Sozial verantwortungsvolle Unternehmensführung (CSR)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sozial verantwortungsvolle Unternehmensführung (Corporate Social Responsibility – CSR)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: China
Politischer Träger: Ministry of Commerce (MofCom)
Gesamtlaufzeit: 2007 bis 2014

Ausgangssituation
Das hohe und anhaltende Wirtschaftswachstum in China hat negative Auswirkungen, zum Beispiel unsoziale Arbeitsbedingungen und ein hohes Maß an Umweltverschmutzung. Die chinesische Regierung hat diese Herausforderungen erkannt und das Leitbild einer „harmonischen Gesellschaft“ entwickelt, das die wirtschaftlichen Ziele mit sozialen und ökologischen Interessen in Einklang bringen soll. Unternehmen spielen bei der Umsetzung dieses Leitbilds eine tragende Rolle. Als Antwort auf die Probleme hat das Konzept der gesellschaftlich und sozial verantwortungsvollen Unternehmensführung (Corporate Social Responsibility, CSR) Eingang in die Entwicklungsagenda des Landes gefunden. Die relevanten Akteure in China verfügen jedoch noch nicht über genügend Kenntnisse und Erfahrungen in CSR.

Ziel
Politische Schlüsselinstitutionen, Mittlerorganisationen und Unternehmen haben sozial verantwortungsvolle Unternehmensführung (Corporate Social Responsibility, CSR) in ihre Politiken, Strategien und Praktiken integriert.

Vorgehensweise
Das Projekt arbeitet mit Akteuren auf mehreren Ebenen. Es berät die chinesische Regierung auf nationaler, Provinz- und Stadtebene dabei, Politikempfehlungen und Anreize zu erarbeiten, damit Unternehmen soziale und ökologische Aspekte nachhaltig in ihre Geschäftspraktiken einbeziehen.

Unternehmensverbände und Handelskammern werden bei Maßnahmen zur Umsetzung von CSR und Sozialstandards in ihren Mitgliedsunternehmen unterstützt. Das Projekt arbeitet im Rahmen von Entwicklungspartnerschaften mit chinesischen Unternehmen zusammen, die zur Planung und Umsetzung von CSR-Maßnahmen befähigt werden. Darüber hinaus trägt das Projekt dazu bei, strategische Partnerschaften zwischen chinesischen und ausländischen Organisationen aufzubauen, um den Austausch über CSR zu erhöhen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Die Empfehlungen einer vom Projekt initiierten CSR-Studie für China wurden von der Abteilung für Außenhandel des chinesischen Handelsministeriums in interne Handlungsanweisungen umgesetzt. So werden zum Beispiel bei der Vergabe von Exportlizenzen nun auch soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt. Einen Vorschlag des Projekts zur Förderung des internationalen Austausches und der Zusammenarbeit in Staatsunternehmen hat die für die Modernisierung großer Staatsunternehmen zuständige Aufsichtsbehörde (SASAC) als Empfehlung veröffentlicht.

Um CSR auf nationaler und lokaler Ebene zu stärken, hat das Projekt 2012 ein Handbuch über die Entwicklung von CSR-Politiken herausgegeben.

Das Projekt hat zahlreiche Mittlerorganisationen, beispielsweise Industrieverbände und Handelskammern, bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Verbreitung von CSR unterstützt. In Zusammenarbeit mit einem Verlag entstanden praxisorientierte Publikationen zu CSR, unter anderem ein Handbuch über CSR-Berichterstattung. Das Projekt hat zudem mehrere Webseiten zu CSR mitentwickelt.

In 25 chinesischen Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft in den Provinzen Hebei und Zhejiang haben Unternehmen Politiken zur sozialen und ökologischen Unternehmensführung umgesetzt. Zum Beispiel haben zehn führende Unternehmen aus Wenzhou in Zusammenarbeit mit dem Projekt CSR-Managementsysteme entwickelt. Darüber hinaus hat das Projekt gemeinsam mit dem Internationalen Verband der Spielzeugindustrie an der Umsetzung von CSR in Spielzeugfabriken gearbeitet. Im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft mit dem Unternehmen Tchibo wurden Maßnahmen zur Verbesserung des Lieferkettenmanagements durchgeführt, die an den Prinzipien der CSR ausgerichtet wurden.

Das Projekt hat die Aufmerksamkeit für CSR in China durch Veranstaltungen gesteigert. Darunter sind das Annual CSR International Forum (seit 2007) und internationale Konferenzen zu CSR-Berichterstattung (seit 2008). Durch eine Vielzahl von Aktivitäten zur Förderung der Veröffentlichung von CSR-Berichten durch chinesische Unternehmen hat das Projekt dazu beigetragen, dass die Anzahl der jährlich veröffentlichten CSR-Berichte von 32 (2006) auf 1408 (2012) angestiegen ist.

Seit 2008 organisiert das Projekt zusammen mit der internationalen Business Social Compliance Initiative (BSCI) jährlich Veranstaltungen in Peking zum Austausch von Unternehmen über CSR-Themen.

Das Projekt hat zahlreiche langfristige Partnerschaften zwischen chinesischen und internationalen Organisationen initiiert. Beispielsweise haben zwei chinesische Beratungsunternehmen Partnerschaften mit der Global Reporting Initiative (GRI) geschlossen, um CSR-Trainings anzubieten. Außerdem unterzeichneten die Wirtschafts- und Handelskommission der Stadt Wenzhou und BSCI eine Absichtserklärung zur Förderung des BSCI Code of Conduct in Wenzhou.

Kontakt

Jürgen Steiger
juergen.steiger@giz.de