22.11.2018

Interviewangebot zur Weltklimakonferenz – Wie die GIZ mit Mangroven und Reis die Anpassung an den Klimawandel in Vietnam unterstützt

Wie die GIZ mit Mangroven und Reis die Anpassung an den Klimawandel in Vietnam unterstützt

Wetterextreme, Stürme, steigende Meeresspiegel – viele Länder sind von den Auswirkungen des Klimawandels schon jetzt direkt betroffen. So auch Vietnam: Mit 3.400 Kilometern Meeresufer ist der asiatische Küstenstaat zunehmend Wetterextremen ausgesetzt – vor allem das Mekong-Delta, das als „Reiskammer Asiens“ rund 245 Millionen Menschen weltweit mit Reis versorgt. Doch wenn Fluten oder Stürme Wasser auf die flachen Felder spülen, sind diese auf Jahre hin unbrauchbar. Die damit einhergehenden Ernteverluste bedrohen die Existenz der rund 17 Millionen Menschen, die in der Mekong-Region leben. 

Starke Wurzeln für den Küstenschutz

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und gemeinsam mit dem Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung Vietnams unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH fünf Mekong-Provinzen dabei, sich besser vor dem steigenden Meeresspiegel und Extremwetterereignissen zu schützen. Zum Beispiel durch die Anpflanzung von Mangrovenwäldern: Die Wurzeln der Mangroven graben sich tief in den Schlamm und halten den Boden fest. Diese natürlichen Wellenbrecher waren in Vietnam fast vollständig verschwunden – die Bäume wurden als Brennholz genutzt oder verkauft. In nur vier Jahren wurden zusammen mit den Küstenbewohnern bisher mehr als 600 Hektar – das entspricht einer Fläche von 840 Fußballfeldern – Mangrovenwald wiederaufgeforstet. Damit konnte die Küstenlinie um bis zu 180 Meter in das Meer verlagert werden. So kann das Land Stürmen und Überflutungen besser standhalten. 

Neue Sorten und nachhaltiger Reisanbau 

Der Klimawandel bedroht auch die landwirtschaftliche Produktion des Deltas: Durch Überschwemmungen, veränderte Niederschlagsmuster und Dürren werden die Böden zunehmend salziger. Die Reisbauern benötigen deshalb Reissorten, die salz- und hochwassertoleranter sind und gleichzeitig schnell wachsen, um das Risiko von Ernteverlusten zu reduzieren. Die GIZ berät die Bauern bei der Einführung neuer und längst vergessener Sorten – und schulte bereits 3.000 Landwirte in nachhaltigen Anbautechniken. Durch die Unterstützung konnten die Reisbauern ihr Einkommen um durchschnittlich 40 Prozent steigern. 

Für telefonische Interviews steht Ihnen die GIZ-Expertin Silke Bommersheim in KW 48 und KW 49 zur Verfügung. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die GIZ Pressestelle.