Reform der Berufsbildung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Reform der Berufsbildung in Vietnam
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sozialistische Republik Vietnam
Politischer Träger: Ministry of Labour, Invalids and Social Affairs (MoLISA)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

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Ausgangssituation

Die Wirtschaft Vietnams hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine beeindruckende Entwicklung erlebt. Jährliche Wachstumsraten von 7 Prozent haben eine wirtschaftliche Dynamik angestoßen, mit der sich Vietnam von einem der ärmsten Staaten der Welt zu einem Land mit mittlerem Einkommen im unteren Bereich entwickeln konnte. Heute ist dieser Erfolg jedoch durch einen steigenden Ressourcenverbrauch, Umweltverschmutzung und einen erheblichen Mangel an ausgebildeten Arbeitskräften – diese machen nur rund 22 Prozent der Erwerbsbevölkerung aus – in Gefahr. Das vietnamesische Berufsbildungssystem und die Kompetenzen und Fähigkeiten von Berufseinsteigern werden den wirtschaftlichen Erfordernissen derzeit noch nicht gerecht. Gründe dafür sind ein unzureichender Austausch zwischen Berufsbildungsinstituten und Unternehmen sowie überholte und wenig praxisrelevante Ausbildungsgänge. Im Gegensatz zum Studium an einer Hochschule sind Berufsausbildungen bei Heranwachsenden und Eltern daher nicht sehr beliebt.

Ziel

Die Berufsbildung in Vietnam ist besser auf eine ökologisch nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ausgelegt.

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Vorgehensweise

Das Programm „Reform der Berufsbildung in Vietnam“ sieht eine Zusammenarbeit mit dem Direktorat für Berufsbildung (DVET) des Ministeriums für Arbeit, Invalide und Soziales (MoLISA) vor, um das Berufsbildungssystem institutionell und rechtlich zu reformieren. Die Bildungsangebote sollen qualitativ verbessert und bedarfsorientierter gestaltet werden; zudem ist die Einrichtung von Kompetenzzentren geplant. Das Programm verfolgt dabei einen mehrstufigen Ansatz: Ausgewählte Berufsbildungsinstitute testen verschiedene Reformmaßnahmen, und die dabei gewonnenen Erfahrungen fließen in die Umgestaltung des Berufsbildungssystems ein. Gleichzeitig erhält das DVET Unterstützung in politischen Fragen, etwa bei der Ausarbeitung von Gesetzen und Vorschriften, durch die optimale Rahmenbedingungen für eine Kooperation mit der Privatwirtschaft geschaffen werden. Dabei geht es zum Beispiel um die Qualifizierung und Zertifizierung von innerbetrieblichen Ausbildern, die Gestaltung des Berufsbildungssystems nach ökologischen Maßstäben, die Entwicklung der Berufsbildungsinstitute sowie die Qualitätssicherung.

Die Zusammenarbeit im Rahmen des Programms umfasst zwölf vietnamesische Berufsbildungsinstitute, deren technische Ausstattung durch Mittel der KfW Entwicklungsbank modernisiert wurde. Internationale Sachverständige beraten das Führungs- und Lehrpersonal bei technischen und organisatorischen Fragen. Zudem werden die Einrichtungen bei der Verbesserung der Qualität ihrer Angebote begleitet. Ein weiteres Ziel sind Kooperationen mit der Privatwirtschaft, damit praxisorientierte Ausbildungsgänge entwickelt, das innerbetriebliche Ausbildungs- und Prüfungspersonal qualifiziert, die strukturelle Ausbildung in Betrieben eingeführt und verbessert sowie an den Instituten Wirtschaftsbeiräte eingerichtet werden können. Das Programm trägt außerdem zur Entstehung, Entwicklung und Integration von ökologisch nachhaltigen Ansätzen in der Berufsbildung bei.

Die Schaffung von Kompetenzzentren – das sind Berufsbildungsinstitute, die sich durch eine besonders hohe Qualität und Nachfrageorientierung ihres Ausbildungsangebots auszeichnen – entspricht in den Fächern Mechanik, Mechatronik, Elektrotechnik und Abwasseraufbereitung internationalen Standards. Die Kompetenzzentren übernehmen innerhalb des Berufsbildungssystems einige Sonderfunktionen, etwa die Weiterbildung von Lehr- und Führungspersonal anderer Berufsbildungsinstitute oder von Vertretern der Wirtschaft. Im Rahmen von Öffentlich-Privaten-Partnerschaften (ÖPP) mit weltweit führenden Unternehmen werden Themen wie Digitalisierung und Industrie 4.0 bearbeitet.

Um die Öffentlichkeit für die Berufsbildung zu sensibilisieren, setzen die Beteiligten auf eine gendersensible Außenkommunikation. Die Berufsbildungsinstitute organisieren Tage der offenen Tür und Schnuppertage für Mädchen und Jungen, zudem bieten sie Frauen und Menschen mit Behinderung Stipendien für technische Ausbildungsmaßnahmen an. Außerdem werden Leistungsvergleiche sowie die Teilnahme Vietnams am internationalen Berufswettbewerb WorldSkills unterstützt.

Wirkungen

  • Über 160 geschulte Fachleute und Führungskräfte des Berufsbildungsdirektorats (DVET) und des Arbeitsministeriums (MoLISA) nutzen ihr dazugewonnenes Wissen, um einen Rechtsrahmen für die Reform des Berufsbildungssystems auszuarbeiten.
  • 123 Lehrkräfte aus den geförderten Kompetenzzentren wurden in theoretischen, praktischen und pädagogischen Fragen weitergebildet und haben eine höhere Beurteilungskompetenz erworben.
  • Die verbesserten Ausbildungsprogramme an den geförderten Berufsbildungsinstituten kommen jedes Jahr 22.000 neuen Auszubildenden zugute, von denen mehr als 80 Prozent innerhalb von sechs Monaten nach Ausbildungsabschluss in ihrem erlernten Beruf einen Arbeitsplatz mit einem stabilen und angemessenen Einkommen gefunden haben.
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Zu diesem Programm gehören folgende Handlungsfelder

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