Reform des Wassersektors in Kenia

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zur Reform des Wassersektors
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kenia
Politischer Träger: Ministry of Water and Irrigation (MWI)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2018

Haushaltstoilette

Ausgangssituation

Im Jahr 2016 hatte nur rund die Hälfte der circa 46 Millionen Menschen in Kenia Zugang zu sauberem Trinkwasser und adäquater Sanitärversorgung. In vielen der über 2.000 städtischen Armutsgebiete, in denen etwa acht Millionen Menschen leben, hält der Ausbau der Infrastruktur nicht mit dem Bevölkerungswachstum Schritt. Nur 16 Prozent der gesamten städtischen Bevölkerung sind an ein Abwassersystem angeschlossen. Unbehandelte häusliche Abwässer, Landwirtschaft und industrielle Nutzung verschmutzen die Wasserressourcen, deren Nutzung weitgehend außerhalb staatlicher Kontrolle stattfindet. Die mit der Verfassungsreform von 2010 eingeleitete Übergabe der Verantwortung für die Trinkwasser- und Sanitärversorgung an die 47 neu geschaffenen Bezirke (Counties) und das in der Verfassung garantierte Recht auf angemessene Wasser- und Sanitärversorgung, stellen den Sektor vor gewaltige Herausforderungen. Nur eine geringe Anzahl der Bezirke ist bislang in der Lage, die hohen Erwartungen der Bevölkerung hinsichtlich der Verbesserung von öffentlichen Dienstleistungen und der Bekämpfung der Korruption in der Verwaltung zu erfüllen.

Die Rahmenbedingungen für eine, den wirtschaftlichen Verhältnissen der amen Bevölkerung angepasste, Regierungs- und Unternehmensführung der städtischen Trinkwasser- und Sanitärversorgung sowie der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wasserressourcen sind unzureichend.

Ziel

Die kenianische Bevölkerung, insbesondere in den städtischen Armutsgebieten, hat verbesserten Zugang zu Trinkwasser- und Sanitärversorgung. Die dafür notwendige Bewirtschaftung der knappen Wasserressourcen hat sich verbessert.

Imarisha local farmers

Vorgehensweise

Das Projektteam will mit seiner Arbeit die Menschenrechte auf Trinkwasser- und Sanitärversorgung mit einem Fokus auf gute Regierungsführung verbinden. Dazu entwickelt es Richtlinien auf der nationalen Ebene – vor allem für und mit der Regulierungsbehörde für Wasser- und Sanitärversorgung. Es arbeitet Aktionspläne mit den Aufsichtsräten von Wasserversorgungsunternehmen aus, um Entscheidungsprozesse transparent und überprüfbar zu machen. Mit den Wasserversorgungsunternehmen Kericho und Oloolaiser verbessert das Vorhaben beispielsweise die Versorgung in städtischen Armutsgebieten. Die Partner sorgen für den Betrieb von Wasserkiosken, führen digitale Lösungen wie Rechnungslegungssoftware und geografische Informationssysteme für das Management der Leitungsnetze und zur Reduzierung von Wasserverlusten ein. Den kenianischen Treuhandfonds für die Versorgung der Armen unterstützt das Vorhaben dabei, technische und betriebliche Lösungen für die Trinkwasser- und Sanitärversorgung in städtischen Armutsgebieten zu entwickeln.

Die Erfahrungen aus der Arbeit mit den Wasserversorgungsunternehmen in Kericho und Oloolaiser bringt das Projektteam in die nationalen Ministerien und Behörden mit ein. Mit der Behörde für Wasserressourcenmanagement erarbeitet das Vorhaben zudem nationale Standards für das Datenmanagement, basierend auf Erfahrungen in einzelnen Einzugsgebieten aus vorherigen Projekten.

Maßnahmen zur Basissanitärversorgung in städtischen Armutsgebieten werden von der Bill & Melinda Gates Stiftung kofinanziert.

Die Consultingfirma GFA Consulting Group GmbH unterstützt das Projekt ebenfalls bei seiner Arbeit.

Wirkungen

Armutsorientierte Trinkwasser- und Sanitärversorgungsstrukturen sind in zehn Versorgungsunternehmen etabliert. Die Regulierungsbehörde hat Prinzipien zur guten Regierungs- und Unternehmensführung im Wassersektor eingeführt. Mehr als 70 Wasserversorgungsunternehmen haben durch den vom Projekt unterstützten Treuhandfonds Mittel für die Ausweitung der Wasser- und Sanitärversorgung in den städtischen Armutsgebieten erhalten.

 

Wasserkiosk

In den städtischen Armutsgebieten haben hierdurch mittlerweile 1,6 Millionen. Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie etwa 240.000 Menschen Zugang zu verbesserter Sanitärversorgung erhalten. Die Regulierungsbehörde erstellt eine regelmäßige Berichterstattung zur Leistungsfähigkeit und guten Regierungsführung der Wasserversorgungsunternehmen. Dadurch hat sich die Transparenz im Sektor erhöht. Diese Berichterstattung bildet die Grundlage für datenbasierte Entscheidungsprozesse. Auf dieser Basis entscheidet der Staat über die notwendigen Reformen.

Die Behörde für Wasserressourcenmanagement hat fundierte Daten zur Nutzung der Wasserressourcen erfasst und diese in die Formulierung von Bewirtschaftungsplänen für die Einzugsgebiete einfließen lassen. Diese Erfahrungen und Kenntnisse aus einzelnen Einzugsgebieten überträgt die Behörde jetzt landesweit mit Unterstützung des Vorhabens.