Finanzielle Inklusion durch inklusive Versicherungen

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für armutsmindernde Versicherungen in Asien (Regulatory Framework Promotion of Pro-Poor Insurance Markets in Asia II – RFPI Asia II)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: Indonesien, Nepal, Mongolei, Pakistan, Philippinen, Sri Lanka, Vietnam
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

Reisverpflanzen in Tablon-tabon auf Leyte: Reisbauern sind eine der Zielgruppen des Mikroversicherungsprogramms. © GIZ

Ausgangssituation

Menschen mit niedrigen Einkommen sind in finanzieller Hinsicht besonders gefährdet, wenn sie krank oder arbeitsunfähig werden oder wenn sich ihre Vermögenslage verschlechtert. In diesem Zusammenhang gewinnen die negativen Auswirkungen des Klimawandels an Bedeutung, denn sie gehen mit einem erhöhten Risiko für Extremwetterereignisse und Naturkatastrophen einher. Versicherungen können in diesem Zusammenhang einen wirkungsvollen Schutz bieten, und inzwischen haben sowohl öffentliche als auch private Akteure erkannt, dass selbst Menschen mit geringen Einkommen versichert werden können. Mikroversicherungsprodukte sind eine nachhaltige Lösung für diese Personengruppe. In den letzten Jahren sind die Versicherungsmärkte in Asien sehr schnell gewachsen – so schnell, dass die Behörden in der Region mit der Entwicklung vielfach nicht Schritt halten konnten. Es fehlen ihnen Fachwissen und Strategien, um ein Umfeld zu schaffen, in dem sich der Markt für armutsmindernde Versicherungen gut entwickeln kann. Die Entwicklung und Umsetzung geeigneter regulatorischer Rahmenbedingungen und Aufsichtspraktiken sind wesentlich, um zu gewährleisten, dass sich die Märkte nachhaltig entwickeln und dass die Kunden vor unlauteren Geschäftspraktiken geschützt werden.

Ziel

Die regulatorischen Rahmenbedingungen und wirkungsvolle Aufsichtspraktiken zur Förderung inklusiver Versicherungsmärkte in der Region sind umgesetzt.

Vorgehensweise

Das RFPI Asia II-Programm baut auf den Ergebnissen eines Vorgängerprogramms auf, das durch die regulatorischen Rahmenbedingungen verbessert hat, um den Ausbau des Versicherungsschutzes für Bevölkerungsgruppen mit geringem Einkommen in Asien zu stärken. Die Maßnahmen des Vorgängerprojekts werden fortgesetzt, wobei der Schwerpunkt jetzt auf dem Einsatz von Mikroversicherungen zur Verbesserung des Schutzes vor den erhöhten Risiken des Klimawandels liegt.

Das Programm unterstützt die Entwicklung und das Wachstum des Mutual Exchange Forum on Inclusive Insurance (MEFIN); dabei handelt es sich um ein Netzwerk von Aufsichtsbehörden für das Versicherungswesen. MEFIN ermutigt seine Teilnehmer zu einem konstruktiven Wissens- und Erfahrungsaustausch. Das Netzwerk wurde ursprünglich 2013 mit Unterstützung durch die GIZ und die Asiatische Entwicklungsbank ins Leben gerufen und bringt Regulierungsbehörden aus asiatischen Ländern an einen Tisch, die beschlossen haben, inklusive Versicherungen als strategisches Mittel der Armutsminderung in der Region einzusetzen.

Gleichzeitig unterstützt RFPI Asia II den regelmäßigen Dialog zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsbehörden und Branchenverbänden zu stärken. Im Rahmen dieser Dialogprozesse können die Teilnehmer aus den MEFIN-Ländern ihre Erfahrungen im Hinblick auf innovative Geschäftsmodelle und marktfördernde Vorschriften austauschen.

Darüber hinaus fördert das Programm die Entwicklung von Geschäftsmodellen auf der Grundlage von Mikroversicherungsprodukten und effizienten Vertriebskanälen und orientiert sich dabei an internationalen Vorschriften und aufsichtsrechtlichen Standards.

Als Mitglieder des regionalen Lenkungsausschusses (RSC) des MEFIN-Netzwerks arbeiten die Aufsichtsbehörden für den Versicherungssektor aus Indonesien, der Mongolei, Nepal, Pakistan, den Philippinen, Sri Lanka und Vietnam eng mit dem Programm zusammen. Das Programm übernimmt dabei die Funktion des Netzwerk-Sekretariats. Der RSC berät die verschiedenen technischen Arbeitsgruppen (TWGs), die sich mit Themen wie Regulierung und Überwachung, Geschäftsmodellentwicklung, Wissensmanagement und Capacity Building befassen. Den TWGs gehören verschiedene Aufsichtsbehörden sowie die Vertreter von Branchenverbänden des Versicherungssektors an. Sowohl der RSC als auch die TWGs werden vom Sekretariat unterstützt.

RFPI Asia II works with regulatory authorities in seven Asian countries through a Peer Network called Mutual Exchange Forum on Inclusive Insurance (MEFIN). © GIZ

Wirkungen

  • Die Mitglieder des MEFIN-Netzwerks kommen regelmäßig zusammen und unterstützen einander durch die verschiedenen Arbeitspläne, die von den technischen Arbeitsgruppen erstellt und umgesetzt wurden. Diese Pläne haben die Themen Regulierung und Aufsichtsmaßnahmen, Geschäftsmodellentwicklung, Capacity Development und Wissensmanagement zum Gegenstand.
  • Die Aufsichtsbehörden sowie wichtige Branchenakteure aus den MEFIN-Mitgliedstaaten haben sich im Rahmen der öffentlich-privaten Dialoge, die ein wichtiges Mittel des Netzwerks zur Förderung von Lern- und Austauschprozessen sind, intensiv über regulierungsbezogene Themen und Geschäftsmodelle ausgetauscht. Nach dem ersten öffentlich-privaten Dialog, der erst im Juli 2016 stattfand, begannen Indonesien und Nepal mit der Anwendung der Erkenntnisse, die sie aus den Erfahrungen auf den Philippinen gewonnen hatten. Der zweite Dialog fand im März 2017 in Vietnam statt und wurde durch Lernsitzungen zum Thema Mikrofinanzwesen sowie einen Workshop ergänzt, mit dem ein Prozess zur Erstellung einer Mikroversicherungs-Roadmap für Schwellenländer in Asien und im Pazifikraum auf den Weg gebracht werden sollte.
  • Bei der Erreichung ihrer Ziele profitierten die Aufsichtsbehörden und Branchenakteure von der Unterstützung und Beratung durch das Projekt sowie von den wöchentlichen Konferenzschaltungen. Die regulatorischen Rahmenbedingungen (Vorschriften) und Mikroversicherungsprodukte konnten mithilfe der Expertenberatung aus dem Projektteam verbessert werden. Bis jetzt wurden 18 Factsheets zu innovativen Geschäftsmodellen auf der MEFIN-Website eingestellt. Diese Geschäftsmodelle waren auch Schwerpunkte der öffentlich-privaten Dialoge. Darüber hinaus wurden regulatorische Instrumente (d.h. Risikofolgenabschätzungen, Selbstevaluierungen und ein Diagnose-Toolkit für Versicherungen gegen Naturkatastrophen) entwickelt und in den verschiedenen MEFIN-Ländern angewendet.

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