Programm zur Unterstützung des Plans der Provinz Khyber Pakhtunkhwa für den Bildungssektor

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zur Unterstützung des Plans der Provinz Khyber Pakhtunkhwa für den Bildungssektor (ESP)
Auftraggeber: Europäische Union
Land: Pakistan
Politischer Träger: Ministerium für Grund- und Sekundarschulbildung von Khyber Pakhtunkhwa
Gesamtlaufzeit: 10. Oktober 2016 bis 09. Mai 2018

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Ausgangssituation

Pakistan belegt im Index für menschliche Entwicklung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen Platz 136 von 159. Im Vergleich mit dem nationalen Durchschnitt von 4 % gibt Pakistan weniger als 2 % seines BIP für Bildung aus. Zwar wurde der Zugang zu Schulen in den letzten Jahren verbessert, aber es bleibt noch viel zu tun. So ist die Ungleichheit, die ihren Niederschlag vor allem in Armut und großen Unterschieden zwischen Stadt und Land sowie zwischen Jungen und Mädchen findet, eine ernstzunehmende Hürde auf dem Weg zu einer universellen Grundbildung. Mehr als ein Drittel aller Kinder im Grundschulalter gehen nicht zur Schule (fast 7 Millionen Kinder). Davon sind 60 % Mädchen. Khyber Pakhtunkhwa weist gegenüber vielen anderen Regionen Pakistans einen erheblichen Entwicklungsrückstand auf. So liegt der Anteil der Kinder, die eine Schule besuchen, unter dem nationalen Durchschnitt, und zwar vor allem in ländlichen Gebieten. Darüber hinaus kann knapp die Hälfte der Bevölkerung der Provinz nicht lesen und schreiben, wobei die Unterschiede zwischen Männern und Frauen groß sind. Ein ähnliches Ungleichgewicht zeigt sich auch beim schulischen Erfolg: So verlassen doppelt so viele Jungen wie Mädchen die Grundschule mit einem Abschluss.

Die größten Herausforderungen betreffen dabei die Qualität der Bildung. So führt schlechter Unterricht vielfach zu geringen Lernerfolgen. Die Folge: eine massive Jugendarbeitslosigkeit und wenige Möglichkeiten, eine Berufsausbildung zu absolvieren. Mädchen und Frauen bleiben dabei meistens nur die einfachsten Formen der Beschäftigung, während deutlich mehr Männer als Frauen einer bezahlten Tätigkeit nachgehen.

Der Bildungsplan für Khyber Pakhtunkhwa (Education Sector Plan – ESP) ist mittelfristig angelegt und soll nicht nur die Entwicklung von Kompetenzen, sondern auch Fortschritt, Frieden und Wohlstand in der gesamten Provinz fördern. Das Hauptziel des ESP besteht darin, Richtlinien für die Erstellung von kurz- bis mittelfristigen Plänen zu entwickeln. Gleichzeitig dient der ESP als Monitoring- und Evaluierungsinstrument, um festzustellen, inwieweit die in Einklang mit den Milleniumsentwicklungszielen (MDGs) und der UNESCO-Initiative „Bildung für Alle“ festgelegten Ziele erreicht wurden. Der ESP wurde 2015 herausgegeben und soll nun aktualisiert werden. So wurden die MDGs inzwischen durch die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ersetzt.

Mithilfe der unten genannten 10 Schwerpunkte, die die Provinz in ihrem ESP definiert hat, sollen die Zahl der Mädchen und Jungen, die eine Schule besuchen und erfolgreich abschließen, gesteigert und die Qualität der Grundbildung verbessert werden:

  1. Verbesserung des Zugangs zu Bildung; gerechter Zugang zu Bildung
  2. Verbesserung der Unterrichtsqualität
  3. Verbesserung von Lehrplänen, Schulbüchern und Lehrmaterialien
  4. Personalentwicklung
  5. Verbesserung der Infrastruktur
  6. Wiederherstellung von Bildungsmöglichkeiten in Krisensituationen
  7. Bekämpfung des Analphabetismus unter Erwachsenen und Förderung der nichtformellen Bildung
  8. Verbesserung von Regierungsführung und Management
  9. Förderung von Partnerschaften und Einbeziehung der Gemeinschaften
  10. Förderung von Partnerschaften mit Privatschulen durch Bildungsstiftungen in Khyber Pakhtunkhwa

Trotz politischer Unruhen, Terroranschlägen und Naturkatastrophen ist die Regierung von Khyber Pakhtunkhwa (GoKP) fest entschlossen, die Bildung zu fördern. So liegt der Anteil der Bildungsangaben an den Gesamtausgaben der Provinz bei ca. 50 %. In den letzten Jahren ist der Anteil der Kinder, die eine Schule besuchen, gestiegen; dies gilt insbesondere für Mädchen. Anreize wie Zuschüsse für Mädchen und kostenlose Schulbücher für alle Schülerinnen und Schüler haben dazu beigetragen, dass inzwischen mehr Kinder die Schule besuchen bzw. die Schule nicht vorzeitig abbrechen. Allerdings kann sich die Lage schnell wieder ins Gegenteil verkehren, insbesondere in vielen benachteiligten Regionen.

Ziel

Das übergeordnete Ziel des von der Europäischen Union finanzierten Programms zur Unterstützung des Plans der Provinz Khyber Pakhtunkhwa für den Bildungssektor (KP-ESPSP) besteht darin, die GoKP bei der Bekämpfung der Armut, der Förderung von nachhaltigem und inklusivem Wachstum und der Festigung der Demokratie zu unterstützen.

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Vorgehensweise

Im Wesentlichen geht es bei dem ESP darum, die Grund- und Sekundarbildung (ESED) in zwei wichtigen Bereiche zu verbessern, nämlich:

  • bei der Bereitstellung qualitativ hochwertiger, relevanter und sorgfältig ausgewerteter Daten in einem Format, das a) die Anforderungen der Endnutzer erfüllt und b) den Verantwortlichen die Möglichkeit bietet, diese Informationen für politische Entscheidungsprozesse zu nutzen; und
  • bei der Führung und dem Management des Lehrerfortbildungsinstituts der Provinz (PITE) und insbesondere beim Lehrerfortbildungsprogramm sowie in den Bereichen Planung, Umsetzung und Monitoring.

Es ist entscheidend, dass das Programm die Bereiche identifiziert, in denen die Arbeit der Stakeholder des Sektors am effektivsten gefördert werden kann, beispielsweise durch eine regelmäßige, offene Kommunikation mit wichtigen Partnern wie dem KESP2-Programm von Adam Smith International. Außerdem soll das Programm unter der Federführung des ESED und des ESED-Lenkungsausschusses tätig werden.

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Wirkung

Der Anfangsbericht wurde im März 2017 verabschiedet. Zurzeit wird sowohl für PITE als auch für EMIS eine Analyse der institutionellen Strukturen und der Kapazitäten durchgeführt. Auf Grundlage der Ergebnisse werden in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Grund- und Sekundarbildung von Khyber Pakhtunkhwa sowie der Europäischen Union und anderen relevanten Stakeholdern weitere Maßnahmen umgesetzt.