Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social (BNDES) – Brasilianische Nationalbank für wirtschaftliche und soziale Entwicklun
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2021

Brasilien. Biologisch angebaute Kakaofrucht. (Foto Raquel Agra) © GIZ

Ausgangssituation

Brasilien will mit seiner Klimaschutzpolitik künftig der weiteren Zerstörung der Wälder im Amazonasgebiet Einhalt gebieten und strebt darüber hinaus eine Senkung der CO 2 -Emissionen bis 2030 um 43 Prozent an. Die regionalen Maßnahmen des Aktionsplans zur Verhütung und Begrenzung der Entwaldung im legalen Amazonasgebiet (PPCDAm) haben dazu beigetragen, die jährliche Entwaldungsrate von 27.772 km² im Jahr 2004 auf 7.536 km² im Jahr 2018 zurückzuführen. Dies entspricht einem Minus von 73 Prozent. 2018 stieg die Entwaldungsrate jedoch im Vergleich zumVorjahr um 8 Prozent an.

Der 2008 von der brasilianischen Regierung gegründete Amazonienfonds gilt als der weltweit erfolgreichste, ergebnisorientierte nationale Finanzierungsmechanismus für REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation and the role of conservation, sustainable management of forests and enhancement of forest carbon stocks in developing countries). Bisher hat der Fonds für die nachgewiesenen Erfolge bei der Verringerung der Entwaldungsrate von den internationalen Gebern 1,29 Milliarden US-Dollar erhalten.

Dabei ist Norwegen mit 1,21 Milliarden US-Dollar der größte Geber des Amazonienfonds. Deutschland
hat über die KfW-Entwicklungsbank bisher rund 55 Millionen Euro beigesteuert.

Der Amazonienfonds wird von der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES verwaltet. Die strategischen Entscheidungen über die Verwendung der Fondsmittel werden vom Lenkungsausschuss getroffen, dem Akteure der brasilianischen Bundesstaaten, des Bundes und der Zivilgesellschaft angehören. Somit liegen die Zuständigkeit und die Verantwortung für die Ergebnisse der Fondstätigkeit ausschließlich bei Brasilien.

Ziel

Mithilfe des Amazonienfonds werden die nationalen und internationalen Verpflichtungen im Hinblick auf die Reduzierung der Entwaldung und die nachhaltige Entwicklung des Landes wesentlich besser erfüllt.

Feuerwehrbrigaden

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) das für den Amazonienfonds verantwortliche Team der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES. Darüber hinaus unterstützt die GIZ Durchführungsorganisationen und potenzielle Antragsteller in den Bundesstaaten des Amazonasgebiets. Ferner werden Projektbegünstigte im Rahmen von Evaluierungen direkt von der GIZ beraten.

Das EZ-Vorhaben wird von der norwegischen Regierung kofinanziert.

Wirkungen

  • Erhöhung der Mittel: 2010 hat der Fonds nur 13 Projekte mit von 5 Millionen US-Dollar gefördert; 2019 waren es bereits 103 Projekte, die Fördermittel in Höhe von 469 Millionen US-Dollar erhielten (Stand Juni 2019).
  • Die Fördermittel flossen dabei in neue strategische Bereiche, nämlich die Entwicklung von nachhaltigen Produktionsweisen, das Umweltmanagement in indigenen Schutzgebieten sowie den Aufbau des brasilianischen Umweltregisters CAR. 2017 kamen öffentliche Ausschreibungen für Aufforstungsprojekte sowie Vorhaben zum Aufbau von nachhaltigen Wertschöpfungsketten im Gesamtvolumen von 94 Millionen US-Dollar hinzu. Zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung von Siedlungen (in Einklang mit der Agrarreform) und zur Stärkung der Kapazitäten der mit der Eindämmung der Entwaldung beauftragten Bundesinstitutionen wurden neue Fördermöglichkeiten geschaffen. Die GIZ hat die Ausschreibungen mit Workshops und E-Learning-Angeboten für potenzielle Bewerber unterstützt.
  • Außerdem hat die GIZ die Projektdurchführung durch Capacity-Development-Maßnahmen wie Präsenz-Workshops und virtuelle Schulungen auf einer E-Learning-Plattform gefördert. Darüber hinaus wurden Lernmaterialien wie z. B. ein Monitoring-Handbuch erstellt. 102 Personen wurden bereits geschult, und verschiedene größere Projekte wurden von dem Vorhaben bei der Bewältigung von Engpässen in der Projektdurchführung direkt beraten. Dadurch konnten die finanzielle Umsetzung um 45 Prozent und der Auszahlungen auf Projektebene um 21 Prozent gesteigert werden. Bei der staatlichen Institution zur Begrenzung der Entwaldung IBAMA (brasilianisches Institut für Umwelt und erneuerbare natürliche Ressourcen) sind die Auszahlungen um 84 Prozent gestiegen.
  • Durchführung von Evaluierungen: Die GIZ hat die Ex-post-Evaluierung von sechs abgeschlossenen Projekten begleitet. Die Evaluierungen haben ergeben, dass die Projekte einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung der Entwaldung sowie zur Wiederherstellung von degradierten Flächen geleistet haben. Ein Projekt hat einen regionalen Markt für Setzlinge aufgebaut, die für die Aufforstung von degradierten Waldflächen eingesetzt werden. Damit wurde der Grundstein für ein nachhaltiges lokales Produktionssystem gelegt. Ein weiteres Projekt hat nachhaltige Produktionsketten in 16 Schutzgebieten gestärkt und beispielsweise das Handwerk zur Verbesserung des Einkommens von Frauen gefördert. Derzeit wird eine erste thematische Evaluierung durchgeführt, die eine wissenschaftliche, eine technische und eine innovationsbezogene Komponente sowie eine Gesamtbewertung des Amazonienfonds umfasst; sie soll im Oktober 2019 abgeschlossen werden.
Landkarte Projekte FA 2019