Unterstützung der Mekong River Commission bei armutsorientierter nachhaltiger Wasserkraftentwicklung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Mekong River Commission (MRC) – Komponente: Unterstützung der Mekong River Commission bei armutsorientierter nachhaltiger Wasserkraftentwicklung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kambodscha, Laos, Thailand, Vietnam
Politischer Träger: Mekong River Commission (MRC)
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2014

Ausgangssituation

Die Wasserressourcen des Mekong sind von zentraler Bedeutung für seine Anrainer und vielfach eine wichtige Quelle sozioökonomischer Entwicklung. Doch diese wichtigen Lebensgrundlagen werden von der rapide zunehmenden Anzahl von Wasserkraftwerken bedroht. Seit rund 10 Jahren wird, insbesondere in Laos, das Wasserkraftpotenzial stark ausgebaut. Allein im unteren Mekongbecken sind derzeit über 70 Wasserkraftwerke an Nebenflüssen des Mekong im Bau, in Planung oder bereits in Betrieb. Hinzu kommen 11 geplante Wasserkraftwerke am Mekonghauptstrom, die im Hinblick auf ihre ökologischen und sozialen Folgen als besonders problematisch eingeschätzt werden.

Um die negativen Folgen von Wasserkraftprojekten zu reduzieren, ist eine Stärkung von Nachhaltigkeitsprinzipien bei Planung, Bau und Betrieb von Staudämmen nötig. International gibt es bereits zahlreiche Regelwerke und Prinzipien für das nachhaltige Management von Wasserkraftanlagen, insbesondere auf der Basis der World Commission on Dams (WCD) und des Hydropower Sustainability Assessment Protocol (HSAP). In der Mekongregion ist ihre Anwendung noch unzureichend.

Ziel

Entscheidungen über die Entwicklung und Nutzung von Wasserkraft in der Mekongregion beruhen auf international anerkannten ökologischen, sozialen und an Armutsbekämpfung orientierten Kriterien.

Vorgehensweise

Die GIZ berät die MRC bei der Entwicklung und Umsetzung von Instrumenten, mit denen die Nachhaltigkeit von Wasserkraftprojekten geprüft und verbessert werden kann. Dazu gehören beispielsweise Instrumente zur Analyse der Auswirkungen der Wasserkraftentwicklung in Einzugsgebieten sowie Ansätze, um Mechanismen des Vorteilsausgleichs innerhalb von Wassereinzugsgebieten und über Grenzen hinweg einzurichten. Die GIZ fördert außerdem den Erfahrungsaustausch zwischen verschiedenen Organisationen im Flussgebiet, die sich für nachhaltige Wasserkraftentwicklung engagieren. Darüber hinaus werden Aus- und Fortbildungen zu nachhaltiger Wasserkraft entwickelt.

Wirkung

Das Rapid Sustainability Assessment Tool wurde entwickelt. Es erlaubt der MRC und ihren Mitgliedsländern, Projekte in einzelnen Einzugsgebieten auf ihre ökologisch und soziale Nachhaltigkeit zu prüfen und Politikentscheidungen entsprechend anzupassen. Durch eine Reihe von Workshops sind Akteure aus der Region mit weiteren Elementen nachhaltiger Wasserkraft wie Finanzierung, technische Ausgestaltung und Planung vertraut.

Die Einführung nationaler Konzepte zum Vorteilsausgleich in jedem MRC-Mitgliedsland wurde zunächst durch eine Online-Wissensplattform unterstützt, die Erfahrungen aus verschiedenen Flussgebieten sammelt. Derzeit entwickeln Experten aus den vier MRC-Mitgliedsländern Konzepte zur nationalen Einführung oder weiteren Stärkung von Vorteilsausgleichsmechanismen, die auch dem grenzüberschreitenden Verlauf des Mekong Rechnung tragen.

Im neu gegründeten Netzwerk zu nachhaltiger Wasserkraft in der Mekongregion arbeiten Dozenten von über 30 Universitäten aus Kambodscha, Laos, Thailand, Vietnam sowie China an der Entwicklung von Aus- und Fortbildungsmodulen. Sie werden sowohl zur Ergänzung der Lehrpläne an den Universitäten als auch für die Weiterbildung von Berufstätigen im Wasserkraftsektor genutzt. Neu ausgebildete regionale Fachkräfte haben bereits erste Kurse durchgeführt.

Laos. Wasserkraftwerk Nam Ngum 1. © GIZ