Zukunft für Palästina

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Zukunft für Palästina V
Auftraggeber: Auswärtiges Amt
Land: Palästinensische Gebiete
Politischer Träger: Palästinensisches Finanzministerium
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

Palästinensische Gebiete. Mädchen beim Volleyballspiel in Al Maghazi.© GIZ / Hosam Salem

Ausgangssituation

Konflikte, Krisen und politischer Wandel vollziehen sich in den Palästinensischen Gebieten mit hoher Dynamik. Unter den politischen Konflikten leiden die Bevölkerung und die wirtschaftliche Entwicklung. Die Bevölkerung erwartet von der Palästinensischen Autonomiebehörde spürbare und sichtbare Ergebnisse ihrer Regierungsarbeit. Das Auswärtige Amt unterstützt die Autonomiebehörde unter anderem durch das Programm „Zukunft für Palästina“. Es geht auf eine Initiative des damaligen deutschen Außenministers Steinmeier und des damaligen palästinensischen Ministerpräsidenten Fayyad aus dem Jahr 2008 zurück.

Ziel

Die Lebensbedingungen der Menschen in besonders benachteiligten Gegenden des Westjordanlands sind verbessert. Im Gazastreifen stehen für Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern effektive, niederschwellige Unterstützungsangebote für den Umgang mit Trauma und Konflikten zur Verfügung. Jugendliche können sich im Westjordanland und im Gazastreifen in die Kommunikations- und Entscheidungsprozesse ihrer Gemeinden einbringen.

Vorgehensweise

Baumaßnahmen im Westjordanland. Die Initiative „Zukunft für Palästina“ unterstützt benachteiligte Gemeinden durch öffentliche Infrastruktur. Schnell umsetzbare Baumaßnahmen tragen zur besseren Versorgung der Bevölkerung mit öffentlichen sozialen Dienstleistungen bei. Die Projekte erleichtern den Alltag und erhöhen die soziale Inklusion. Sie werden in enger Kooperation mit palästinensischen Partnern durchgeführt, darunter das palästinensische Finanzministerium und das Ministerium für Kommunalangelegenheiten. Projektauswahl, Bauausführung und die Qualitätssicherung von Baumaßnahmen werden gemeinsam mit den zuständigen palästinensischen Ministerien und Gemeinden vorgenommen.

Sports for Smiles. Sportexperten, Psychologen und Psychiater entwickeln gemeinsam mit der GIZ Sportkurse, die Sport und psychosoziale Unterstützung professionell verbinden. Trauma- und konfliktsensible Sportangebote für Kinder und Jugendliche, regelmäßige Supervision der Trainerinnen und Trainer, intensive Elternarbeit und standardisierte Evaluierungen sind der Kern von „Sports for Smiles“. Es ergänzt das Angebot psychologischer Beratungsstellen und erweitert die verfügbare psychosoziale Unterstützung im Gazastreifen.

Youth Create Change. „Youth Create Change“ basiert auf einer Länderanalyse zu Jugendrechten. In zehn Kommunen im Gazastreifen und dem Westjordanland erarbeiten Jugendliche und Gemeindevertreter jährlich gemeinsam Jugendaktionspläne und bauen so nachhaltige lokale Beteiligungsstrukturen auf. Die Gemeinden stellen dafür regelmäßig Finanzmittel und Räume zur Verfügung. Ansprechpartner für die Jugendlichen sind qualifizierte Jugendbeauftragte der Gemeinden. Alle zwei Jahre wählen die Jugendlichen aus ihren Reihen mehrere Interessensvertreter.

Wirkungen

Baumaßnahmen in 11 Gemeinden des Westjordanlandes

  • Die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben verbessert sich für 19.000 Bürgerinnen und Bürger in 5 Gemeinden. Familien vor Ort nutzen kommunale Veranstaltungsräume, Begegnungszentren und öffentliche Parkanlagen.
  • Von verbesserten Rahmenbedingungen zur frühkindlichen Erziehung in 4 Gemeinden profitieren rund 35.000 Kinder, Eltern und Kindergärtnerinnen.
  • Verbesserte Gesundheitsversorgung durch 2 ambulante Kliniken kommt rund 10.000 Männern, Frauen und Kindern in Gemeinden und umliegenden Dörfern zugute.

„Sports for Smiles“ im Gazastreifen

  • 20 Trainerinnen und Trainer qualifizieren sich für die Umsetzung trauma- und konfliktsensibler Trainingsangebote. Sie arbeiten regelmäßig mit den Eltern der Kinder und Jugendlichen zusammen.
  • Rund 400 Kinder und Jugendliche nehmen zweimal wöchentlich an den Fußball- und Volleyballkursen in 4 Sportclubs teil. Neben Spaß am Spiel entwickeln sie auch ein positives Selbstbild. Den Auswirkungen von Trauma auf Kindesentwicklung und Wohlbefinden wird so entgegengewirkt.

„Youth Create Change“ in 10 Gemeinden des Westjordanlands und im Gazastreifen

  • Rund 1.500 Jugendliche aus den Partnergemeinden der Initiative nehmen regelmäßig an den Kommunikations- und Entscheidungsprozessen ihrer Kommune teil und bringen sich in das soziale Gemeindeleben ein.
  • Insgesamt 300 Interessensvertreterinnen und -vertreter der Jugendlichen wurden qualifiziert. Sie unterstützen die Teilhabeprozesse der Kinder und Jugendlichen in den Gemeinden und leiten den Austausch mit den Mitarbeitern von Kommunen und Gemeinderäten an.