Als Dienstleisterin der internationalen Zusammenarbeit hat die GIZ eine Vorbildfunktion für verantwortungsvolles Handeln. Wir wollen eine Welt mitgestalten, die künftigen Generationen ein Leben in Sicherheit und Würde ermöglicht. Für uns als Unternehmen bedeutet das: Wir organisieren unsere betrieblichen Prozesse nachhaltig.
Auf nachhaltigem Kurs: konsequent weiter
Nachhaltigkeit ist der Schlüssel zu guten Lebensbedingungen weltweit. Sie ist auch ein zentraler strategischer Faktor für die Zukunft unseres Unternehmens. Mit unserem neuen Nachhaltigkeitsprogramm setzen wir den Weg zur Treibhausgasneutralität konsequent fort.
2025 haben wir unser Nachhaltigkeitsprogramm umfassend aktualisiert und damit ein neues Kapitel auf unserem Weg zur Treibhausgasneutralität aufgeschlagen. Das Programm umfasst den Zeitraum von 2026 bis 2030. Die Erfahrungen aus dem Vorgängerprogramm ermöglichen es uns, noch fokussierter umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben: Bis spätestens 2050 wollen wir als Unternehmen in allen Bereichen – wie etwa dem Betrieb unserer Büros oder unseren Dienstreisen – treibhausgasneutral sein.
Das neue Programm steht für Kontinuität: Die zentralen Themen des Nachhaltigkeitsprogramms 2021–2025 führen wir fort. Gleichzeitig sind während der Laufzeit bis 2030 flexible Anpassungen möglich, um zum Beispiel auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren.
Nachhaltigkeit als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor
Betriebliche Nachhaltigkeit, insbesondere mit Blick auf den Klimaschutz, ist für uns eine Frage der Glaubwürdigkeit. Wir handeln nachhaltig und steigern zugleich unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit: eine wichtige Voraussetzung, um in Zeiten begrenzter Ressourcen und wachsender globaler Herausforderungen eine wirksame und effiziente technische Zusammenarbeit zu gewährleisten. Nachhaltigkeit im Unternehmen umzusetzen und kontinuierlich strategisch weiterzuentwickeln, ist daher ein zentraler Bestandteil der GIZ-Unternehmensstrategie.
„Nachhaltigkeit ist das Leitprinzip der GIZ und damit ein entscheidender Faktor für die Umsetzung unserer Unternehmensstrategie. Durch ein effizientes und wirksames Nachhaltigkeitsprogramm schaffen wir eine glaubwürdige Basis für die Transformation der GIZ.“
Schwerpunkte des Nachhaltigkeitsprogramms
Das Nachhaltigkeitsprogramm 2030 konzentriert sich auf drei Handlungsfelder:
- Klima & Energie
- Mensch & Arbeitswelt
- Daten & Wirtschaftlichkeit
Konkret bedeutet das:
- Bis spätestens 2050 wollen wir unser Geschäftsmodell treibhausgasneutral organisieren.
- Als Arbeitgeberin schaffen wir ein diverses, diskriminierungsfreies und inklusives Arbeitsumfeld – und unterstützen als Auftraggeberin auch unsere Lieferanten dabei, Menschen- und Arbeitsrechte zu wahren.
- Unsere ESG-Prozesse digitalisieren wir konsequent weiter, um unsere Nachhaltigkeitsleistung zielgerichtet und effizient steuern zu können.
Indem wir klar priorisieren und Verantwortlichkeiten in der Unternehmensleitung und den zentralen Geschäftsbereichen eindeutig zuweisen, setzen wir das Programm wirksam und effizient um. Die Fortschritte in allen drei Handlungsfeldern verfolgen wir messbar nach und dokumentieren sie nach außen.
Treibhausgasemissionen: unsere Ziele bis 2030
Klima & Energie ist eines von drei Handlungsfeldern des Programms. Auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität haben wir uns ambitionierte Zwischenziele gesetzt: Bis 2030 wollen wir unsere direkten Emissionen von Treibhausgasen (THG), zum Beispiel aus unternehmenseigenen Fahrzeugen, gegenüber 2019 um 46 Prozent senken, die indirekten Emissionen, etwa durch Dienstreisen, um 27 Prozent. Diese Ziele haben wir im Einklang mit den Anforderungen der Science Based Targets initiative (SBTi) entwickelt. Sie hat bereits den Reduktionspfad unseres vorherigen Nachhaltigkeitsprogramms mit Blick auf das Pariser Klimaabkommen validiert.
