Reform der Berufsbildung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zur Reform der Berufsbildung in Vietnam
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sozialistische Republik Vietnam
Politischer Träger: Ministry of Labour, Invalids and Social Affairs (MoLISA)
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2017

Ausgangssituation

Vietnam strebt bis 2020 die Entwicklung zum Industrieland auf einem „grünen“ Wachstumspfad an. Die Berufsbildung spielt dabei eine zentrale Rolle, denn der Bedarf an kompetenten Arbeitskräften steigt stetig mit fortschreitendem Wachstum, neuen fachlich-technischen Herausforderungen und mit Blick auf die regionale und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Einerseits herrscht Mangel an Facharbeitern und Technikern mit praxisorientierter Berufsausbildung, andererseits treten jährlich etwa 1,4 Millionen Menschen in den Arbeitsmarkt ein. Zurzeit verfügen nur etwa 27 Prozent der Beschäftigten über eine ihrer Tätigkeit entsprechende Ausbildung. 15 Prozent haben eine formale Berufsausbildung durchlaufen.

Die Regierung Vietnams hat daher Beschäftigungsförderung und berufliche Qualifizierung zu ihren zentralen entwicklungspolitischen Zielen erklärt. Bis 2020 soll der Anteil an ausgebildeten Arbeitskräften von derzeit 30 auf 55 Prozent steigen. Außerdem soll sich die Berufsausbildung stärker am Bedarf einer „grünen“ Wirtschaft orientieren. Außerdem soll sich die Berufsausbildung stärker am Bedarf einer „grünen“ Wirtschaft orientieren.

Ziel

Das Aus- und Weiterbildungsangebot für Arbeitskräfte in Vietnam ist verbessert und am Bedarf einer „grünen“ und nachhaltigen Wirtschaft ausgerichtet.

Vorgehensweise

Gemeinsam mit den vietnamesischen Partnern führt das Programm eine umfassende Reform der Berufsbildung durch. Es leistet Politik- und Systemberatung und unterstützt ausgewählte Berufsbildungsinstitute bei der Verbesserung der Ausbildungsqualität und dem Aufbau eines Netzwerks der Kompetenzzentren für berufliche Bildung.

Unter Einbeziehung der Wirtschaft werden Konzepte für eine regional anschlussfähige Berufsausbildung entwickelt und umgesetzt. Dazu gehören auch die Einführung kooperativer Ausbildungsformen und die Gestaltung eines unabhängigen Prüfungswesens.

Die Unterstützung der Berufsbildungsinstitute konzentriert sich auf die Weiterentwicklung von Ausbildungsangeboten in wirtschaftlich dynamischen Sektoren. Dabei orientiert sich das Programm an der „grünen“ Wachstumsstrategie des Landes. Zu den Maßnahmen gehören praxisnahe Fortbildungen für Lehrer und Ausbilder, Beratung des Schulmanagements, Anpassung der bestehenden und Entwicklung neuer Ausbildungsangebote sowie Modernisierung der Ausstattung.

Wirkungen

Das Programm hat einen Beitrag zur signifikanten Verbesserung der bedarfs- und praxisorientierten Ausbildung geleistet:

  • Unter anderem wurden mehr als 200 Multiplikatoren (Lehr- und Managementpersonal der Berufsbildungsinstitute sowie Fach- und Führungskräfte der Partnerbehörde) weitergebildet.
  • Die Absolventinnen und Absolventen der unterstützten Berufsbildungsinstitute, die ihre Ausbildung in den geförderten Ausbildungsgängen der Metall- und Elektrotechnik sowie Mechatronik bereits beendet haben, haben zu 90 Prozent eine Beschäftigung gefunden.
  • Die Beratungsleistungen zu den Themen Lehrkräfte, Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, Berufsstandards und Finanzierung der Berufsbildung sind unter anderem in die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes eingeflossen.
  • Der Wert von Berufsbildung wird stärker anerkannt. Dazu haben auch Fotoausstellungen und Berufsinformationen beigetragen, die Tausende junge Menschen und Eltern erreicht haben.