Ausgleichszahlungen für die Erhaltung kommunaler Tropenwaldökosysteme im Amazonasraum

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Dezentralisierung des peruanischen Tropenwaldprogramms (CBC II)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Peru
Politischer Träger: Ministerio del Ambiente (MINAM)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2018

Peru. Tropenwald Amazonas © GIZ

Ausgangssituation

In der Amazonasregion Perus gibt es etwa 65 Millionen Hektar Tropenwald. Über 12 Millionen Hektar wurden durch offizielle Landtitel an 1.300 indigene Gemeinden überschrieben. Die Bevölkerung lebt zum großen Teil unter der Armutsgrenze. Um ihr Überleben zu sichern, greifen viele Bewohner auf nicht nachhaltige Bewirtschaftungsformen zurück. Die zunehmende Erschließung durch Straßen, illegaler Holzeinschlag, Goldbergbau und das Fortschreiten der Agrargrenze gefährden mehr und mehr die biologische Vielfalt und damit auch die Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung.

Ziel

Im Rahmen des Nationalen Tropenwaldprogramms entwickelt das peruanische Umweltministerium Ausgleichszahlungen als Instrument zum Schutz indigener Gemeindewälder weiter und dezentralisiert sie.

Vorgehensweise

Das Vorhaben entwickelt gemeinsam mit dem Nationalen Tropenwaldprogramm ein effektives Verfahren für Ausgleichszahlungen in den Regionalregierungen. Dazu werden Projekte gefördert, mit deren Unterstützung die indigene Bevölkerung den Wald nachhaltig nutzen und somit schützen kann. Die Regionalregierungen verfügen mit den Ausgleichszahlungen über ein innovatives Instrument zum Waldschutz indigener Territorien. Es trägt gleichzeitig dazu bei, die Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung zu verbessern.

Im Rahmen der Dezentralisierung lernen die Verantwortlichen der Regionalregierungen, nationale Konzepte und Ideen an die regionalen Gegebenheiten anzupassen. Ihnen wird vermittelt, wie sie mit den Ausgleichzahlungen Projekte initiieren und begleiten sowie die Entwaldung überwachen können. Ein weiterer Schwerpunkt der Fortbildungen ist die Mobilisierung alternativer Finanzierungsquellen, um die Arbeit der Regionalregierungen langfristig sicherzustellen.
In den fünf Regionen San Martín, Loreto, Ucayali, Amazonas und Madre Dios des Amazonasgebietes werden durch Pilotmaßnahmen die institutionellen Grundlagen gelegt.

Wirkungen

Das aktuelle Engagement des Vorhabens setzt die von 2010 bis 2014 entwickelte und bekannt gemachte Politik für Ausgleichszahlungen zum Schutz von indigenen Gemeindewäldern im Amazonas um.

Fünf Regionalregierungen haben die Institutionalisierung der Ausgleichszahlungen initiiert. Die mit Unterstützung des Planungsministeriums erarbeiteten regionalen Entwicklungspläne berücksichtigen die Instrumente zum Waldschutz. Die notwendigen Finanzierungsmodalitäten wurden gemeinsam mit dem peruanischen Umweltministerium entwickelt.

58 indigene Gemeinden wurden bisher erfasst und mehr als eine halbe Millionen Hektar Tropenwald wurde wirksam unter Schutz gestellt. 3.000 indigene Familien profitieren von den Ausgleichszahlungen und konnten ihr Einkommen und ihre Lebensgrundlage verbessern, ohne den Schutz der Wälder zu vernachlässigen.