TZ-Leistungen für zur Unterstützung des Plans der Provinz Khyber Pakhtunkhwa für den Bildungssektor (KP-ESPSP)

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: TZ-Leistungen zur Unterstützung des Plans der Provinz Khyber Pakhtunkhwa für den Bildungssektor (KP-ESPSP)
Auftraggeber: Europäische Union
Finanzier: Europäische Union
Land: Pakistan
Politischer Träger: Behörde für Grund- und Sekundarbildung, Regierung der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, PAKISTAN
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

Ausgangssituation

2016 belegte Pakistan im UNDP-Index für menschliche Entwicklung Platz 147 von 188. Pakistan gibt regelmäßig weniger als 2 Prozent seines BIP für Bildung aus, was eine Verbesserung des Niveaus der menschlichen Entwicklung innerhalb des Landes wesentlich erschwert. In der Provinz Khyber Pakhtunkhwa (KP) sind diese Probleme besonders ausgeprägt. Auch wenn der Zugang zu Schulen in den ver-gangenen Jahren verbessert wurde, gibt es bei der Sicherstellung der Unterrichts-qualität und höherer Lernerfolge noch viel zu tun. 

So ist die Ungleichheit, die ihren Niederschlag vor allem in Armut und großen Un-terschieden zwischen Stadt und Land sowie zwischen Jungen und Mädchen findet, eine ernstzunehmende Hürde dafür, dass Kinder die Grundschule abschließen. Mehr als ein Drittel aller Kinder im Grundschulalter gehen nicht zur Schule (fast 7 Millionen Kinder). Davon sind 60 Prozent Mädchen. Khyber Pakhtunkhwa weist ge-genüber den anderen Regionen Pakistans einen erheblichen Entwicklungsrück-stand auf. So liegt der Anteil der Kinder, die eine Schule besuchen, unter dem nati-onalen Durchschnitt, insbesondere in ländlichen Gebieten. Darüber hinaus kann nur knapp die Hälfte der Bevölkerung der Provinz lesen und schreiben, wobei die Unterschiede zwischen Männern und Frauen groß sind. Ein ähnliches Ungleich-gewicht zeigt sich auch beim schulischen Erfolg: So verlassen doppelt so viele Jun-gen wie Mädchen die Grundschule mit einem Abschluss.

Die größten Herausforderungen betreffen dabei die Qualität der Bildung. So führt der häufig schlechte Unterricht zu geringen Lernerfolgen. Die Konsequenz: massi-ve Jugendarbeitslosigkeit und kaum Möglichkeiten, eine Berufsausbildung oder an-dere Qualifizierungsmaßnahmen zu absolvieren. Mädchen und Frauen werden da-bei überwiegend in die prekärsten Formen der Beschäftigung gedrängt, da sie häu-fig keinen Schulabschluss haben und aufgrund kultureller Faktoren an die häusli-che Sphäre gebunden sind.
 

Children at government primary school in KPK

Trotz politischer Unruhen, Terroranschlägen und Naturkatastrophen setzt sich die Regierung von Khyber Pakhtunkhwa entschlossen für die Förderung des Bildungs-sektors ein. In den letzten Jahren ist der Anteil der Kinder in Khyber Pakhtunkhwa, die eine Schule besuchen, gestiegen; dies gilt insbesondere für Mädchen. Anreize wie Zuschüsse für Mädchen und kostenlose Schulbücher für alle Schülerinnen und Schüler haben dazu beigetragen, dass inzwischen mehr Kinder die Schule be-suchen bzw. die Schule nicht vorzeitig abbrechen. Ohne eine nachhaltige Fortset-zung dieser Förderstrategie kann sich die Lage allerdings schnell wieder ins Gegen-teil verkehren.

Die Herausforderung für die Regierung und ihre Partner im technischen Bereich besteht darin, die Kapazitäten und Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter so zu entwickeln, dass diese die Durchführung von Bildungsleistungen effizient und effektiv koordinieren können.
Dies ist der Schwerpunkt des KP-ESPSP-Programms.
 

