29.04.2020

Mehr Daten, bessere Hygiene: Nepals Krankenhäuser rüsten sich gegen die Pandemie

Der Ausbruch von Covid-19 fordert die Krankenhäuser weltweit. Nepals Kliniken haben deshalb Maßnahmen getroffen – für kurz- und langfristige Verbesserungen.

Als eines der ärmsten Länder Asiens ist Nepal von der Verbreitung von Covid-19 besonders bedroht. Die Ausstattung der Krankenhäuser war bislang nicht auf eine Pandemie ausgerichtet: Es mangelt an notwendiger Technik und Material und an Systemen, um relevante Daten zu erheben. Paul Rückert, Programmleiter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in dem südasiatischen Land arbeitet mit seinem Team und den Partnern daran, das Gesundheitssystem besser aufzustellen: „Unser Ziel ist es, dass die Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden, nicht nur helfen, die Pandemie einzugrenzen. Sie sollen das Gesundheitssystem nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig stärken.“

Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) arbeitet die GIZ zur Verbesserung des Gesundheitssystems in Nepal. Im Projekt entwickelte Ansätze, wie die Beseitigung von infektiösem Abfall, erhalten bei dieser Pandemie eine zentrale Rolle. Bereits Anfang des Jahres wurden Leitlinien an die neuen Herausforderungen angepasst; sie legen die Standards für den ordnungsgemäßen und sicheren Umgang mit potenziell infizierten Abfällen und Materialien fest.

Materialien wie Plastik werden nicht verbrannt, sondern desinfiziert und danach umweltschonend entsorgt. Das Projekt unterstützt die Regierung, die neuen Richtlinien landesweit in den 13 Krankenhäusern umzusetzen, die auf die Behandlung von Covid-19 spezialisiert sind. Dafür stellt es notwendige Geräte zur Verfügung und schult das Personal. 

Auch in Nepal ist die Zahl der möglichen Tests auf das Coronavirus begrenzt. Deshalb müssen vorhandene Kapazitäten gezielt eingesetzt werden. Hierfür wurde ein bestehendes Frühwarn-System für übertragbare Krankheiten erweitert und verbessert. Täglich aktualisierte Daten von Verdachtsfällen und die daraus anschließende Verfolgung von Kontaktpersonen helfen, das Krisenmonitoring zu verbessern. Krankenhäuser erfassen und übermitteln Daten von Patient*innen mit Symptomen, die auf eine Corona-Infektion hinweisen. Wird ein Anstieg des Krankheitsbildes in einer Einrichtung verzeichnet, werden die so identifizierten Verdachtsfälle getestet, um Ausbrüche frühzeitig zu erkennen und einzudämmen. 

Das Überwachungssystem, das speziell für die Corona-Pandemie weiterentwickelt wurde, kann in Zukunft wichtige Informationen über die Ausbreitung vieler anderer Erkrankungen, wie zum Beispiel Dengue und Cholera liefern. So kann ein solches epidemiologisches Frühwarnsystem auch auf lange Sicht zu Verbesserungen im nepalesischen Gesundheitssystem beitragen.