Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Amazonienfonds für Wald- und Klimaschutz
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Norwegische Internationale Wald- und Klimainitiative (NICFI) durch das Norwegische Außenministerium
Land: Brasilien
Politischer Träger: Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social (BNDES) – Brasilianische Entwicklungsbank für Wirtschafts- und Sozialentwicklung
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2019

Brasilien. Biologisch angebaute Kakaofrucht. (Foto Raquel Agra) © GIZ

Ausgangssituation

Brasiliens nationale Klimaschutzpolitik sieht vor, die Entwaldung in Amazonien bis 2020 um 80 Prozent und die nationalen CO2-Emissionen um bis zu 39 Prozent zu verringern. Regionale Maßnahmen, die der Plan zur Prävention und Kontrolle von Entwaldung in Amazonien (Plan for the Prevention and Control of Deforestation in the Legal Amazon, PPCDAm) vorsieht, haben dazu beigetragen, dass die jährliche Entwaldungsrate von 27.772 km² im Jahr 2004 auf 6.947 km² im Jahr 2017 gesenkt werden konnte. Dies entspricht einem Rückgang von 75 Prozent in diesem Zeitraum.

Im Jahr 2008 hat die brasilianische Regierung den Amazonienfonds gegründet. Er gilt als weltweit erfolgreichster, ergebnisbasierter nationaler Finanzierungsmechanismus für die Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation and the role of conservation, sustainable management of forests and enhancement of forest carbon stocks in developing countries, REDD+). Von internationalen Gebern hat der Amazonienfonds bereits 1,2 Milliarden US-Dollar für nachweislich geringere Entwaldung erhalten. Norwegen ist mit 1,1 Milliarden US-Dollar der größte Geber. Von deutscher Seite überwies die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bisher 55 Millionen Euro.

Die brasilianische Entwicklungsbank für Wirtschafts- und Sozialentwicklung (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social, BNDES) verwaltet den Amazonienfonds, wodurch die Eigenverantwortung der brasilianischen Regierung gewährleistet ist. Dadurch, dass staatliche, bundesstaatliche und zivilgesellschaftliche Schlüsselakteure in Entscheidungsprozesse eingebunden sind, wird sichergestellt, dass der Fonds mit breitgefächerter Ownership verwaltet wird.

Ziel

Der Amazonienfonds hat seine Performance qualitativ und quantitativ verbessert.

Feuerwehrbrigaden

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) berät die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH vor allem die Beschäftigten des Amazonienfonds der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES. Dezentral werden weitere mögliche Antragsteller sowie Durchführungsorganisationen und im Rahmen der Evaluierungen ebenfalls die direkt von den Projekten Begünstigten - hauptsächlich in den Bundesstaaten Amazoniens - beraten.

Das Kooperationsprojekt wird von der norwegischen Regierung bis Dezember 2018 mit 3,45 Millionen Euro kofinanziert.

Wirkungen

Folgende Wirkungen wurden bisher erzielt:

  • Mittelvergabe und Projektportfolio des Fonds wurden konsolidiert und deutlich verbessert: 2010 unterstützte der Fonds 13 Projekte mit fünf Millionen US-Dollar, 2018 waren es bereits 100 Projekte an die fast 426 Millionen US-Dollar ausgeschüttet wurden (Stand: September 2018).
  • Das Vorhaben hat neue strategische Themen gefördert, wie etwa nachhaltige Produktion, Umweltmanagement in indigenen Schutzgebieten oder das brasilianische Umweltregister Cadastro Ambiental Rural (CAR). 2017 kamen Ausschreibungen zur Förderung nachhaltiger und inklusiver Wertschöpfungsketten und Wiederaufforstung entwaldeter Flächen hinzu, mit einem Gesamtwert von 146 Millionen US-Dollar. Förderlinien für die nachhaltige Entwicklung von Siedlungen der Agrarreform sowie zur Stärkung der Kapazitäten bundesstaatlicher Behörden zur Entwaldungskontrolle wurden eröffnet. Die Ausschreibungen wurden durch Planung und Durchführung von Workshops für mögliche Antragsteller in diversen Bundesstaaten sowie durch die online Übertragung dieser Workshops unterstützt.
  • Die Verbesserung der Projektumsetzung unterstützte die GIZ durch Schulungen vor Ort und virtuelle Maßnahmen der Kompetenzentwicklung über eine Online-Lernplattform. Außerdem wurden Schulungsmaterialien wie etwa ein Monitoring-Leitfaden produziert. Größere Projekte beriet das Vorhaben zur Lösung von Bottlenecks in der Umsetzung direkt. Eine Zwischenbilanz hat ergeben, dass die direkte Beratung dazu führt, dass der Mittelabfluss auf durchschnittlich 50 Prozent steigt; im Fall der brasilianischen Entwaldungskontrollbehörde (Brazilian Institute of Environment and Renewable Natural Resources, IBAMA) sogar auf 74 Prozent.
  • Mithilfe der GIZ wurden sechs Ex-post-Evaluierungen von bereits abgeschlossenen Projekten durchgeführt. Sie zeigten Beiträge zur Verringerung der Entwaldung und Wiederherstellung degradierter Flächen auf. Beispielsweise richtete ein Projekt einen regionalen Markt für Sämlinge zur Wiederaufforstung ein und legte so den Grundstein für ein nachhaltiges lokales Produktionssystem. Die Gesamtevaluierung des Amazonienfonds soll im Jahr 2019 durchgeführt werden.
Brasilien. Registrierung von Landbesitzern beim brasilianischen Umweltregister (CAR) © GIZ