Klimatransformation von Unternehmen
Die Science Based Targets initiative (SBTi) begleitet Unternehmen bei der Transformation zur Treibhausgasneutralität. Weltweit haben bereits 10.000 Unternehmen ihre Klimaziele von der SBTi wissenschaftlich validieren lassen. Konkret prüfen Expert*innen der SBTi, ob die angestrebten Reduktionsziele mit dem Pariser Klimaabkommen kompatibel sind. Teilnehmende Organisationen verpflichten sich, ihre Klimadaten systematisch zu erheben und offenzulegen. Fortschritte müssen transparent gemacht und jährlich veröffentlicht werden.
weniger direkte Treibhausgasemissionen: die Klimabilanz der GIZ seit 2019
Wichtige Zwischenziele erreicht
2025 haben wir bereits wichtige Zielmarken erreicht. Nach der vorläufigen Schätzung der Daten* für den Nachhaltigkeitszyklus 2021–2025 liegen wir bei der Reduktion der Treibhausgasemissionen voll auf Kurs. Sowohl der SBTi-Zielpfad für die Minderung direkter Emissionen von 30 Prozent (bezogen auf 2019) als auch die Reduktion der indirekten Emissionen von 10 Prozent werden erreicht.
* Die finale Auswertung der Klima- und Umweltdaten 2025 liegt erst im Sommer 2026 vor.
Fokus auf die größten THG-Emittenten
Die direkten Treibhausgasemissionen entstehen primär in unseren Liegenschaften und durch unsere Fahrzeuge. Die größten Einsparpotenziale liegen dabei in den Partnerländern. Der GIZ-Vorstand hat deswegen eine betriebliche Initiative ins Leben gerufen, die dezidiert Klimaschutzmaßnahmen in unseren Büros weltweit fördert. Bei der Umsetzung sind wir 2025 einen entscheidenden Schritt vorangekommen.
Nach einer erfolgreichen Pilotphase haben wir die Initiative 2025 auf die Büros mit den höchsten Emissionen ausgeweitet. Insgesamt beteiligen sich nun 17 Länder, darunter große Emittenten wie Indien, Äthiopien und Südafrika. Die Büros können unbürokratisch und schnell klimafreundliche Technologien installieren – etwa Solaranlagen oder emissionsarme Klimaanlagen. Auch Carpool-Modelle, der Umstieg auf Elektrofahrzeuge, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden sowie der Bezug von grünem Strom verbessern die Klimabilanz. Die teilnehmenden Büros entscheiden selbst, was sie umsetzen, und stellen ihre Erfahrungen unternehmensweit zur Verfügung.
3 Fragen an Stefan Roth
„Mit unserer Solaranlage sind wir in Ghana Vorreiter.“
Stefan Roth ist Leiter Finanzen und Administration im Landesbüro Ghana. Im Interview erklärt er, wie die GIZ mit Solarmodulen auf dem Terrassendach ein Zeichen setzt.
Was hat das Landesbüro in Accra getan, um Treibhausgasemissionen einzusparen?
2025 haben wir eine neue, deutlich größere Photovoltaikanlage installiert. Die bereits vorhandenen Solarmodule vom Dach des Landesbüros – eine ältere, weniger leistungsstarke Anlage – haben wir auf einem Carport und einer überdachten Terrasse weiterverwendet.
Dadurch können wir inzwischen mehr als 60 Prozent unseres Strombedarfs aus Solarenergie decken. Ergänzend dazu haben wir begonnen, unsere Fahrzeugflotte schrittweise auf Elektroautos umzustellen.
Der Einfluss von indirekten Emissionen – sogenannten Scope-3-Emissionen – stellt für die GIZ eine besondere Herausforderung dar. Dazu zählen unter anderem Dienstreisen per Flugzeug, die für die Leistungserbringung der GIZ in vielen Fällen notwendig sind. Um die Mobilität zu optimieren, haben wir einen sogenannten „Treibhausgas-Budget-Ansatz“ (THG-Budget) eingeführt. Dieses freiwillige Transparenzinstrument richtet den Blick gezielt auf die Reduktion der Flugemissionen und stärkt das Umweltbewusstsein der Mitarbeitenden und Führungskräfte.
Den ersten Jahreszyklus des THG-Budgets haben wir 2025 abgeschlossen. Daran nahmen unterschiedliche Abteilungen teil, die rund ein Drittel der im Inland verursachten Flugemissionen ausmachen. Das Ergebnis: Die Einheiten übertrafen ihre selbst gesetzten Reduktionsziele von durchschnittlich knapp sieben Prozent deutlich. Im Schnitt gelang es ihnen, ihre Treibhausgasemissionen durch Flugreisen um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu senken. Ausschlaggebend für die positive Bilanz war zum einen, dass insgesamt weniger Strecken geflogen wurden. Zum anderen setzten Mitarbeitende auf Langstrecken noch stärker als bisher auf Economy- und Premium-Economy-Flüge. Sie gelten als emissionsärmer, weil die Emissionen eines Fluges auf mehr Passagiere mit weniger Platzbedarf verteilt werden. Ein klarer Erfolg im Sinne unserer Klimaziele.