Tropenwaldschutz und Management von Wassereinzugsgebieten in der Region Trifinio

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Tropenwaldschutz und Wassereinzugsgebietsmanagement in der Region Trifinio (El Salvador, Guatemala und Honduras)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Zentralamerika; El Salvador, Guatemala, Honduras
Politischer Träger: Trinationale Kommission des Plan Trifinio (Comisión Trinacional del Plan Trifinio)
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2017

Region Trifinio, Honduras. Unter Leitung des Vorhabens grenzen Vertreter der lokalen Wasserbehörden, der Gemeinden und der nationalen Forstbehörde gemeinsam das Wassereinzugsbebiet Quebrada Oscura ab. © GIZ

Ausgangssituation

Die Region Trifinio, ein rund 7.500 Quadratkilometer umfassendes Grenzgebiet zwischen El Salvador, Guatemala und Honduras, ist von strategischer Bedeutung: aufgrund der Waldökosysteme und als Ursprungsgebiet von drei Flüssen, die für die Wasserversorgung in den jeweiligen Ländern große Bedeutung haben.

Als Teil des zentralamerikanischen Trockengürtels ist die Region bereits heute stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Die lokale Bevölkerung verfügt nur über sehr beschränkte Anpassungsmöglichkeiten. Die Region ist durch extreme Armut geprägt. 70 Prozent der Bevölkerung leben im ländlichen Raum. Die Mehrheit bewirtschaftet kleine Familienbetriebe von etwa 0,2 bis 2 Hektar mit geringer Produktivität und Subsistenzorientierung.

Bereits 1986 wurde ein Übereinkommen zur technischen Zusammenarbeit für ein grenzüberschreitendes nachhaltiges Naturressourcenmanagement in der Region Trifinio geschlossen. Die seither kontinuierlich, mit Unterstützung der internationalen Kooperation ausgebaute Zusammenarbeit führte zu einem völkerrechtlichen Abkommen zur Umsetzung des Entwicklungsplans, des Plan Trifinio, in dem die Region als untrennbare ökologische Einheit bezeichnet wird.

Um den Plan umzusetzen wurde die Trinationale Kommission des Plan Trifinio (CTPT) geschaffen. Das Exekutivsekretariat setzt regionale Projekte, mit nationalen Mitteln und von internationalen Gebern finanziert, um und koordiniert Akteure und Initiativen.

In der Region sind technische, personelle und finanzielle Leistungsfähigkeit der maßgeblichen Akteure, unter anderem der CTPT, jedoch beschränkt. Verfügbare Modelle zur nachhaltigen und angepassten Nutzung der natürlichen Ressourcen werden bislang nur vereinzelt umgesetzt. Produzenten sind unzureichend in Wertschöpfungsketten organisiert und haben wenig Erfahrung mit Vermarktung. Koordination und Kooperation der CTPT, nationaler Sektorinstitutionen, Kommunen und anderer Akteure bei regionalem Naturressourcenmanagement und Wertschöpfungsketten sind noch unzureichend.

Ziel

Die Schlüsselakteure in der Region Trifinio arbeiten im Bereich Naturressourcenmanagement und Wertschöpfungsketten kooperativ und koordiniert zusammen. Die Rolle der Trinationale Kommission des Plan Trifinio (CTPT) als koordinierende regionale Institution sowie bei der Förderung sektor- und grenzübergreifender Planungsprozesse ist gestärkt.

Region Trifinio, Guatemala. Melbis Ortíz wurde vom Vorhaben zum landwirtschaftlichen Dorfberater fortgebildet. Hier demonstriert er im Wassereinzugsgebiet Mezcal die Zubereitung von Bocashi, einem pflanzlichen Düngemittel. © GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet ebenenübergreifend. So werden die Kompetenzen der Trinationalen Kommission des Plan Trifinio (CTPT) für Planung, Durchführung, Monitoring und Evaluierung der Programme und Aktivitäten im Trifinio sowie für Wissensmanagement und Kommunikation gestärkt.

Regionale Schlüsselakteure, wie Außenstellen der Schutzgebiets- und Forstbehörden, Gemeindeverbände und Bürgervereinigungen, werden in ihren Abstimmungsprozessen und bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen des nachhaltigen Naturressourcenmanagements beraten. Das Thema Klimawandel wird verstärkt einbezogen.

Lokale staatliche und nichtstaatliche Beratungsstellen, Fortbildungseinrichtungen und Produzentengruppen werden dabei unterstützt, Modelle nachhaltigen Naturressourcenmanagements zu verbreiten und die zugehörigen Wertschöpfungsketten weiterzuentwickeln. Dazu gehören: agroforstwirtschaftliche Modelle wie Kaffee, Avocado und Pfirsiche, vieh- und weidewirtschaftliche Praktiken sowie ein Modell zum Erhalt von Wasserverfügbarkeit und Waldbeständen über Kompensationsleistungen.

Frauen und indigene Bevölkerungsgruppen werden besonders gefördert.

Ein größerer Anteil der Aktivitäten wird vom Consultingunternehmen GOPA durchgeführt.

Wirkungen

87 Prozent der vom Programm unterstützten Kleinbauernbetriebe – davon etwa ein Drittel von Frauen geführt – haben 2015 mit einem durchschnittlichen Erlös von 1.320 US-Dollar pro Hektar ihr Jahreseinkommen um 137 Prozent gesteigert. Die veränderte Bodennutzung weg von Mais- und Bohnenanbau hin zu agroforstlichen Systemen führte zu einem Rückgang der Erosion zwischen 15 und 45 Prozent.

Das forstwirtschaftliche Modell zu Kompensationszahlungen für die Ökosystemdienstleistung Wasser wird in 21 Gemeinden umgesetzt und erreicht dort fast 3.000 Familien. Zurzeit werden dort finanzielle Mittel für Kompensation und Waldschutz durch einen an den Wasserpreis geknüpften Zahlungsmechanismus generiert. Die vom Programm unterstützten „Interinstitutionellen Vereinbarungen über Management und Erhalt des Wassereinzugsgebietes durch Kompensationszahlungen für Ökosystemdienstleistungen im Bereich Wasser“ in Marroquín, Honduras, und El Volcán, Guatemala, sind in diesen Ländern innovative Instrumente, um die Nachhaltigkeit der Kompensationsmechanismen in jedem Wassereinzugsgebiet lokal zu sichern.

Umfragen bestätigten, dass die Stärkung der Trinationalen Kommission des Plan Trifinio bei den Schlüsselthemen Kommunikation und Sichtbarkeit, Dialog und Koordination mit anderen Akteuren sowie Einführung eines Management- und Evaluierungssystems zur verbesserten interinstitutionellen Koordination beigetragen hat.

Region Trifinio, Guatemala. Die Führungsebene der Trinationalen Kommission des Plan Trifinio während des Workshops für die erste integrale operative Planung der Institution in Antigua, Guatemala. © GIZ