Emissionsminderungen im städtischen Verkehr (SUTIP)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Emissionsminderung im städtischen Verkehr (SUTIP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indonesien
Politischer Träger: Indonesisches Ministerium für Nationale Entwicklungsplanung (BAPPENAS)
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2016

Indonesien. Fußgängerbereich an der Malioboro Straße,Yogyakarta © GIZ

Ausgangssituation

Die meisten indonesischen Großstädte kämpfen mit Verkehrsproblemen: zunehmende Verkehrsstaus und -unfälle, anhaltende Lärmbelästigung, hoher Ausstoß von Treibhausgasen, damit einhergehende Gesundheitsgefährdung der urbanen Bevölkerung sowie ‚Unbegehbarkeit‘ des öffentlichen Raumes. Diese Faktoren tragen zu einer niedrigen Lebensqualität in indonesischen Städten bei. Produktivitätseinbußen, die Schädigung der Volksgesundheit sowie die Vergeudung von Treibstoff schränken darüber hinaus die ökonomische Entwicklung des Landes ein. Um vorhandene technische Systemlösungen umzusetzen, sind Interventionen auf verschiedenen Ebenen notwendig: Es bedarf eines politischen Willens und klarer rechtlicher Rahmenbedingungen. Die handelnden Institutionen müssen Ihre Ressourcen besser nutzen und ihre Leistungsfähigkeit erhöhen. Die verschiedenen Akteure müssen besser kooperieren und sich koordinieren. Schließlich werden dem Subsidiaritätsprinzip folgend Finanzierungsangebote auf der operativen Ebene benötigt.

SUTIP-Planung: Fußgängerzone in Bogor © GIZ

Ziel

In indonesischen Städten wird eine umwelt-, energie- und klimafreundliche Verkehrsplanung umgesetzt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben verfolgt einen dualen Ansatz, um zu einer nachhaltigen Entwicklung des Landes und zu verbesserter urbaner Lebensqualität beizutragen:

  • Unterstützung des Indonesischen Ministeriums für Nationale Entwicklungsplanung (BAPPENAS). SUTIP arbeitet mit dem Partnerministerium gemeinsam an den politischen Rahmenbedingungen zur Umsetzung einer klimafreundlichen Mobilität (Strategien, Richtlinien, Fünf-Jahres-Planung). Vorschläge und Ansätze werden ausgearbeitet, intensiv diskutiert und nachfolgend verabschiedet. Das Projekt berät außerdem die Abteilung für städtischen Verkehr im nationalen Transportministerium bei der Formulierung und Umsetzung von Grundlagenpapieren.
  • Unterstützung ausgewählter Städte. SUTIP arbeitet in vier Städten und zwei Agglomerationen auf Java und Sumatra (Bogor, Surakarta, Yogyakarta, Palembang, Großraum Bandung und Denpasar), um nationale Richtlinien in deren städtischen Verkehrsplanungen zu verankern. Darüber hinaus werden Aktionspläne zur nachhaltigen Verkehrsentwicklung implementiert, der öffentliche Busverkehr entsprechend restrukturiert und erste Konzepte des „Transport Demand Management“ (TDM), das heißt die Gestaltung und Kontrolle von Verkehrsnachfrage, sowie des „nicht motorisierten Transports“ an die jeweiligen Gegebenheiten der einzelnen Städte angepasst und umgesetzt.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

  • SUTIP unterstützt die Überarbeitung der nationalen Verkehrspolitik, verschiedene Vorschläge und Ansätze wurden intensiv diskutiert und nachfolgend verabschiedet. Auf lokaler Durchführungsebene folgen die Planungen und erste konkrete Umsetzungen den Prinzipien nachhaltiger urbaner Mobilität.
  • Aktionspläne zur Verkehrsplanung der vier Partnerstädte wurden vorbereitet, diskutiert und in Behörden und beteiligten Institutionen der Partnerstädte verbreitet, um eine bessere Kooperation und Koordinierung für die Umsetzung zu erreichen.
  • „Bus Rapid Transit“-Konzepte (BRT), das heißt ein optimiertes Schnellbussystem, und Operationspläne wurden in Zusammenarbeit mit den in den Partnerstädten zuständigen Transportämtern, Planungsbehörden und Betreibern entwickelt und zur Umsetzung gebracht. Dadurch fahren nun deutlich mehr Busse in den Städten.
  • Maßnahmen des Transport Demand Management wurden eingeführt und sind in Überarbeitung. Die Maßnahmen wurden an die spezifischen Gegebenheiten der jeweiligen Städte angepasst und umgesetzt. Hier gab es vor allem Fortschritte in der Parkraumbewirtschaftung, die Nutzung von Motorrädern wurde eingeschränkt.
  • Fußgängerfreundlichkeit ist ein erklärtes Ziel aller Partnerstädte, entsprechende Maßnahmen wurden von SUTIP planerisch und prozessbegleitend umgesetzt. Einzelne Straßen und städtische Bereiche haben nun bessere Fußwege, die Bedeutung von fußgängerfreundlichen Zonen wird wahrgenommen. Mehr Menschen gehen zu Fuß und die Lebensqualität der Städte ist insgesamt gestiegen.
  • Konzepte und Vorplanungen für den Bau eines neuen Bahnhofs in Bogor wurden durch SUTIP auf Grundlage von „Transit Oriented Development“ (TOD), der Förderung einer städtischen Entwicklung, die sich an Fußgänger- und Radfreundlichkeit sowie am Zugang zu öffentlichem Personenverkehr orientiert. 

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