Schutz und nachhaltige Nutzung der Selva Maya

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und nachhaltige Nutzung der Selva Maya
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Belize, Guatemala, Mexiko
Politischer Träger: Zentralamerikanische Kommision für Umwelt und Entwicklung (CCAD)
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2019

Selva Maya. Ramónnüsse © GIZ

Ausgangssituation

Die Selva Maya ist eine Tropenwaldregion im Grenzgebiet zwischen Belize, dem Norden Guatemalas und dem Südosten Mexikos. Es handelt sich um den ausgedehntesten tropischen Regenwald in Mesoamerika. Er bedeckt über vier Millionen Hektar geschütztes Land. Die Selva Maya verfügt über eine außergewöhnliche biologische Vielfalt mit über 20 verschiedenen Ökosystemen, die von den immergrünen Regenwäldern des Petén bis zu den Trockenwäldern der nördlichen Halbinsel von Yucatán reichen. 

Diese Ökosysteme spielen eine wichtige Rolle bei dem Gewässerschutz und der Landschaftskonnektivität. Der Wald ist der natürliche Lebensraum zahlreicher Arten; eine Vielzahl von ihnen ist bedroht. Er ist ferner von großer Bedeutung für alle drei Länder, denn er dient dem Schutz des Wassers, der Biodiversität und der natürliche Ressourcen in der Gegend. Die Selva Maya ist dennoch einem extremen Druck ausgesetzt, der die kurz- und langfristige Lebensfähigkeit und die Funktionsfähigkeit beeinträchtigt. Die Hauptgründe sind Waldbrände, illegaler Holzeinschlag und Handel mit Flora und Fauna sowie der übermäßige Einsatz von Pestiziden und die Zersplitterung der Ökosysteme. Weite Waldgebiete werden Lauffeuer sowohl von großen Agrarbetrieben, als auch von der ländlichen Bevölkerung entfacht, die von Weideflächen und Ackerland als Lebensgrundlage abhängen.

Zusätzlich unterstreichen die Grenzen zwischen diesen drei Ländern, die die natürlichen Ressourcen der Selva Maya teilen, die Herausforderung gemeinsame Strategien umzusetzen, um diese Risiken abzumildern.

Ziel

Schlüsselakteure aus Regierung und Zivilgesellschaft führen abgestimmte Maßnahmen zum Schutz sowie zur nachhaltigen Nutzung der Biodiversität und der natürlichen Ressourcen der Selva Maya durch.

Vorgehensweise

In der Erkenntnis, dass eine der wesentlichen Herausforderungen in dem Gebiet der Schutz und die Erhaltung der Selva Maya ist, möchte das Projekt eine ausreichende Koordinierung und regionale Kooperation stärken, um den Erhalt dieses Grenzgebiets durch nachhaltige Nutzung seiner natürlichen Ressourcen auf lange Sicht zu konsolidieren.
Das Vorhaben arbeitet in Belize, Guatemala und Mexiko mit den für den Erhalt der Schutzgebiete verantwortlichen Institutionen zusammen sowie mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, deren Ziel der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Selva Maya ist. Die jeweiligen nationalen Organe sind die Forstbehörde in Belize, der nationale Rat für Schutzgebiete CONAP in Guatemala und die nationale Naturschutzbehörde CONANP in Mexiko. 
Um den Schutz und die nachhaltige Nutzung zu fördern, setzt das Vorhaben Aktivitäten in vier Bereichen um:

  • Schutzgebiete und Biodiversität
  • Landnutzungsplanung unter Berücksichtigung des Umweltschutzes
  • Nachhaltig Alternativen zur Einkommenssteigerung
  • Umweltgovernance in der Region Selva Maya

Die Aktivitäten in Belize werden von IP Consult, in Zusammenarbeit mit der ECO Consulting Group, durchgeführt.

Wirkungen

Seit Beginn des Projekts wurden unter anderem die folgenden Ergebnisse erzielt:

  • Die geschützte Fläche des tropischen Waldes vergrößerte sich um etwa 100.000 Hektar durch die Zertifizierung von Gebieten, die 2017 freiwillig für den Erhalt bestimmt wurden. 
  • Die Fähigkeiten der freiwilligen Parkhüter in den Schutzgebieten Bala’an K’aax und Calakmul in Mexiko wurden gestärkt. Sie haben in den Jahren 2016/2017 effektiv den Kampf gegen mehr als 10.000 Hektar Waldbrände unterstützt und im Jahr 2018 wurden für die Landwirtschaft entfachte Waldbrände dank der Umsetzung eines Frühwarnsystems vollständig verhindert.
  • Der Rat für nachhaltige ländliche Entwicklung hat die lokale Politik in Calakmul durch Beschlussfassung und Transparenz gestärkt.
  • Mehr als 450 Familien haben ihre Fähigkeiten bei der Verwaltung von Nichtholz-Produkten, wie Honig und Ramón-Nüssen verbessert. Ungefähr 2.600 Familien in den drei Ländern profitieren von der Stärkung der entsprechenden Wertschöpfungsketten. 
  • In Guatemala und Belize haben 140 Familien ihre Familiengärten diversifiziert, indem sie agro-ökologisch anbauen und somit die Nutzung von Chemikalien und Brände in der Landwirtschaft reduzieren.
  • Eine politisch-technische Informations- und Kooperations-Plattform wurde durch die Strategische Koordinationsgruppe (GEC) der Selva Maya aufgebaut. Im Jahr 2015 gegründet besteht diese Plattform aus Vertretern der verantwortlichen Naturschutzbehörden der drei Länder. Seit 2016 ist die trinationale operative Gruppe, bestehend aus Leitern und stellvertretenden Leitern der Schutzgebiete der Selva Maya, einsatzbereit für die Koordinierung und Umsetzung regionaler Aktivitäten.
Ausblick auf die Selva Maya © GIZ

Mit Unterstützung des Programms wurde die Strategische Koordinationsgruppe (GEC) der Selva Maya gegründet. Sie besteht aus Repräsentanten der Naturschutzbehörden der drei Länder. Zusammen mit der Zentralamerikanischen Kommision für Umwelt und Entwicklung will die Gruppe den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Selva Maya sowie die trinationale Kooperation fördern.