Bewirtschaftung der Wasserressourcen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Management von Wasserressourcen in Jordanien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Ministry of Water and Irrigation
Gesamtlaufzeit: 2006 bis 2018

Jordanien. Das Wadi Mujib Naturreservat östlich des Toten Meeres. Foto: Thomas Imo/photothek.net / © GIZ

Ausgangssituation

Mit erneuerbaren Wasserressourcen von nur 60 Kubikmetern pro Person und Jahr gehört Jordanien zu den wasserärmsten Ländern der Welt. Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits spürbar und ein weiteres Schwinden der Ressourcen ist zu erwarten. Gleichzeitig wächst die jordanische Bevölkerung und zusätzlich hat das Land seit Beginn der Krise in Syrien mehr als 655.000 Flüchtlinge aufgenommen. Die Wasserressourcen werden so bereits seit Jahren systematisch übernutzt: Heute basiert die Versorgung der Hauptstadt Amman auf den Grundwasserressourcen des fossilen Disi Aquifers, der sich rund 300 Kilometer südlich an der Grenze zu Saudi-Arabien befindet. Ohne eine baldige Kehrtwende in Art und Umfang des Wasserverbrauchs ist die Versorgungssicherheit der Bevölkerung gefährdet.

Ziel

Die Handlungsfähigkeit der staatlichen Wasserinstitutionen Jordaniens ist angesichts des steigenden Drucks auf die begrenzten Wasserressourcen verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die Institutionen des jordanischen Wassersektors strategisch, technisch und fachlich:

  1. Die Weiterentwicklung des strategischen staatlichen Rahmenwerks und der politischen Leitlinien wird gefördert; sie bilden die Grundlage zur Bewältigung der Wasserkrise und für eine nachhaltige Ressourcennutzung.
  2. Zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit im Sektor wird ein neuer Ansatz zur Wasserressourcenplanung pilotiert: Mithilfe eines computergestützten Wasserhaushaltsmodells kann aus Parametern, wie den verfügbaren Wasserressourcen und dem Bevölkerungswachstum, der mittel- bis langfristige Wasserbedarf berechnet und eine gerechte Zuweisung der Ressourcen abgeleitet werden. Gleichzeitig ermöglicht das Modell eine verlässliche Planung der Infrastrukturbedarfe.
  3. Der größte Teil der Wasserressourcen des Landes wird nach wie vor für die landwirtschaftliche Bewässerung genutzt. Daher fördert das Vorhaben die Verbreitung effizienter Bewässerungstechnologien sowie die Nutzung aufbereiteten Abwassers, um Frischwasserressourcen zu schonen.

Kooperationspartner des Programms sind die KfW Entwicklungsbank, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM). Ferner unterstützt die Consultingfirma GOPA Infra die Umsetzung des Vorhabens.

Wirkungen

Die Managementkompetenz des jordanischen Partnerministeriums wurde durch strategische Beratung und Unterstützung bei der Wasserrahmenplanung deutlich verbessert.

In sechs Gouvernoraten arbeiten die Wasserbetriebe heute als dezentralisierte, teilautonome Gesellschaften. Damit werden etwa sechs Millionen Menschen qualitativ und quantitativ besser mit Wasser versorgt. Insbesondere im Zentrum des Landes verbesserte das Engagement der Privatwirtschaft die finanzielle Situation der Wasserbetriebe und damit den Service für die Verbraucher.

Rund 30 Prozent der Landwirte im Jordantal wurden zur Bewässerung mit behandeltem Abwasser geschult. Dabei sichert ein vom Vorhaben entwickelter, national verbindlicher technischer Standard die Qualität der erzeugten Lebensmittel, entsprechend den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation.

Gleichzeitig wurden im Jordantal Wassernutzergemeinschaften gegründet, in denen Landwirte auf über der Hälfte der Gesamtanbaufläche für die effiziente Verteilung der Wasserressourcen Sorge tragen. Der partizipative Ansatz stärkt nicht nur die Teilhabe – auch die Wasserverteilung erfolgt heute zuverlässiger und die landwirtschaftlichen Erträge sind gestiegen.
Mit dem Highland Water Forum ist eine weitere partizipative Plattform geschaffen worden, auf der sich Landwirte für eine Reduzierung der Grundwasserentnahmen einsetzen. Aktionspläne wurden entworfen, die, über eine Weiterentwicklung der rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen sowie die Förderung wassersparender Technologien, den Wasserverbrauch verringern sollen.

Jordanien. Tomatenernte in einem Treibhaus im Jordantal. Foto: Thomas Imo / photothek.net / © GIZ