgung oder Stadtreinigung erfüllen und dabei nicht von Zuhause arbeiten können. Der Clou: Allein die bereits verteilten Baumwollmasken ersetzen jeden Monat mehr als 350.000 Einweg-Masken – und vermeiden so viel Abfall. Das ist besonders wichtig in einem Land, in dem die Struktur für eine korrekte Entsorgung und Verwertung von Abfall mit Unterstützung der GIZ (im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums) noch aufgebaut wird. Produziert werden die mit heißem Wasser oder in der Mikrowelle zu reinigenden Masken von einer heimischen Textilfirma. Diese konnte so die krisenbedingte Kündigung der halben Belegschaft vermeiden und hat inzwischen auch erste Masken nach Deutschland geliefert.

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Hochansteckende Krankheiten besser behandeln

Das BMZ beauftragte die GIZ 2016 nach dem Ebola-Ausbruch, die Regierung Liberias beim Aufbau eines widerstandsfähigen Gesundheitssystems zu unterstützen: Unter anderem erweitert sie Laborkapazitäten, fördert den Einsatz von Krankheitsüberwachungssystemen und hilft ihren Partnern, hochansteckenden Krankheiten besser zu behandeln. Während der Coronavirus-Pandemie unterstützt die GIZ das National Public Health Institute of Liberia (NPHIL), das Gesundheitsministerium und regionale Gesundheitsteams dabei, Fälle der Lungenkrankheit COVID-19 umgehend zu diagnostizieren und zu behandeln sowie Kontakte rechtzeitig zurückzuverfolgen. „Ziel des Projekts war es, dass Liberia besser auf hochinfektiöse Krankheiten vorbereitet ist, sagt Projektleiter Damien Bishop. „Deshalb konnten wir jetzt so schnell handeln. Wir waren zu richtigen Zeit mit dem richtigen Fachwissen am richtigen Ort“. Die GIZ stattete beispielweise eine Quarantänestation mit drei neuen Krankenwagen aus und sicherte so den Betrieb des regionalen Behandlungszentrums für Infektionskrankheiten. Zudem hat das Projekt – wie in Malawi und weiteren Ländern Afrikas (mehr dazu lesen Sie hier) – Gesundheitspersonal geschult, wie sie hochinfektiöse Krankheiten behandeln und vermeiden, dass sie oder andere Patienten sich anstecken. Zudem klärt die GIZ die Bevölkerung über Ansteckungsrisiken und die Bedeutung einer frühzeitigen ärztlichen Behandlung von Infektionskrankheiten auf.  

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Vamos! Kinder in Lateinamerika fit halten – digitale Sportstunde mit ALBA Berlin

Durch die Corona-Pandemie ist die Bewegungsfreiheit von Kindern und Jugendlichen stark eingeschränkt. In den Ländern der Entwicklungszusammenarbeit sind Kinder ohnehin mit schwierigen Lebensumständen konfrontiert – sie trifft es besonders hart. Um die Jugendlichen dennoch zu regelmäßiger Bewegung zu animieren, hat die GIZ zusammen mit dem Basketballverein ALBA Berlin drei Videos des Formats „ALBAs tägliche Sportstunde“ auf Spanisch produziert. Sie erreichen die Kinder in Kolumbien, Ecuador und Paraguay über Social Media Kanäle. In den Videos zeigen kolumbianische Trainer*innen und Jugendtrainer*innen von ALBA Berlin Bewegungsübungen und geben altersgerechte Tipps zu gesunder Ernährung. Kinder und Jugendliche können ohne größeren Aufwand von zuhause aus mitmachen.

Die GIZ vermittelt seit 2015 im Auftrag des Entwicklungsministeriums (BMZ) in Kolumbien den Ansatz „Sport für Entwicklung“. Neben Bewegungsförderung stehen hierbei Gewaltprävention, friedliche Konfliktlösung und die Reintegration von Binnenflüchtlingen im Fokus.

Die Videos sind auf YouTube zu sehen (auf Spanisch).