Workshop on Need Assessment with DCTE

Ziel

Das übergeordnete Ziel des von der EU geförderten Programms zur Unterstützung des Plans der Provinz Khyber Pakhtunkhwa für den Bildungssektor (KP-ESPSP) besteht darin, die Regierung von KP bei der Beseitigung von Armut, der Förderung von nachhaltigem und inklusivem Wachstum und der Festigung der Demokratie zu unterstützen. 

Das spezifische Ziel des KP-ESPSP-Programms besteht darin, die Qualität der Grund- und Sekundarbildung in KP zu verbessern. Dazu werden sorgfältig geplante Capacity-Development-Maßnahmen durchgeführt, die darauf ausgerichtet sind, die Verwaltung und Nutzung von Daten zu verbessern. Außerdem zielt das Programm auf Verbesserungen bei der Organisation und Koordination von Lehrerfortbildungen.

Vorgehensweise

Das KP-ESPSP-Programm bedient die Kapazitäts- und Fähigkeitsbedarfe der Be-hörde für Grund- und Sekundarbildung im Wesentlichen in zwei Bereichen:

  • Bereitstellung qualitativ hochwertiger und relevanter Daten mit Hilfe von EMIS (Education Management Information System) in einem Format, das Entscheidungsträgern und Führungskräften die Möglichkeit bietet, diese In-formationen für Entscheidungsprozesse zu nutzen; und
  • Leitung und Verwaltung des Lehrerfortbildungsinstituts der Provinz (PITE), im Besonderen in Bezug auf die Planung, die Umsetzung und das Monitoring des Lehrerfortbildungsprogramms.

Das Programm geht ausdrücklich wesentliche Herausforderungen innerhalb des Systems an und arbeitet mit der Behörde für Grund- und Sekundarbildung zusam-men, um positive Effekte zu erzielen. Durch die in den ersten sechs Monaten des Programms durchgeführten Arbeiten im Bereich Forschung und Entwicklung wur-den folgende Maßnahmen identifiziert, mit denen das Programm einen Mehrwert anstrebt:

  • Weiterentwicklung von EMIS Cell, um die Analyse und Darstellung von Daten auch nicht technisch versierten Nutzern zu ermöglichen
  • Entwicklung von Qualitätsstandards für das Datenmanagement in der Behör-de für Grund- und Sekundarbildung
  • Förderung der Nachfrage nach Daten in der Behörde für Grund- und Sekund-arbildung zur Stärkung der Entscheidungsfähigkeit
  • Stärkung der Kompetenzen von PITE in der Planung, der Durchführung und dem Monitoring von Schulungen für Lehrer und Direktoren
  • Entwicklung von Qualitätsstandards für Lehrerausbilder – KP wäre die erste Provinz in Pakistan, die sich dieser Aufgabe widmet, und
  • Feststellen, welche Möglichkeiten PITE hat, um die Qualität und die Wirkung professioneller Entwicklungsmaßnahmen zu steigern

Wirkung

  • Durchführung von zwei innovativen Forschungsstudien zur Bedarfsanalyse: März bis Juli 2017
  • Die Ergebnisse der Bedarfsanalyse wurden vom Programm und der Regie-rung gezielt zur Entwicklung einer Capacity-Development-Strategie sowie ei-nes umfassenden Programms für Schulungen und Mentoring-Maßnahmen für Beamte genutzt
  • Einführung einer Capacity-Development-Strategie: Dezember 2017 bis Mai 2018. Es wurden 80 Workshops durchgeführt, die auf verschiedene festge-stellte Bedarfe der beiden anvisierten Behörden (EMIS Cell und PITE) ausge-richtet waren.
  • Erstellung einer Reihe von Policy Papers für Planungen der staatlichen Stel-len: März bis Mai 2018.
  • Planung eines Seminars zum politischen Dialog mit Vertretern von Regie-rung und GIZ in der EU-Repräsentanz im Mai 2018.

 

Science class at goverment primary school in Noshera District of KPK