Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social (BNDES)
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2016
Brasilien. Biologisch angebaute Kakaofrucht. (Foto Raquel Agra) © GIZ

Ausgangssituation
Etwa die Hälfte der brasilianischen Treibhausgasemissionen entsteht durch veränderte Bodennutzung und Entwaldung. Um Emissionen weltweit zu reduzieren, wurde das UN-Klimafinanzierungsmodell REDD+ entwickelt. Der brasilianische Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz gilt als erfolgreiches Beispiel, wie dieses Modell in die Praxis umgesetzt werden kann. Internationale Geber zahlen für nachweisliche erreichte Verringerung der Entwaldung in den Fonds ein. Brasilien verpflichtet sich, die Gelder für die weitere Entwaldungsbekämpfung im brasilianischen Amazonasgebiet einzusetzen. Die brasilianische staatliche Entwicklungsbank für Wirtschafts- und Sozialentwicklung (BNDES) managt den Fonds; Deutschland und Norwegen sind Haupteinzahler.

Ende April 2016 ist der Amazonienfonds, im Vergleich zu anderen Klimafonds, weltweit führend. Herausforderungen sind weiterhin die Ausbau der Managementkompetenzen der Antragsteller sowie die Bewertung der Wirkungen des Fonds.

Ziel
Der Amazonienfonds hat seine Performance qualitativ und quantitativ verbessert.

Brasilien. Biologisch angebaute Babaçu-Nuss. (Foto Werner Rudhart) © GIZ

Vorgehensweise
Die GIZ berät vor allem das Amazonienfonds-Team des BNDES. Potenzielle Antragsteller werden dezentral in den Bundesstaaten Amazoniens beraten. Beratungsleistungen sind:

  • Durch Ermittlung neuer Förderansätze wird das Portfolio des Fonds erweitert.
  • Projekteanträge an den Fonds werden verbessert.
  • Weiterbildungsmaßnahmen für Projektplanung und -umsetzung sowie für Wirkungsmonitoring und -evaluierung stärken die Projektträger.
  • Methoden für programmübergreifendes Wirkungsmonitoring und -evaluierungen werden entwickelt.
  • Wissen über Projektregionen und -management wird vom Kooperationsprojekt für das Team des Amazonienfonds aufbereitet und verbreitet.
  • Die institutionelle und finanzielle Nachhaltigkeit des Fonds wird unterstützt.

Das Kooperationsprojekt wird von der norwegischen Regierung kofinanziert.

Wirkung

  • Verbesserte Projektanträge und erhöhte Mittelausschüttung
    Die Anträge zur Förderung des brasilianischen Umweltregisters CAR konnten verbessert werden; inzwischen werden 10 Projekte gefördert. Außerdem unterstützte das Projekt die Vorbereitung von Ausschreibungen, zum Beispiel zum Thema Umwelt- und Landmanagement in indigenen Gebieten. Die effektive Mittelvergabe sowie die Anzahl der vom Fonds geförderten Projekte konnten bedeutend erhöht werden: 2010 unterstützte der Fonds 13 Projekte mit einer Ausschüttung von 5 Millionen US-Dollar, 2016 waren es bereits 82 Projekte mit einer Ausschüttung von fast 232 Millionen US-Dollar.
  • Weiterbildungsmaßnahmen
    Eine langfristige Strategie für Fortbildungsmaßnahmen wurde erarbeitet. Sie trägt dazu bei, die wichtigsten Herausforderungen der vom Fonds unterstützten Projekte zu identifizieren. Mithilfe der GIZ werden Schulungen zu Projektplanung und -durchführung sowie zu Wirkungsmonitoring und Evaluierung entwickelt und durchgeführt.
  • Wirkungsmonitoring und -evaluierungen
    Für die Förderthemen bundesstaatliches Feuerwehrmanagement und nachhaltige Wertschöpfungsketten wurden Standardindikatoren und Leitfäden zu Wirkungsmonitoring und -evaluierung entwickelt. Sie tragen dazu bei, dass die Projekte Monitoring, Berichterstattung und Evaluierung auf Grundlage einheitlicher Methoden durchführen können. Die Gesamtwirkung des Amazonienfonds ist so besser nachzuvollziehen.
  • Institutionelle und finanzielle Nachhaltigkeit
    Aktuell verfügt der Amazonienfonds über mehr als 1 Milliarde US-Dollar. International ist der Fonds zu einem anerkannten und attraktiven Instrument zur Finanzierung des Umgangs mit den Folgen des Klimawandels geworden. So wurden dem Fonds im Rahmen der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris weitere 700 Millionen Euro an internationalen Mitteln in Aussicht gestellt.
Langfristig trägt der Fonds durch den Schutz der Wälder sowie durch die nachhaltige Entwicklung Amazoniens zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bei. Finanzierungen durch Fondsmittel:
  • 2015 wurde eine Waldfläche ungefähr von der Größe Manhattans (New York City) wieder aufgeforstet (rund 7.000 Hektar).
  • Mehr als die Hälfte der indigenen Gebiete im Amazonas wurde in der Raumplanung unterstützt. Das entspricht etwa der doppelten Fläche Deutschlands.
  • Das Management von 94 Schutzgebieten auf einer Fläche etwa von der doppelten Größe Irlands wurde verbessert (14 Millionen Hektar).
  • Auf einer Fläche von mehr als 7.000 Hektar wurden neue Naturschutzgebiete eingerichtet.
  • 86.000 Einwohner profitieren von Projekten zu nachhaltigen Produktionssystemen. Mehr als 22.000 Angehörige der indigenen Bevölkerung werden durch Projekte des Amazonienfonds direkt begünstigt. 

Brasilien. Schutzgebiet Serra Geral do Tocantins (Foto Vanessa Oliveira) © GIZ

Kontakt

Helmut Eger
giz-brasilien@giz.de