Management von Wasserressourcen in Jordanien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Management von Wasserressourcen in Jordanien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Ministry of Water and Irrigation
Gesamtlaufzeit: 2006 bis 2019

Jordanien. Das Wadi Mujib Naturreservat östlich des Toten Meeres. Foto: Thomas Imo/photothek.net / © GIZ

Ausgangssituation

Mit erneuerbaren Wasserressourcen von nur 60 Kubikmetern pro Person und Jahr gehört Jordanien zu den wasserärmsten Ländern der Welt. Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits spürbar und eine weitere Abnahme der Ressourcen ist zu erwarten. Gleichzeitig wächst die jordanische Bevölkerung, und zusätzlich hat das Land seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien mehr als 666.000 Flüchtlinge aufgenommen. Die Wasserressourcen werden deshalb bereits seit Jahren laufend übernutzt. Heute beruht die Versorgung der Hauptstadt Amman auf den Grundwasserressourcen des fossilen Aquifers Disi, der sich ca. 300 Kilometer südlich an der Grenze zu Saudi-Arabien befindet. Ohne eine baldige Kehrtwende im Hinblick auf Art und Umfang des Wasserverbrauchs ist die Versorgungssicherheit der Bevölkerung gefährdet.

Ziel

Die nationalen Wasserinstitutionen von Jordanien sind besser in der Lage, Maßnahmen gegen die sich verschärfende Wasserknappheit zu treffen.

Vorgehensweise

Das Programm unterstützt die Institutionen des jordanischen Wassersektors in strategischer, technischer und fachlicher Hinsicht:

  • Die Weiterentwicklung des nationalen Strategierahmens und der politischen Leitlinien wird gefördert; diese bilden die Grundlage für die Bewältigung der Wasserkrise und eine nachhaltige Ressourcennutzung.
  • Zur Verbesserung der Planungskompetenzen im Wassersektor wird ein neuer Ansatz zur Wasserressourcenplanung pilotiert: Mithilfe eines computergestützten Wasserhaushaltsmodells kann aus Parametern wie den verfügbaren Wasserressourcen und dem Bevölkerungswachstum der mittel- bis langfristige Wasserbedarf berechnet und eine gerechte Zuweisung der Ressourcen abgeleitet werden. Gleichzeitig ermöglicht das Modell eine verlässliche Planung der Infrastrukturbedarfe.
  • Der größte Teil der Wasserressourcen des Landes wird nach wie vor für die Bewässerung in der Landwirtschaft genutzt. Daher fördert das Vorhaben durch die Gründung von Wassernutzergemeinschaften und die Verbreitung effizienter Bewässerungstechnologien ein effizientes Bewässerungsmanagement.
  • Das Projekt unterstützt den Wassersektor bei wichtigen Governance-Reformen bei einer verstärkten Regulierung und Leistungskontrolle sowie bei der Einbindung von privaten Akteuren in die Wasser- und Sanitärversorgung.

Kooperationspartner des Programms sind die KfW Entwicklungsbank und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Wirkungen

Die Managementkompetenzen des jordanischen Ministeriums für Wasser und Bewässerung (Ministry of Water and Irrigation) haben sich durch eine strategische Beratung und die Unterstützung bei der Wasserrahmenplanung deutlich verbessert.

In sechs Gouvernoraten arbeiten die Wasserversorger inzwischen als dezentralisierte, teilautonome Gesellschaften. Damit werden etwa sechs Millionen Menschen qualitativ und quantitativ besser mit Wasser versorgt. Insbesondere im Zentrum des Landes hat die Einbindung der Privatwirtschaft die finanzielle Situation der Wasserversorger und damit die Versorgung der Bevölkerung verbessert.

Außerdem wurden im Jordantal Wassernutzergemeinschaften gegründet, in denen die teilnehmenden Landwirte für die effiziente Verteilung der Wasserressourcen sorgen. Dadurch sind mehr als die Hälfte der gesamten Anbaufläche der Region in ein nachhaltiges Wassermanagement eingebunden. Dieser partizipative Ansatz stärkt nicht nur die Teilhabe – die Wasserversorgung ist heute zuverlässiger und die landwirtschaftlichen Erträge sind gestiegen.

Schließlich wurde im Ministerium für Wasser und Bewässerung eine Abteilung für die Modellierung von Wasserressourcen aufgebaut. Die entsprechend geschulten Mitarbeiter arbeiten regelmäßig Zukunftsszenarien in Bezug auf die Entwicklung der Wasserressourcen aus, die zur strategischen Entscheidungsfindung und Planung genutzt werden.

Jordanien. Tomatenernte in einem Treibhaus im Jordantal. Foto: Thomas Imo / photothek.net / © GIZ

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