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Neue Ideen gegen die Pandemie

Mit der Plattform WIDU.africa unterstützt die GIZ im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) Kleinunternehmen in Afrika. Mitglieder der kamerunischen und ghanaischen Diaspora in Deutschland können sich hier gemeinsam mit Unternehmen aus ihren Herkunftsländern um eine Förderung bewerben. Ist der Antrag erfolgreich, erhalten sie neben einem Businesscoaching auch einen finanziellen Zuschuss zu ihren eigenen Investitionen. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie spielen die Bereiche Gesundheit, Ernährung und Transport nun eine besonders wichtige Rolle. Vorschläge aus diesen drei Sektoren können auch ohne Eigeninvestition der Diaspora finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie einen direkten Beitrag dazu leisten, die Auswirkungen der Corona-Pandemie in Ghana und Kamerun abzumildern. 

Mehr dazu erfahren Sie hier.

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Krankenhäuser und Gemeinden entlang der Migrationsrouten unterstützen

Niger ist ein wichtiges Drehkreuz für Migration in Westafrika: Jedes Jahr durchqueren hunderttausende Menschen den Sahel-Staat auf der Suche nach Arbeit, Sicherheit und besseren Lebensbedingungen. Gemeinden fällt es aber schwer, eine ausreichende Gesundheitsversorgung für Migrant*innen, Flüchtlinge und die Lokalbevölkerung zu gewährleisten. Diese Situation wird durch die Coronavirus-Pandemie weiter verschärft. Deshalb hat die GIZ kurzfristig über 25 Krankenhäuser und lokale Gesundheitszentren entlang der Migrationsrouten mit je 100.000 Masken und 100.000 Schutzhandschuhen sowie 21.000 Seifen, 300 Handwaschstationen, 250 Fieberthermometern und Brillen ausgestattet, um medizinisches Personal und Patienten besser vor Ansteckungen zu schützen. Außerdem hilft sie Gemeindemitarbeitern dabei, die Bevölkerung, Migrant*innen und Flüchtlinge über Risiken und Präventivmaßnahmen aufzuklären. Hierzu unterstützt die GIZ die Produktion von Radiobeiträgen und Informationsmaterial in verschiedenen Sprachen. Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) und kofinanziert durch die Europäischen Union (EU) unterstützt die GIZ Gemeinden u.a. dabei, das Wasser-, Bildungs- und Gesundheitssystem auszubauen und die lokale Wirtschaft zu stärken.

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Geschäftsideen gegen Corona marktreif machen

Die Herausforderungen durch Corona erfordern schnelle und wirksame Lösungen – insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern. Das lab of tomorrow (lot), das die GIZ im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) durchführt, setzt hier mit einem Innovationsprozess zur Entwicklung neuer Geschäftsideen an: In einem kurzen, rein digitalen Format entwickeln interdisziplinäre Teams nachhaltige unternehmerische Lösungen als Antwort auf die Krise, die schnell auf den Markt gebracht werden können. Die GIZ stellt ein professionelles Coaching und unterstützt die Pilotierung. Interessierte finden alle wichtigen Infos auf www.lab-of-tomorrow.com/covid-19.

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Online-Plattform für Geschäftschancen nimmt Corona in den Fokus

Das von der GIZ im Auftrag der Bundesregierung betriebene Online-Portal leverist.de dient als Brücke zwischen Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit. Die Idee: Unternehmerische Lösungen mit Herausforderungen in Entwicklungs- und Schwellenländern zusammenzubringen. Ab sofort finden Unternehmen und Akteure der internationalen Zusammenarbeit konkrete Bedarfe und Lösungsansätze in der aktuellen Krise gesammelt auf einer Corona-Themenseite. So werden beispielsweise in Namibia Partnerunternehmen für den Vertrieb von Hygieneprodukten im südlichen Afrika sowie in Ruanda Partner*innen für die Weiterentwicklung einer Covid19-Informationsplattform gesucht. Weitere Infos sowie aktuelle Geschäftsmöglichkeiten unter: https://www.leverist.de/de/covid19.

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Klimaschutz auf digitalem Weg

Die C40 Cities Finance Facility (CFF) ist eine gemeinsame Initiative des Klimaschutz-Städtenetzwerks C40 und der GIZ. Während der Corona-Pandemie sorgt sie dafür, dass Behörden auf digitalem Weg Projekte gegen die globale Erwärmung vorantreiben können. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und mitfinanziert durch internationale Partner setzt die CFF insgesamt 19 ambitionierte Klimaschutzvorhaben in 17 Städten auf drei Kontinenten um.

Mehr dazu lesen Sie hier.

