Förderung von Versicherungen gegen Klimarisiken in Vietnam, Indonesien und den Philippinen

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung von Versicherungen gegen Klimarisiken in drei südostasiatischen Ländern (RFPI III)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: Vietnam, Indonesien, Philippinen
Politischer Träger: Deutsche Entwicklungszusammenarbeit, Finanzministerium, Ministerium für Wissenschaft und Technologie, Versicherungskommission
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

Reisverpflanzen in Tablon-tabon auf Leyte: Reisbauern sind eine der Zielgruppen des Mikroversicherungsprogramms. © GIZ

Ausgangssituation

Die Partnerländer Vietnam, Indonesien und die Philippinen gehören zu dem am stärksten vom Klimawandel bedrohten Ländern der Welt (Platz 33, 3 und 18 der 171 im World Risk Report 2017 betrachteten Länder), und bereits jetzt macht sich der Klimawandel dort immer stärker bemerkbar. Da in allen drei Ländern nach wie vor die meisten Menschen in der Landwirtschaft ihr Einkommen erzielen, ist der Anteil der extrem armen, armen und armutsgefährdeten Haushalte hoch.

Viele Kleinst-, Klein- und mittelgroßen Unternehmen (KKMU) sind besonders stark vom Klimawandel und den Folgen von Extremwetterereignissen betroffen. Diese zerstören Vermögenswerte und Möglichkeiten der Einkommenserzielung und führen insgesamt zu massiven Verlusten. Bei Naturkatastrophen greifen viele einkommensschwache Familien auf ihre Ersparnisse zurück, verzichten auf Investitionen oder verschulden sich gar. Selbst wenn die vorhandenen Finanzdienstleister den Armen ihre Mittel zur Verfügung stellen würden, wären diese nicht ausreichend, um allen Betroffenen zu helfen. Formale Versicherungen gegen Extremwetterereignisse werden bisher vor allem für öffentliche Vermögenswerte und Infrastrukturen angeboten. Gleichzeitig nimmt die in Bezug auf die Katastrophenabsicherung bestehende Kluft zwischen versicherten und nicht versicherten Unternehmen und Haushalten zu. Vor diesem Hintergrund ist es notwendiger denn je, ebenso wirkungsvolle wie nachhaltige Versicherungslösungen für Haushalte und KKMUs zu entwickeln und einzuführen.

Ziel

Die Entwicklung von direkten Klimarisikokonzepten (CRI) für die ärmsten, arme sowie armutsgefährdete Bevölkerungsteile hat sich im jeweiligen Land auf politisch-strategischer Ebene mit wichtigen Stakeholdern verbessert.

RFPI Asia II works with regulatory authorities in seven Asian countries through a Peer Network called Mutual Exchange Forum on Inclusive Insurance (MEFIN). © GIZ

Vorgehensweise

RFPI Asia I und II wurden von 2013 bis 2018 umgesetzt, um inklusive Versicherungskonzepte in sieben asiatischen Ländern zu fördern. RFPI III unterstützt weiterhin die Armen in der Region und konzentriert sich auf die Erreichung eines Risikoschutzes durch Versicherungen gegen klimawandelbedingte Extremwetterereignisse.

Gemeinsam mit den Partnerländern Indonesien, den Philippinen und Vietnam werden CRI-Konzepte entwickelt, und private und öffentliche Akteure können sich im Hinblick auf Konzepte zur Absicherung gegen Klimarisiken qualifizieren.

So werden private Anbieter in Bezug auf innovative CRI-Produkte und digital unterstützte Versicherungslösungen geschult, während die Versicherungsaufsichtsbehörden Wissen und Fähigkeiten im Zusammenhang mit CRI-relevanten regulatorischen Fragen aufbauen.

Auch das Peer-Learning-Netzwerk Mutual Exchange Forum on Inclusive Insurance (MEFIN), dem die Versicherungsaufsichtsbehörden der beteiligten Länder angehören, wird im Hinblick auf CRI-Lösungen gestärkt.

Das Vorhaben entwickelt Versicherungen gegen Naturkatastrophen, die für extrem arme, arme und armutsgefährdete Bevölkerungsteile gedacht sind; gleichzeitig wird das CRI-Konzept für diese Bevölkerungsgruppen in eine umfassende Katastrophenvorsorgestrategie integriert. Allerdings ist das Konzept der Katastrophenvorsorge bei den Regierungen und in der Versicherungswirtschaft nach wie vor unbekannt, und die entsprechenden Konzepte sind wegen der lückenhaften Datengrundlage, insbesondere in Bezug auf die Expositions- und Schwachstellenanalysen für die jeweiligen Zielgruppen nur von begrenztem Nutzen.

Die dem Projekt zugrunde liegende Vorgehensweise beruht auf Capacity-Development-Maßnahmen und der Einbindung von Einzelpersonen (Fach- und Führungskräften), Organisationen (Versicherungsunternehmen, Aggregatoren und Netzwerken), der Zivilgesellschaft (ausgewählte Stakeholder-Gruppen) sowie institutionellen Akteuren (Ministerien und Aufsichtsbehörden). Insgesamt wird das System der Klimaanpassungslösungen durch die Verankerung von privaten Auszahlungsmodellen gestärkt.

Wirkungen

Die Partnerregierungen haben das CRI-Konzept in ihre nationalen Strategien zur Stärkung der Resilienz aufgenommen, die ausdrücklich auf die extrem armen, armen und armutsgefährdeten Teile der Bevölkerung ausgerichtet sind. Dadurch können in den drei Partnerländern jetzt 4 Millionen Menschen (davon 50 Prozent Frauen) staatliche Versicherungsprodukte zur Absicherung gegen klimawandelbedingte Risiken nutzen.

Die Versicherer haben neue, digital unterstützte Geschäftsmodelle eingeführt, bei denen der Fokus teilweise auf den Zahlungsmodalitäten liegt.

Ferner haben die Versicherungsaufsichtsbehörden der Partnerländer Pläne zur Einführung von internationalen Standards für die Regulierung der CRI-Lösungen entwickelt.

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