Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social (BNDES)
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2018
Brasilien. Biologisch angebaute Kakaofrucht. (Foto Raquel Agra) © GIZ

Ausgangssituation
Etwa die Hälfte der brasilianischen Treibhausgasemissionen entsteht durch veränderte Bodennutzung und Entwaldung. Gleichzeitig ist der Amazonasregenwald, als weltweit größter Wald mit einer Fläche von 5,2 Millionen Quadratkilometern, eine der größten natürlichen Kohlenstoffsenken.

Um Treibhausgasemissionen weltweit zu reduzieren, wurde im Rahmen der Klimarahmenkonferenz der Vereinten Nationen das Klimafinanzierungsmodell REDD+, Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung, entwickelt. Der 2008 gegründete Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz gilt bis dato als erfolgreichster nationaler REDD-Finanzmechanismus. Internationale Geber zahlen für nachweislich erreichte Entwaldungsreduzierung in den Fonds ein. Seit Inkrafttreten des Entwaldungsbekämpfungsplans für Amazonien (2004) konnte die jährliche Entwaldung von mehr als 27.700 auf knapp über 5.800 Quadratkilometer (2015) gesenkt werden, eine Reduzierung von 70 Prozent.

Brasilien verpflichtet sich, die Gelder auch weiterhin für die Entwaldungsbekämpfung im brasilianischen Amazonasgebiet einzusetzen, ein direkter Beitrag zum Ziel des nationalen Klimaschutzplans, die Entwaldung bis 2020 um 80 Prozent zu reduzieren.

Aktuell verfügt der Amazonienfonds über mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Im Rahmen der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris wurden bis 2020 weitere Mittel in Höhe von 600 Millionen US-Dollar von Norwegen und 100 Millionen Euro von Deutschland zugesichert. Deutschland unterstützte den Amazonienfonds durch die KfW Entwicklungsbank bisher mit 21 Millionen EUR.

Der Amazonienfonds wird von der brasilianischen staatlichen Entwicklungsbank für Wirtschafts- und Sozialentwicklung (BNDES) verwaltet; was die Eigenverantwortung der brasilianischen Regierung gegenüber dem Fonds gewährleitet. Die Beteiligung staatlicher, bundesstaatlicher und zivilgesellschaftlicher Schlüsselakteure an Entscheidungsprozessen sichert eine partizipative Verwaltung des Fonds.

Ziel
Der Amazonienfonds hat seine Performance qualitativ und quantitativ verbessert.

Brasilien. Schutzgebiet Serra Geral do Tocantins (Foto: Vanessa Oliveira) © GIZ

Vorgehensweise
Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) berät die GIZ vor allem das Amazonienfonds-Team der BNDES, aber auch dezentral potenzielle Antragsteller in den Bundesstaaten Amazoniens. Das Kooperationsprojekt wird von der norwegischen Regierung bis voraussichtlich 2018 mit 3,45 Millionen Euro kofinanziert.

Wirkungen – Was bisher erreicht wurde

  • Mittelvergabe und Projektportfolio des Fonds konnten konsolidiert und deutlich verbessert werden: 2010 unterstützte der Fonds 13 Projekte mit einer Ausschüttung von fünf Millionen US-Dollar, 2016 waren es bereits 85 Projekte mit einer Ausschüttung von fast 253 Millionen US-Dollar.

  • Die GIZ unterstützte den Amazonienfonds bei neuen strategischen Themen: Registrierung der Landbesitzer beim brasilianischen Umweltregister CAR, Projekte zu nachhaltigen Produktionssystemen (APS) sowie Umweltmanagement in indigenen Schutzgebieten (PGTAs). 2016 unterstütze der Fonds 13 CAR-Projekte im Wert von 65 Millionen US-Dollar, mehr als 36 APS-Projekte im Wert von 46 Millionen US-Dollar und 5 PGTAs-Projekte im Wert von 2 Millionen US-Dollar.

  • Die Qualität der Projektanträge und die Umsetzung von Projekten wurden verbessert. Dies zeigt die gestiegene Anzahl bewilligter Projekte zur technischen Analyse durch den Amazonienfonds. Während in der ersten öffentlichen Ausschreibung (zu APS) 12 Prozent aller Anträge bewilligt wurden, waren es in der zweiten Ausschreibung (zu PGTAs) bereits 32 Prozent. Technische Kompetenzen von Umsetzungsorganisationen wurden zudem durch Veranstaltungen zum Erfahrungsaustausch gestärkt. Mithilfe der GIZ wurden außerdem Schulungen für Projektplanung und -durchführung sowie für Wirkungsmonitoring und Evaluierung entwickelt und durchgeführt.

  • 2016 wurden zudem die ersten 4 Ex-post-Projektevaluierungen durchgeführt, weitere sind für 2017 geplant. Die GIZ wird den Fonds außerdem dabei unterstützen, eine Gesamtevaluierung durchzuführen, damit nach den 8-jährigen Bestehen Aussagen über seine Wirkung getroffen werden können.

Brasilien. Registrierung von Landbesitzern beim brasilianischen Umweltregister (CAR) © GIZ

Kontakt

Helmut Eger
giz-brasilien@giz.de