Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung reduzieren

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung in Zentralamerika und der Dominikanischen Republik (REDD III)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Belize, Costa Rica, Dominikanische Republik, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Panama, El Salvador
Politischer Träger: Secretaría General del Sistema de la Integración Centroamericana (SG-SICA)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

REDD_Cerro deforestado

Ausgangssituation

Auf einem Gebiet von nur 0,5 Prozent der Erdoberfläche befinden sich in Zentralamerika etwa acht Prozent der weltweiten biologischen Vielfalt an Land. Diese steht jedoch unter enormen Druck: Bodenzerstörung, Waldverluste und Monokulturen erhöhen die ohnehin schon hohe Anfälligkeit für die Folgen des Klimawandels in der Region. Auch das große Bevölkerungswachstum sowie Armut und schwache politische Strukturen führen zu erhöhtem Druck auf die forstlichen Ressourcen. Ursprünglich arten- und kohlenstoffreiche Waldgebiete werden immer weiter ausgedünnt und durch vorübergehende landwirtschaftliche Nutzung verödet. Die Mitgliedsländer des mittelamerikanischen Integrationssystems (Sistema de la Integración Centroamericana, SICA) möchten dieser Entwicklung entgegenwirken und befinden sich in unterschiedlichen Stadien der Umsetzung von nationalen REDD+-Strategien. REDD+ steht für „Reducing Emissions from Deforestation and Degradation“ (Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung). So sind bisher nicht alle Länder in der Lage, internationale und nationale Mittel für die nötige Umsetzung und das Monitoring von Maßnahmen des Waldschutzes zu akquirieren und umzusetzen.

Ziel

Die Mitgliedsländer der Zentralamerikanischen Kommission für Umwelt und Entwicklung (Comisión Centroamericana de Ambiente y Desarrollo, CCAD) haben Finanzierungsmechanismen gefestigt, mit denen Maßnahmen des Waldschutzes und der Waldbewirtschaftung mit Qualitätsstandards sowie deren Monitoring umgesetzt werden.

REDD_Tropischer Tieflandsregenwald in Zentralamerika II Foto JB

Vorgehensweise

Für die Durchführung des Vorhabens auf Partnerseite ist die CCAD verantwortlich. In den Ländern sind die entsprechenden Ministerien für Umwelt beziehungsweise Landwirtschaft zuständig. Das Vorhaben ist in den einzelnen Mitgliedsländern des SICA in unterschiedlicher Intensität tätig und arbeitet zu den drei Themen Finanzierungsmechanismen, Dialogplattformen und Monitoring.

Das Vorhaben arbeitet daran, die Partner in die Lage zu versetzen, Finanzierungen zu beantragen, Finanzierungsmechanismen umzusetzen und die Umsetzung von Waldmaßnahmen wie Walderhalt oder Aufforstung unter Einhaltung von Qualitätsstandards zu überwachen. Die Länder werden zudem zur Übereinstimmung von REDD+-Strategien und den national festgelegten Beiträgen zum Pariser Klimaabkommen (Nationally Determined Contributions, NDCs) beraten. Hierzu werden die Erfahrungen einzelner Länder aufgearbeitet und im Rahmen von Workshops den anderen Ländern präsentiert.

Des Weiteren unterstützt das Vorhaben bestehende Dialogplattformen beim Wissensmanagement. Diese Dialogplattformen sind Arbeitsgruppen aus Vertreter*innen der verschiedenen Länder und arbeiten konkrete Vorschläge zu spezifischen Themen aus. Es geht dabei vor allem darum, die Ergebnisse der Plattformen in den nationalen Politikdialog sowie den regionalen SICA/CCAD-Kontext einzubringen. Ein besonderer Fokus liegt auf den Themen Gender und der Berücksichtigung der Interessen und Rechte der indigenen Gruppen.

Das Vorhaben zielt außerdem darauf ab, ein Monitoringsystem zur Messung der Wirkungen von Waldschutz und Waldmanagement nachhaltig zu etablieren. Länder, die bereits ein solches System entwickelt haben, werden bei dessen Aktualisierung unterstützt. In anderen Ländern wird zunächst der Aufbau des Systems begleitet. Dabei wird vor allem auf die Erfahrungen des Vorgängerprojektes sowie auf den Austausch über die Dialogplattformen aufgebaut. 

Wirkungen

In El Salvador und der Dominikanischen Republik wurde das für die Region entwickelte Protokoll für die Durchführung von Waldinventuren an die jeweiligen nationalen Rahmenbedingungen angepasst. Es wird nun ohne finanzielle Unterstützung des Vorhabens angewendet und regelmäßig mit den entsprechenden Daten zu Ausdehnung und Zustand des Waldes aktualisiert. Darüber hinaus wurde das technische Waldkomitee der CCAD dabei unterstützt, in den operativen Plan der regionalen Waldstrategie Aktivitäten zur Wiederherstellung von Waldökosystemen mit einem Fokus auf Gender und indigene Völker einzubringen. 

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