Soziale Absicherung im Krankheitsfall

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Soziale Absicherung im Krankheitsfall
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kambodscha
Partner: BBraun, NovoNordisk
Politischer Träger: Gesundheitsministerium Kambodscha
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

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Ausgangssituation

In Kambodscha ist die Gesundheitsversorgung in staatlichen Einrichtungen bis auf Impfungen und die Behandlung von HIV, Tuberkulose und Malaria meist nicht kostenfrei. Der Staat hat mit Unterstützung durch Entwicklungspartner in den letzten Jahren eine beitragsfreie Krankenversicherung für Arme und bedürftige Bevölkerungsgruppen aufgebaut und für Arbeitnehmer*innen eine beitragsfinanzierte soziale Krankenversicherung etabliert. 60 Prozent der Bevölkerung werden jedoch dem informellen Sektor zugerechnet. Etwa zwei Drittel davon leben nur knapp oberhalb der Armutsgrenze. 

Die unzureichende Qualität und Versorgungsdichte der staatlichen Gesundheitsversorgung hat in den letzten beiden Jahrzehnten zu einem starken Wachstum des privaten Gesundheitssektors geführt. Dieser erbringt inzwischen 70 Prozent aller Gesundheitsdienstleistungen, wird allerdings nur wenig reguliert.
Kambodschas Regierung verfolgt die Strategie, die soziale Absicherung im Krankheitsfall auszuweiten. Darüber hinaus soll eine flächendeckende, leistungsfähige und an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtete Gesundheitsversorgung gefördert werden. Dazu gehören auch Anmelde- und Zulassungsprozeduren für öffentliche und private Leistungsanbieter. Krankheiten sollen eingedämmt, die Mütter-, Kinder- und Säuglingssterblichkeit verringert werden.

Ziel

Der kambodschanische Staat kann die Finanzierung des Gesundheitssystems effizienter und gerechter  steuern, um eine qualitätsorientierte, bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung anzubieten.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt das Gesundheitsministerium beim Aufbau eines Systems für externe, unabhängige Qualitätsüberprüfungen. Es etabliert zudem Prozesse, um die Qualität staatlicher Gesundheitseinrichtungen fortlaufend zu steigern. Die Einführung von Betriebskostenberechnungen und -analysen ermöglicht es dem Gesundheitsministerium, die technische Effizienz aller staatlichen Gesundheitsdienstleister zu beurteilen. Dafür werden auch die Qualitätskennzahlen und das Gesundheitsinformationssystem herangezogen. 

Darüber hinaus wird das System der Krankenversicherung gestärkt, etwa durch Schulungen für Mitarbeiter*innen des Nationalen Fonds für Soziale Sicherung, der zuständigen Behörde. Außerdem wird der Austausch zwischen politiknaher Forschung und dem Gesundheits- und Finanzministerium gestärkt. 

Das Vorhaben versetzt politische und zivilgesellschaftliche Akteure der Regionen und Gemeinden in die Lage, ihre Aufgaben effektiver wahrzunehmen.

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