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Systematisches und sicheres Abfallmanagement

Das Coronavirus stellt den Abfallsektor vor neue Herausforderungen, da alternative Entsorgungsmöglichkeiten für Abfälle aus medizinischen Einrichtungen und aus Haushalten, die potenziell infiziert sind, gefunden werden müssen. In China hat die GIZ im Projekt für integrierte klimafreundliche Abfallwirtschaft lokale Lösungen in mehreren Städten und Gemeinden analysiert. In der Region rund um Suzhou im Osten Chinas mit rund 10,7 Millionen Einwohnern wurden etwa 11.000 Abfallbehälter speziell für gebrauchte Gesichtsmasken aufgestellt. Die Stadtverwaltung organisierte ein gesondertes Einsammeln und Entsorgen der Masken durch Mitarbeiter*innen und Fahrzeuge mit zusätzlichem Schutz, um die Gefahr weitere Infektionen zu minimieren. Auch öffentliche Plätze und Waschräume wurden mehrmals am Tag desinfiziert. Mehr zu den Maßnahmen des Projekts können Sie hier lesen.

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Schnelle Hilfe durch Experten

Die „Schnell einsetzbare Expertengruppe Gesundheit“ (SEEG) kann kurzfristig und flexibel auf Krankheitsausbrüche reagieren. Derzeit unterstützt sie Labore in Entwicklungs- und Schwellenländer vor allem darin, COVID-19 zuverlässig zu diagnostizieren. In Namibia baute die SEEG im nationalen Referenzlabor die Labordiagnostik für COVID-19 auf, in Benin erhöhte sie die Laborkapazität kurzfristig. Zudem schulte sie das jeweilige Laborpersonal darin, die Tests durchzuführen. Ähnliche Einsätze sind unter anderem für Lateinamerika in Planung. Gegründet wurde sie als Reaktion auf die Ebola-Epidemie in Westafrika im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) und des Bundesgesundheitsministeriums (BMG).  Das Kernteam ist bei der GIZ angesiedelt und kooperiert mit dem Bernard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) und dem Robert Koch-Institut (RKI), um Ausbrüche von Infektionskrankheiten schneller zu erkennen und darauf zu reagieren. Mehr zur Arbeit der SEEG lesen sie hier im Interview mit dem Mikrobiologen Michael Nagel.

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Sichere Entsorgung, gezielte Tests

In Zeiten von Covid-19 sammeln sich in Krankenhäusern große Mengen von potenziell infizierten Abfällen und Materialien. In Nepal hat die GIZ im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) Standards für einen ordnungsgemäßen und umweltschonenden Umgang mit diesen Materialien entwickelt. Diese Standards werden in 13 Krankenhäuser angewendet, die auf die Bekämpfung von Covid-19 spezialisiert sind. Auch beim Einsatz der begrenzt verfügbaren Tests unterstützt die GIZ die Krankenhäuser. Ein Frühwarnsystem hilft bei der Steuerung der Testkapazitäten. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Auf Facebook gegen Fake News 

Entscheidend für die Eindämmung der Pandemie ist Aufklärung. „In Kambodscha ist Facebook bei weitem das meistgenutzte soziale Medium. Insbesondere dort wird hysterisch und falsch über die Übertragungswege und die Vermeidung einer Coronavirusinfektion und die Komplikationsraten von COVID-19 berichtet“, sagt Projektleiter Bernd Appelt. Deshalb unterstützt die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das kambodschanischen Gesundheitsministerium dabei, Falschinformationen einzudämmen und die Bevölkerung umfassend über Facebook zu informieren. Es werden laufend Botschaften entwickelt, die sowohl auf die kursierenden Gerüchte und Ängste Bezug nehmen als auch die Schutz-, Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten verlässlich erklären.

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Erfinderisch und digital in der Berufsbildung

Wie lernen Auszubildende? Moldau setzt in der dualen Berufsbildung auf digitale Kurse. Wie wichtig das ist, zeigt sich jetzt: Auszubildende bleiben trotz räumlicher Trennung während der Ausgangssperre im Austausch mit ihren Betrieben. „Ausbilderinnen und Ausbilder finden innovative Ansätze, um zum Beispiel Arbeit an den Maschinen per Video zu vermitteln“, erläutert Projektleiterin Oana Vodita: „Im Anschluss besprechen sie die Videoinhalte virtuell mit der Gruppe”. Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) und mit einer Kombifinanzierung der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) unterstützt die GIZ Unternehmen sowie die Industrie- und Handelskammer darin, die Qualität der betrieblichen Ausbildung in Moldau zu verbessern. Dazu gehören auch virtuelle Methoden, die nun bei der Vermittlung der praktischen Inhalte stärker in den Vordergrund rücken. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Formaten berät das Berufsbildungsvorhaben Azubis und Lehrkräfte in Webinaren dabei, ihren Alltag im Zuge der Umstellung auf digitalen Unterricht zu strukturieren. 600 Auszubildende in sieben dualen Lehrgängen profitieren bereits von den Maßnahmen, die auf weitere Betriebe ausgeweitet werden sollen.

