Gemeinsamer Schutz der Sulu-Sulawesi-Meeres-Ökoregion

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Umsetzung des trilateralen Aktionsplans der Sulu-Sulawesi-Meeres-Ökoregion (SSME)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Asien: Indonesien, Malaysia, Philippinen
Politischer Träger: Indonesia’s Ministry of Marine Affairs and Fisheries (MMAF); Malaysia’s Ministry of Science, Technology and Innovation (MOSTI); Philippines‘ Department of Environment and Natural Resources (DENR)
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2017

Philippinen.Sulu-Sulawesi Marine Ecoregion (SSME) © GIZ

Ausgangssituation

Weltweit sind nur wenige Regionen so artenreich wie die Sulu-Sulawesi Marine Ecoregion (SSME). Sie ist Teil des insgesamt 640 Millionen Hektar großen Korallendreiecks im Pazifik (Coral Triangle Region) zwischen den Anrainerstaaten Indonesien, Malaysia, Timor-Leste, Papua-Neuguinea, den Philippinen und den Salomonen. Nirgendwo sonst gibt es so viele Korallen-, Krebstier- und marine Pflanzenarten. Hier leben über 3.000 Fischarten, doppelt so viele wie in jeder anderen Region der Welt. Auch einige stark bedrohte Arten wie die Echte Karettschildkröte finden hier einen Lebensraum und die Möglichkeit zur Fortpflanzung.

Die natürlichen Ressourcen der Region sind stark gefährdet. Die Gründe sind starke Übernutzung als Folge des Bevölkerungswachstums, destruktive Fischereipraktiken, rasche Küstenerschließung und andere anthropogene Einflüsse. Diese Effekte verstärkt der Klimawandel mit seinen Auswirkungen wie dem Anstieg der Wassertemperaturen und des Meeresspiegels, der Ozeanversauerung sowie höherer Sturmintensität und -frequenz. Die sechs Anrainerstaaten des Coral Triangle haben eine multinationale Partnerschaft, die Coral Triangle Initiative, gegründet, um den Folgen des Klimawandels gemeinsam zu begegnen.

Um die Herausforderungen in der Coral Triangle Region effektiv anzugehen, ist es notwendig, die Zusammenarbeit, insbesondere auch für die einzelnen Meeresregionen wie der SSME, zu intensivieren und zum Beispiel ein grenzübergreifendes Netzwerk aus marinen Schutzgebieten zu fördern. Der Aktionsplan der SSME-Anrainerstaaten Indonesien, Malaysia und Philippinen unterstreicht die globale Bedeutung und Einzigartigkeit der Meeresregion in Bezug auf Artenreichtum und natürliche Ressourcen.

Ziel

Die drei Anrainerstaaten der Sulu-Sulawesi Marine Ecoregion, Indonesien, Malaysia, Philippinen, entwickeln gemeinsam klimarelevante Raumordnungs- und Entwicklungspläne, die sie wirksam umsetzen. Sie koordinieren erfolgreich Maßnahmen eines gemeinsamen Aktionsplans und setzen zusammen grenzübergreifende Projekte im Bereich mariner Schutzgebiete, nachhaltiger Fischerei und Artenschutz um.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt Regierungsinstitutionen der Anrainerstaaten durch Beratungen und Schulungen vor allem zu klimarelevanter Planung in Küsten- und Meeresgebieten.

Um die Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern zu festigen und um einen gemeinsamen Aktionsplan zu entwickeln und umzusetzen, entsteht ein gemeinsames Projektsekretariat sowie Projektzentren in jedem der drei Länder. Darüber hinaus unterstützt das Projekt die gemeinsame Planung, Finanzierung und Durchführung von bi- oder trilateralen Projekten. Daraus resultierende Forschungsergebnisse werden in Datenbanken sowie auf Webseiten aller drei Länder und darüber hinaus veröffentlicht.

Die Erfolge und positiven Erfahrungen aus ihrer Arbeit verbreiten die Coral Triangle Initiative und die drei Anrainerstaaten der Sulu-Sulawesi Marine Ecoregion über regionale Workshops für Verantwortliche aus Regierungen und Forschungsinstitutionen. So gelangen diese Ergebnisse zu den Mitarbeitern in Behörden und Institutionen, die diese wiederum in ihre lokalen und nationalen Planungsrichtlinien integrieren können.

Wirkungen

Auf den Philippinen wurde das Projektsekretariat erfolgreich aufgebaut. Untersuchungen zum Management mariner Schutzgebiete auf den Philippinen haben Bedrohungen für die biologische Vielfalt und den Lebensunterhalt der Menschen aufgedeckt. Auf Grundlage der Ergebnisse erneuert das Projekt mit seinen Partnern die Managementpläne, um diese Bedrohungen zu minimieren.

Philippinen. Ein Junge verbringt den Nachmittag an der Küste in Silago, Southern Leyte. © GIZ

Als ein Bestandteil weiterer Maßnahmen soll ein regionales Netzwerk von Schutzgebieten zum Schutz von Meeresschildkröten und ihren Lebensräumen entstehen. Im Fokus steht dabei die Verbindung verschiedener Schutzgebiete miteinander sowie Aktivitäten, um diese an den Klimawandel anzupassen.