Wald- und Klimaschutz (FORCLIME)

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wald- und Klimaschutz (FORCLIME)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indonesien
Politischer Träger: Indonesisches Umwelt- und Forstministerium (MoEF)
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2016

Indonesien. Mensch und Wald – Wald als Existenzgrundlage der Dayak. © GIZ

Ausgangssituation
Indonesien beherbergt einige der größten und vielfältigsten tropischen Regenwälder der Erde. Auf kurzfristige Ausbeutung ausgerichtete Bewirtschaftungspraktiken, illegaler Holzeinschlag und Waldbrände haben den Wald jedoch stark dezimiert. Jedes Jahr fallen in Indonesien etwa eine Million Hektar Waldflächen der Ausdehnung von Plantagen und Bergbaugebieten zum Opfer. Entwaldung und die Degradierung von Wäldern sind verantwortlich für Indonesiens hohe Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen). Der Forstsektor spielt deshalb eine Schlüsselrolle in Indonesiens Bemühungen zur Minderung des Klimawandels. Die Zuständigkeiten für die Waldbewirtschaftung sind jedoch seit der Dezentralisierung oft unklar. Die notwendigen politischen und institutionellen Rahmenbedingungen sowie Kompetenzen und Ressourcen fehlen.

Ziel
Öffentliche und private Akteure setzen verbesserte Rahmenbedingungen, Methoden und Dienstleistungen für nachhaltige Waldbewirtschaftung, Biodiversitätsschutz sowie für die Reduktion von Treibhausgasen aus Entwaldung und Walddegradierung mit konfliktsensiblen Instrumenten um. Langfristig sind die THG-Emissionen aus dem Forstsektor reduziert, die Lebenssituation in armen ländlichen Kommunen ist verbessert.

Vorgehensweise
Das Programm FORCLIME gliedert sich in sechs Handlungsfelder:
  1. Nationales und subnationales regulatorisches Rahmenwerk (Forst- und Klimapolitikberatung)
    Die GIZ unterstützt das indonesische Umwelt- und Forstministerium dabei, verbesserte regulatorische und institutionelle Rahmenbedingungen zu entwickeln und umzusetzen. Diese sollen nachhaltige Waldbewirtschaftung ermöglichen und Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation, REDD+) mindern.
  2. Nachhaltige Waldwirtschaft und REDD+
    Im Rahmen der indonesischen Reform des Forstsektors unterstützt FORCLIME den Aufbau von Forstämtern, insbesondere durch Qualifizierung von Personal sowie bei der Erstellung von Management- und Geschäftsplänen im Kontext von Klimaschutz/REDD+, guter Regierungsführung, Gemeindebeteiligung und holzbasierten erneuerbaren Energien.
  3. Nachhaltige Waldbewirtschaftung in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor
    Das Vorhaben fördert gezielt die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern), indem es beispielsweise private Forstunternehmen in Kalimantan bei der Zertifizierung von Waldbewirtschaftung (FSC) unterstützt.
  4. Nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung (Green Economy)
    FORCLIME unterstützt relevante Akteure in Indonesien dabei, finanzielle Anreizsysteme für die Ressourcen schonende Bewirtschaftung von Wäldern (Green Economy) zu entwickeln. In Pilotdistrikten werden Projekte umgesetzt, die zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung beitragen, darunter Ökotourismus und Agroforstwirtschaft.
  5. Förderung von Trainingsinstitutionen
    FORCLIME arbeitet mit Aus- und Weiterbildungszentren des indonesischen Umwelt- und Forstministeriums daran, praxis- und bedarfsorientierte Fortbildungsmaßnahmen und Trainings zu entwickeln. Damit sollen die Kompetenzen der Forstbehörden erhöht werden, insbesondere im Themenfeld nachhaltige Waldwirtschaft, Klimaschutz/REDD+, Biodiversitätsschutz und konfliktsensitive Planung.
  6. Integration von Biodiversitätsschutz
    Basierend auf den nationalen Strategien zum Biodiversitätserhalt unterstützt FORCLIME die systematische Integration von Biodiversitätsschutz in Forstämter und die Reform des nationalen Schutzgebietssystems.
Wirkungen
Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit wurden folgende Ergebnisse erzielt:
  • Die GIZ unterstützte das Ministerium dabei, für die Reform des indonesischen Forstsektors Ressourcen auf Ministeriums-, Verwaltungs-, Forstamts- und Gemeindeebene aufzubauen. Sie führten zu mehr Transparenz, Partizipation in Planungsprozessen und effizienterem Handeln.
  • Die Themen Forstsektorreform (Forstämteraufbau) und Klimaschutz wurden in den nationalen mittelfristigen strategischen Entwicklungsplan (RPJMN 2015-2019) integriert und dienen als Basis für die Planung von Aktivitäten des Ministeriums auf nationaler und subnationaler Ebene.
  • In den drei Pilotdistrikten des Vorhabens wurden, basierend auf Fernerkundungs- und Inventurdaten, distriktweite Kohlenstoffkarten als Grundlage für Klimaschutzaktivitäten (REDD+, NAMA, LEDS) erstellt.
  • Das Ministerium wurde im Aufbau eines nationalen REDD+-Safeguards-Informationssystems (SIS) unterstützt.
  • In den drei Pilotdistrikten des Vorhabens wurden Forstämter rechtlich etabliert und Managementpläne erstellt.
  • In zwei Distrikten wurde die Entwicklung von Wertschöpfungsketten, zum Beispiel für Waldhonig und Kakao, durch Trainings in Wertschöpfungskettenanalyse und Marktzugang unterstützt. Die Einkommen der beteiligten Bauern wurden substanziell gesteigert.
  • Ein strategischer Plan der nationalen Initiative „Heart of Borneo“ (HoB) wurde in enger Zusammenarbeit mit dem WWF Indonesien entwickelt.
  • Das indonesische Umwelt- und Forstministerium hat lang- und mittelfristige strategische Pläne für die Erstellung von Kompetenzstandards für Forstämterpersonal und für andere wichtige Komponenten, die Waldbewirtschaftung mit Zielen der Minderung von THG-Emissionen verbinden, entwickelt.

Indonesien. Kleinflächige Waldrodung für Subsistenzlandwirtschaft in Kalimantan. © GIZ

Kontakt

Georg Buchholz
georg.buchholz@giz.de