Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die norwegische Regierung 
Land: Brasilien
Politischer Träger: Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social (BNDES) – Brasilianische Entwicklungsbank für Wirtschafts- und Sozialentwicklung
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2021

Brasilien. Biologisch angebaute Kakaofrucht. (Foto Raquel Agra) © GIZ

Ausgangssituation

Brasiliens nationale Klimaschutzpolitik sieht vor, die Entwaldung in Amazonien auf Null und die nationalen CO2-Emissionen um 43 Prozent bis 2030 zu reduzieren. Regionale Maßnahmen, die der Plan zur Prävention und Kontrolle von Entwaldung in Amazonien (Plan for the Prevention and Control of Deforestation in the Legal Amazon, PPCDAm) vorsieht, haben dazu beigetragen, dass die jährliche Entwaldungsrate von 27.772 km² im Jahr 2004 auf 7.900 km² im Jahr 2018 (bis Juli) gesenkt wurde. Dies entspricht einer Reduktion von 72 Prozent. Im Zeitraum von August 2017 bis Juli 2018 ist die Entwaldung, im Vergleich zum äquivalenten Zeitraum 2016-2017, um 13,72% angestiegen. 

Im Jahr 2008 hat die brasilianische Regierung den Amazonienfonds gegründet. Er gilt heute als weltweit erfolgreichster, ergebnisbasierter nationaler Finanzierungsmechanismus für die Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation and the role of conservation, sustainable management of forests and enhancement of forest carbon stocks in developing countries, REDD+). 

Von internationalen Gebern hat der Amazonienfonds bereits 1.288.000.000 US-Dollar für nachweislich geringere Entwaldung erhalten. Norwegen ist mit 1.212.000.000 US-Dollar der größte Geber. Von deutscher Seite überwies die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bisher 55.000.000 Euro.

Die brasilianische Entwicklungsbank (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social, BNDES) verwaltet den Amazonienfonds, wodurch die Eigenverantwortung der brasilianischen Regierung gewährleistet wird. Dadurch, dass staatliche, bundesstaatliche und zivilgesellschaftliche Schlüssel-akteure in Entscheidungsprozesse eingebunden sind, wird sichergestellt, dass der Fonds mit breitgefächerter Ownership verwaltet wird.

Ziel

Der Amazonienfonds hat seine Performance qualitativ und quantitativ verbessert.

Feuerwehrbrigaden

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) berät die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH vor allem die Beschäftigten des Amazonienfonds der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES. Dezentral werden weitere mögliche Antragsteller sowie Durchführungsorganisationen und im Rahmen der Evaluierungen ebenfalls die direkt von den Projekten Begünstigten - hauptsächlich in den Bundesstaaten Amazoniens - beraten.

Das Kooperationsprojekt wird von der norwegischen Regierung bis Dezember 2021 mit 6.600.000 Euro kofinanziert.

Wirkungen

Folgende Wirkungen wurden bisher erzielt: 

Mittelvergabe und Projektportfolio des Fonds wurden konsolidiert und deutlich verbessert: 2010 unterstützte der Fonds 13 Projekte mit 5.000.000 US-Dollar, im Jahr 2019 sind es bereits 103 unterstützte Projekte, an die 460.000.000 US-Dollar ausgeschüttet wurden (Stand: Februar 2019).

  • Das Vorhaben hat die Integration neuer strategischer Themen ins Projektportfolio des Amazonienfonds gefördert, wie etwa Umweltmanagement in indigenen Schutzgebieten oder das brasilianische Umweltregister Cadastro Ambiental Rural (CAR). 2017 kamen Ausschreibungen zur Förderung nachhaltiger und inklusiver Wertschöpfungsketten und Wiederaufforstung entwaldeter Flächen hinzu, mit einem Gesamtwert von 94.000.000 US-Dollar. Förderlinien wurden eröffnet für die nachhaltige Entwicklung von Siedlungen der Agrarreform, sowie zur Stärkung der Kapazitäten bundesstaatlicher Behörden für die Entwaldungskontrolle. Die Ausschreibungen wurden durch Workshops für Antragsteller sowie deren Online-Übertragung. 
  • Die Verbesserung der Projektumsetzung unterstützte die GIZ durch Kompetenzentwicklung mittels Schulungen vor Ort und über eine E-learning Plattform. Außerdem wurden Schulungsmaterialien, wie ein Monitoring-Leitfaden produziert. Bisher wurden bereits 102 Personen geschult. Größere Projekte mit Problemen in der Umsetzung wurden direkt beraten. Diese Direktberatungen haben zu einer durchschnittlichen Steigerung der finanziellen Umsetzung der betroffenen Projekte von 45 Prozent und in Folge zu einer erhöhten Mittelabfrage der Projekte beim Amazonienfonds von 21 Prozent geführt. Im Fall der Entwaldungskontrollbehörde (Brazilian Institute of Environment and Renewable Natural Resources, IBAMA), stieg die Mittelabfrage um 84 Prozent.
  • Mithilfe der GIZ wurden sechs ex-post-Evaluierungen von abgeschlossenen Projekten durchgeführt. Sie zeigten signifikante Beiträge zur Verringerung der Entwaldung und Wiederherstellung degradierter Flächen auf. Während ein Projekt einen regionalen Markt für Sämlinge zur Wiederaufforstung einrichtete und so den Grundstein für ein nachhaltiges lokales Produktionssystem legte, stärkte ein anderes Projekt nachhaltige Wertschöpfungsketten in 16 Schutzgebieten, darunter auch die Herstellung von Kunsthandwerk zur Förderung des Einkommens von Frauen. Eine Gesamtevaluierung des Amazonienfonds nach 10-jährigem Bestehen wird bis Ende 2019 abschlossen sein.
Landkarte Projekte FA 2019