Schutz von Wald und Umwelt

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm Wald und Umwelt in Kamerun
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kamerun
Politischer Träger: Ministerium für Forst und Fauna (Ministère des Forêts et de la Faune, MINFOF); Ministerium für Umwelt, Naturschutz und nachhaltige Entwicklung (Ministère de l’Environnement, de la Protection de la Nature et du Développement Durable, MINEPDED)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Ausgangssituation

In Kamerun existieren noch zahlreiche tropische Naturwälder. Sie sind eine traditionell wichtige Ressource für den Lebensunterhalt der lokalen Bevölkerung und die Wirtschaft des Landes. Faktoren wie Migration, Bevölkerungswachstum, gestiegener Bedarf nach Feuerholz, expansive Landwirtschaft und fehlende alternative Beschäftigungs- und Einkommensquellen der Bevölkerung gefährden die ökologischen, ökonomischen und sozialen Funktionen der Waldökosysteme Kameruns. Illegaler Holzeinschlag und Wilderei verschärfen die Situation.

Kamerun hat eine fortschrittliche Wald- und Schutzgebietspolitik beschlossen. Die Umsetzung der damit verbundenen Strategien geht jedoch nur langsam voran. Die beteiligten Fachministerien koordinieren sich nicht ausreichend, dezentrale Institutionen und Behörden nehmen ihre Aufgaben nicht immer angemessen wahr und die lokale Bevölkerung ist an den Entscheidungsprozessen nicht beteiligt.

Bislang gibt es in Kamerun nur wenige praktische Beispiele, die als Modelle für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wald- und Wildressourcen dienen können. Ebenso mangelt es in den nationalen und lokalen Behörden an Managementfähigkeiten und technischen Kenntnissen. Das Dienstleistungsverständnis in den Behörden ist wenig ausgeprägt.

Ziel

Das Forstministerium und das Ministerium für Umwelt und Naturschutz sowie ihre nachgeordneten Fachdienste üben ihre Mandate in Koordination mit anderen Akteuren aus, wie beispielsweise der Zivilgesellschaft, lokalen Nicht-Regierungsorganisationen oder Anwohner-Repräsentationen der Schutzgebiete.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt nach dem Prinzip „Schutz durch Nutzung“ nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung von Waldressourcen.  Die GIZ und ihre Partner beraten die Partnerministerien, Strategien zu erarbeiten und umzusetzen. Das Projekt ist auf der nationalen Ebene und in vier Regionen aktiv (Zentrum, extremer Norden, Südwesten und Osten).

  • Modelle zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern und Schutzgebieten
    Das Projekt unterstützt die Partner dabei, Modelle für die nachhaltige Nutzung von Wald- und Schutzgebieten zu entwickeln. Dazu gehört die Inwertsetzung - also die wirtschaftliche Nutzung - von Holzabfällen, die Produktion und Vermarktung von Nichtholzprodukten (etwa Nüsse, Früchte), das Co-Management von Schutzgebieten sowie die Aufrechterhaltung der Boden- und Waldqualität nach Wiederaufforstung.
  • Verbesserte Leistungserbringung der staatlichen nachgeordneten Dienste  
    Fortbildung und Beratung stärken die Management- und Fachkompetenzen der Ministerien und nachgeordneten Behörden. Das Vorhaben unterstützt die Ministerien außerdem bei der Verbesserung von Gesetztestexten und Verordnungen.
  • Verpflichtungen zum Erhalt und Schutz der Wälder und der Biodiversität umsetzen
    Das Projekt unterstützt die Umsetzung internationaler und regionaler Abkommen. Dazu zählt das Holz-Legalitätszertifikat FLEGT, die afrikaweite Aufforstungsinitiative ARF100 und die nationale REDD+ Strategie, die neben dem Waldschutz auch die Wiederaufforstung zerstörter Waldflächen fördert.

Die Consultingfirma ECO Consult unterstützt zu den Themen REDD+ sowie Inwertsetzung von Holzabfällen.

Wirkungen

Durch das Prinzip „Schutz durch Nutzung“ hat das Vorhaben wirtschaftliche und soziale Antworten für den langfristigen und nachhaltigen Walderhalt gefunden.
Frauen haben ihr Einkommen durch die Vermarktung von Nichtholzprodukten gesteigert. Ein wichtiger Faktor dabei war die Ausbildung von rund 9.700 Mitgliedern von lokalen Verbänden in Leadership und Kleinunternehmertum. Durch den ökonomischen Nutzen sind Frauen motivierte Akteure der Wiederaufforstung geworden und pflanzen Baumarten wie Neem oder Tamarinde an.
Vier Gemeinden haben die Bewirtschaftung ihrer Kommunalwälder verbessert. 
Der Verbrauch an Feuerholz und Holzkohle ist gesunken. 173.000 Haushalte und Kleinunternehmerinnen im extremen Norden verwenden Energiesparöfen. 
Im Co-Management von Nationalparks in der Region Südwesten verbesserte sich das Verhältnis  zwischen den Behörden und der lokalen Bevölkerung deutlich. Die Anrainer der Schutzgebiete sind jetzt in Entscheidungsprozesse eingebunden. 96 Prozent der Gemeinden haben eine Nutzungsvereinbarung mit der Parkverwaltung abgeschlossen. Das Ministerium nimmt seine Rolle als Dienstleister wahr und wird von der Gemeinde akzeptiert.
Die Abstimmungsprozesse und internen Planungsprozesse in den Ministerien sind effizienter geworden.  Auf internationaler Ebene engagiert sich Kamerun im nationalen REDD+ Prozess und ist der afrikaweiten Initiative ARF100 beigetreten, um 12 Millionen Hektar Wald wiederherzustellen.
Außerdem begleitete das Vorhaben die nationale Forstschule darin, ihr Lehrangebot um praxisnahe Module zu erweitern. Dadurch verbesserte sich die Ausbildung dringend benötigter nationaler Wald-und Umweltexperten.