Die Lebensbedingungen in Palästina stabilisieren

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Stabilisierung Palästinas
Auftraggeber: Auswärtiges Amt
Land: Palästinensische Gebiete
Politischer Träger: Palästinensisches Finanzministerium
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

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Ausgangssituation

Krisen und Konflikte prägen die Palästinensischen Gebiete seit Jahrzehnten. Sie gehen einher mit Bewegungseinschränkungen, hohen Arbeitslosenquoten, kriegsbedingten Traumaerfahrungen und steigender Armut der palästinensischen Bevölkerung. Die Leidtragenden dieser angespannten und instabilen Situation sind in besonderem Maße Kinder und Jugendliche, die über die Hälfte der palästinensischen Bevölkerung ausmachen. Der unbefriedigende Status Quo geht einher mit Enttäuschung über die politischen Repräsentanten und einem Gefühl von allgemeiner Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit.

Ziel

Die Lebensbedingungen der palästinensischen Bevölkerung in wenig beachteten Gebieten im Westjordanland und im Gazastreifen sind verbessert.

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Vorgehensweise

Infrastruktur zur Verbesserung von öffentlichen sozialen Dienstleistungen:

In sechs Gemeinden des Westjordanlands werden ambulante Kliniken, Gemeindezentren, ein Kindergarten und ein Spielplatz errichtet. Sie bieten der Bevölkerung einen verbesserten Zugang zu Gesundheitsversorgung, frühkindlichen Erziehungsangeboten sowie zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben.

Verbesserung des psychosozialen Wohlbefindens von Kindern und Jugendlichen im Gazastreifen:

Das Vorhaben befähigt Sportexpert*innen, Psycholog*innen und Psychiater*innen dazu, sportbasierte psychosoziale Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche zu entwickeln und umzusetzen. Die Angebote widmen sich den Auswirkungen von Trauma und Konflikt und helfen beim Umgang mit schwierigen Lebensbedingungen. Der Ansatz wird durch notfallpsychologische Maßnahmen für Kinder und Familien in akuten Belastungssituationen ergänzt. Mobile Satelliten-Teams führen Hausbesuche bei betroffenen Familien in besonders wenig beachteten Gebieten des Gazastreifens durch und leisten psychologische Erste Hilfe.

Stärkung von persönlichen und sozialen Kompetenzen von Jugendlichen:

Darüber hinaus fokussiert das Vorhaben darauf, die Widerstandsfähigkeit von Jugendlichen in Bezug auf ihre schwierigen Lebensbedingungen in C- und B-Gebieten des Westjordanlands und dem Gazastreifen zu erhöhen. Ziel ist, ihre gesellschaftliche Teilhabe in den jeweiligen Heimatdörfern und -regionen durch den Ausbau ihrer persönlichen und sozialen Kompetenzen zu verbessern. Hiermit erhöht sich die Chance auf ein gewaltfreies Engagement in gesellschaftlichen Prozessen, was zur Verbesserung der Lebensbedingungen in ihren Heimatdörfern und -regionen beiträgt.

Wirkungen

Die ausgebaute Infrastruktur trägt unmittelbar zu einer qualitativen Verbesserung der Gesundheitsversorgung und der Erziehungsangebote sowie zu einer breiteren Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben für die palästinensische Bevölkerung bei. Dabei wurde der Aspekt der Nachhaltigkeit und der vordringliche Bedarf an einer verbesserten Versorgung mit öffentlichen sozialen Dienstleistungen in den Auswahlkriterien für Infrastrukturmaßnahmen berücksichtigt.

Das psychologische Grundlagen- und Aufbautraining befähigt die Trainer*innen, psychosoziale Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche effektiv anzubieten. Insgesamt über 500 Kinder und Jugendliche profitieren derzeit von sportbasierten Unterstützungsprogrammen. Über 4.700 Kinder, Eltern und Bezugspersonen in akuten Belastungssituationen profitieren von notfallpsychologischen Maßnahmen und weiterführenden Therapieangeboten im Gazastreifen.

Die Steigerung der Kompetenzen und Resilienz von Jugendlichen wird in Kooperation mit ausgewählten zivilgesellschaftlichen Organisationen umgesetzt. Die Projekte fördern Jugendinitiativen und befähigen Jugendliche dazu, an Entscheidungsprozessen teilzunehmen und die Hindernisse, die ihr Engagement in sozialen, politischen, kulturellen oder Umweltinitiativen betreffen, einzuschränken. Die Jugendlichen selbst fungieren als Multiplikatoren; sie wenden gelerntes Wissen und Trainingsinhalte an und geben diese weiter, was zur Verbreitung der Initiativen beiträgt.

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