Ein anderes Projekt unterstützte vier Unternehmen dabei, ihre Produktion auf medizinische Schutzbekleidung umzustellen. So kann der Bedarf in Moldau durch lokale Herstellung besser gedeckt werden. Mehr dazu lesen sie hier.

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Glück durch Musik

Musikerinnen und Musiker aus Jordanien spielen gegen die Krise an. Die Herausforderung dabei: Jede und jeder musiziert für sich alleine zuhause. Danach werden die Einzelaufnahmen zu einem Video zusammengeführt und im Internet veröffentlicht – jede Woche ein Lied. „In diesen schwierigen Zeiten haben wir Musiker eine Mission für unsere Gemeinschaft“, sagt Ihssan Al-Maani vom Jordanischen Jugendorchester: „Eine Mission, Freude und Glück durch unsere Musik zu verbreiten.“ Das Orchester mit Fagottspieler Al-Maani machte Mitte April den Anfang. Mindestens ein Dutzend jordanische Bands werden bis Juli folgen. Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) hat das Regionalvorhaben SPACE der GIZ die Musikreihe initiiert und betreut die Videoproduktion. „Diese Situation ist für junge Menschen besonders schwierig, da sie jetzt nicht nur in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, sondern auch ihre Möglichkeiten für soziales Engagement extrem erschwert werden“, erklärt Projektleiter Kayed Sagalla. Als kleine Entlastung während der Ausgangssperre in Jordanien erhalten die Musikerinnen und Musiker ein Honorar. Zu sehen sind die Auftritte auf YouTube und Facebook.

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Qualitätssicherung importierter Atemschutzmasken

In Deutschland besteht zur Eindämmung der Pandemie ein großer Bedarf an Schutzausrüstung wie Atemschutzmasken. Die meisten davon werden importiert – allein ein Viertel der weltweiten Produktion stammt aus China. Um die Masken schneller zu beschaffen, akzeptieren deutsche Behörden vorübergehend auch ausländische Sicherheitsnachweise. Aber wie können sie erkennen, ob die eingekauften Masken tatsächlich den EU-Standards entsprechen und die chinesischen Zertifikate echt sind? Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) arbeitet die GIZ seit 2014 in China und weiteren Ländern daran, die Sicherheit und Qualität gehandelter Produkte zu verbessern. Im Zuge der aktuellen Pandemie prüft sie mit chinesischen Partnern für Behörden aus ganz Deutschland, ob die angebotenen Atemschutzmasken halten, was sie versprechen. Anhand eines eigens erarbeiteten Leitfadens kontrolliert die GIZ, ob die Prüfberichte alle notwendigen Informationen enthalten und die Beurteilungen in den chinesischen Datenbanken aufgeführt sind. Abschließend verifizieren chinesische Behörden die Echtheit der Zertifikate.

Nach einer Pilotphase mit niedersächsischen Behörden wurde dieses Angebot Mitte April auf ganz Deutschland ausgeweitet.

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Infektionen schnell und zentral erfassen

Seit Anfang Februar erfasst das digitale Krankheitsüberwachungssystem SORMAS (Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System) auch die Krankheit COVID-19. Derzeit wird es in Nigeria und Ghana angewendet. Das System funktioniert auch auf Mobiltelefonen und erleichtert besonders in Regionen mit schwacher Infrastruktur die Kontrolle von COVID-19-Infektionen. Denn Gesundheitspersonal kann so Informationen über Infizierte und Kontaktpersonen in Echtzeit an Gesundheitsbehörden weitergeben. Diese können dann zeitnah zum Beispiel Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung auslösen. Entwickelt wurde SORMAS vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung; im Auftrag des BMZ und kofinanziert von der EU hat die GIZ die Umwandlung in ein Open-Source-Tool sowie die Verbreitung des Systems und des COVID-19 Moduls in Nigeria und Ghana gefördert. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Schutz für Geflüchtete

