Beschäftigungsförderung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beschäftigungsförderung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ägypten
Politischer Träger: Ägyptisches Bildungsministerium
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2020

Ausgangssituation

Die Arbeitslosigkeit in Ägypten erreichte Anfang 2014 den höchsten Stand seit zehn Jahren. Besonders stark sind Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 30 Jahren betroffen, die rund 90 Prozent der ägyptischen Arbeitslosen ausmachen. Gleichzeitig wächst die Zahl der offenen Stellen, die nicht adäquat besetzt werden können. Quer durch alle Branchen beklagt die Privatwirtschaft das niedrige Qualifikationsniveau jugendlicher Arbeitsuchender. Es mangelt an institutionalisierten Kooperationsformen zwischen Akteuren aus Politik und Wirtschaft, um gemeinsam die Beschäftigung Jugendlicher zu fördern

Ziel

Akteure aus Politik und Wirtschaft setzen gemeinsam Reformen zur Förderung der Jugendbeschäftigung in öffentlich-privater Partnerschaft um.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die ägyptische Regierung bei der Entwicklung neuer Maßnahmen für eine aktive Arbeitsmarktpolitik. Im Mittelpunkt steht die enge Zusammenarbeit zwischen Verbänden der Privatwirtschaft und staatlichen Einrichtungen.

Schwerpunkte sind:

Politikberatung und strategische Planung der Berufsbildung
Das Programm unterstützt das Bildungsministerium dabei, eine aktive Rolle im nationalen Beschäftigungsdialog zu übernehmen und Kompetenzen für Monitoring und Evaluierung aufzubauen, um Reformen stärker evidenzbasiert gestalten zu können.

  • Stärkere Einbindung der Privatwirtschaft
    Das Programm berät Verbände der Privatwirtschaft beim Aufbau nachfrageorientierter Dienstleistungen für Aus- und Weiterbildung auf dem Arbeitsmarkt.
  • Bereitstellung von Arbeitsmarktinformationen
    Das Programm baut in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsverbänden Strukturen für ein regionales Arbeitsmarktmonitoring auf, um die Informationsbasis für Politikgestaltung, aber auch für die Beratung und Vermittlung von Arbeitsuchenden zu verbessern.
  • Einführung neuer Angebote zur Karriere- und Berufsberatung
    Das Programm fördert private und staatliche Akteure bei der Umsetzung zielgruppenspezifischer Modelle der Karriere- und Berufsberatung. Es unterstützt so die bessere Zuordnung Jugendlicher in bedarfsgerechte Berufe oder Ausbildungsgänge.
  • Entwicklung nachfrageorientierter Qualifizierungsmaßnahmen
    Das Programm unterstützt das Bildungsministerium und ausgewählte private Institutionen dabei, Qualifizierungsmaßnahmen gezielt auf die Beschäftigungspotenziale des ägyptischen Arbeitsmarktes auszurichten und auszubauen. Mithilfe der DACUM-Methode (Develop A CurriculUM) werden dabei neue, am ägyptischen Arbeitsmarkt ausgerichtete Berufsbilder entwickelt.

Die Consultingfirma GFA unterstützt die Umsetzung des Vorhabens.

Wirkungen

Das Bildungsministerium hat mithilfe des Programms eine Einheit eingerichtet, die Politik und Programme anderer staatlicher Einrichtungen sowie internationaler Geber steuert und eigene Reformen evidenzbasiert gestaltet. Außerdem wurde eine Einheit aufgebaut, die Forschung und Entwicklung zur Berufsbildung vorantreibt, und eine weitere Einheit zu Karriere- und Berufsberatung im Bildungsministerium.

Gemeinsam mit Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft hat das Programm einen nationalen Beschäftigungsdialog ins Leben gerufen, um Politikempfehlungen für den ägyptischen Arbeitsmarkt zu entwerfen und abzustimmen.

Ein Ansatz zur regionalen Arbeitsmarktbeobachtung und Analyse wurde weiterentwickelt. Unter Einbindung des Privatsektors sind mittlerweile in zwei Regionen Arbeitsmarktmonitoringsysteme (Regional Labour Market Observatories) eingerichtet worden. Auf diese Weise wurde eine solide Grundlage für eine regionale Beschäftigungspolitik geschaffen. Auf Wunsch des Bildungsministeriums wird der Ansatz in vier weiteren Regionen umgesetzt; lokale Kompetenzen zur Arbeitsmarktbeobachtung werden aufgebaut.

Mit Unterstützung des Programms haben Sekundarschulen Strukturen zur Berufs- und Karriereberatung aufgebaut. Berufsschüler in ausgewählten Regionen haben Zugang zu Beratungsleistungen, die sie auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. Die Ergebnisse waren so positiv, dass der Ansatz mittlerweile auch von Jugendzentren und privaten Nichtregierungsorganisationen angewendet wird.