Im Nordirak leben allein im Gouvernement Duhok mehr als 370.000 Binnenvertriebene und 83.000 Syrer*innen, die vor dem Terrorregime von ISIS geflohen sind. Sie und die aufnehmenden Gemeinschaften sind von der Coronavirus-Pandemie besonders bedroht. „Umfassende Risikokommunikation und Präventivmaßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung des Virus sind für alle von großer Bedeutung – für die kurdische Bevölkerung und die Menschen in den Flüchtlingslagern ebenso wie für das Gesundheitspersonal, das sie versorgt“, sagt Projektleiter Gunnar Strote. Deshalb hat die GIZ Fortbildungen kurzfristig erweitert und zusammen mit der italienischen Nichtregierungsorganisation AISPO bis Mitte April knapp 900 Ärztinnen und Ärzte, Pflegkräfte und weiteres Krankenhauspersonal umfassend geschult. Ein Schwerpunkt liegt dabei darauf, wie Infektionen vermieden werden können. Ein anderer beschäftigt sich damit, wie erkrankte Menschen gepflegt, behandelt und im Extremfall beatmet werden. Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) unterstützt die GIZ die Regionalregierung seit 2016 dabei, das Wasser-, Bildungs- und Gesundheitssystem auszubauen.

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Gemeinsamer Einsatz 

In Georgien hat die GIZ im Auftrag der EU und des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) im März ein Start-up mit zwölf zusätzlichen Nähmaschinen ausgestattet. Das georgische Wirtschaftsministerium stellte im Anschluss 32 weitere Maschinen zur Verfügung. Das Unternehmen verachtfachte so seine Produktionsmenge und fertigt nun mehrere Tausend Stück Schutzbekleidung pro Tag. 50 der 70 Arbeitsplätze wurden neu geschaffen.

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Mit langem Atem und Lasertechnik

„Yes we breathe“ ist eine von mehreren Sofortmaßnahmen, mit denen das Digitalzentrum in Tunesien zur Pandemiebekämpfung beiträgt. Eine Gruppe um den 23-jährigen Ingenieurstudenten Taha Grach von der Nationalen Ingenieursschule in Sousse (ENISO) entwickelte innerhalb kürzester Zeit ein einfach zu produzierendes Beatmungsgerät, um den zu erwartenden Engpass an tunesischen Krankenhäusern abfedern. Medizinier*innen haben den Prototypen zur Nutzung freigegeben. „Wir haben alle Tests mit gutem Ergebnis bestanden“, sagt Grach. Das gilt auch für die medizinischen Schutzmasken, die er und sein Kollege entworfen haben. Erst nutzten sie 3D-Drucker, doch das ging zu langsam. Mit einem neuen Design und Lasertechnologie wurde die Herstellungszeit von eineinhalb Stunden pro Maske auf zwei Minuten reduziert. 300 Stück fertigen sie inzwischen täglich für Krankenhäuser an.

Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) hat die GIZ das Digitalzentrum in Tunesien seit Ende 2019 aufgebaut und im März auch eine Gruppe aus Forscher*innen und Start-ups unterstützt: Diese programmierte innerhalb weniger Tage ein neues Diagnostikmodell, das  Künstliche Intelligenz nutzt und die vom Coronavirus ausgelöste Krankheit COVID-19 anhand von Röntgenbildern der Lunge innerhalb von 15 Sekunden nachweist. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Quizzen gegen die Ansteckungsgefahr

Ein Telefonquiz zur Corona-Prävention: Das ist eine Idee von vier GIZ-Kolleg*innen, die sie Ende März beim Hackathon der Bundesregierung eingereicht haben. Gerade in Afrika, wo nur gut ein Drittel der Bevölkerung einen Internetanschluss, aber ein Großteil einen Mobilfunkvertrag hat, können so Schutzmaßnahmen einfach vermittelt werden. „Das Telefonquiz funktioniert auf einfachsten Mobiltelefonen. Nach Anruf der Hotline navigieren die Nutzerinnen und Nutzer durch Tastendrücken spielerisch durch die Quizfragen“, erklärt Lars Wannemacher. „Call vs. Corona“ ist eine der 20 Initiativen, die beim Hackathon aus 1.500 Vorschlägen ausgewählt wurden. Der frei zugängliche Service kommt insbesondere auch Analphabet*innen zugute. Mehr dazu lesen Sie hier.

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