Regulierung von kommerziell betriebenen Wasser- und Abwasserunternehmen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Entwicklung des Wassersektors – Komponente Regulierung von kommerziell betriebenen Wasser- und Abwasserunternehmen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tansania
Politischer Träger: Ministry of Water
Gesamtlaufzeit: 2004 bis 2016

Ausgangssituation

2006 hat die tansanische Regulierungsbehörde für Energie- und Wasserversorgungsunternehmen (Energy and Water Utilities Regulatory Authority, EWURA) ihre Arbeit aufgenommen. Dadurch wurde ein erster Schritt in Richtung einer unabhängigen Regulierung des Wassersektors in Tansania vollzogen.

Ziel

Die Regulierung der kommerziell betriebenen Wasser- und Abwasserunternehmen Tansanias ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die Regulierungsbehörde EWURA seit ihrer Gründung und fördert vor allem ihre Entwicklung bei der wirtschaftlichen Regulierung. Gemeinsam mit der Behörde werden Regulierungsmodelle und -instrumente entwickelt und deren Anwendung unterstützt. Dazu gehören strategische Richtlinien (zur Erstellung von Geschäftsplänen, zur Vermögensverwaltung und zur Wasserqualität) sowie die Erarbeitung von kostendeckenden Tarifen für die städtische Wasserversorgung. Ziel ist die Entwicklung der bisher als staatliches Subventionsgeschäft verstandenen urbanen Wasserversorgung zu einem effizienten und an kommerziellen Notwendigkeiten ausgerichteten Sektor. Das Vorhaben arbeitet dafür mit dem Interessenverband der Wasserversorgungsunternehmen (Association of Tanzanian Water Suppliers, ATAWAS) zusammen.

Zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Regulierungsbehörde wird an der Einführung von dezentralen Inspektionseinheiten sowie an Inspektionsrichtlinien gearbeitet. Um die Unabhängigkeit der Wasserversorger zu vergrößern, wurde zudem mit dem Wasserministerium ein Leitfaden für Kreditanträge bei kommerziellen Banken entwickelt.

Das neu entwickelte Informationssystem MajIs bildet die zentrale Datengrundlage für das Monitoring der Leistung der städtischen Wasserversorgung. Basierend auf einer Erhebung zur Wasser- und Sanitärversorgung in Armutsgebieten von 20 Regionalstädten wird das Monitoring von Pro-Poor-Maßnahmen (Maßnahmen zur Armutsreduzierung) der Wasserversorger innerhalb von MajIs weiterentwickelt. Ein Pilotvorhaben testet die Regulierung informeller Dienstleister (private Tankwagen und Brunnen) in Daressalam.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die EWURA-Richtlinien zur Tarifgestaltung, zur Erstellung von Geschäftsplänen und zur Vermögensverwaltung sind fertiggestellt und bei den Versorgern eingeführt worden. 2012 haben die regionalen Wasserversorger erstmals Businesspläne eingereicht, die auf den neuen Richtlinien basieren. Im Bereich der städtischen Wasserversorgung konnten durch die Anwendung des neuen MajIs-Systems zusätzlich zu den Regionalversorgern auch die Versorger der kleinen und mittleren Städte erfasst werden. Die 2011 abgeschlossene Grundlagenerhebung zur Wasser- und Sanitärversorgung in Armutsgebieten liefert erstmals verlässliche Daten zur quantitativen und qualitativen Versorgung der Bevölkerung in den städtischen Armutsgebieten sowie zur Leistung von informellen Wasserversorgern. Die verbesserte Datenlage und neue Definitionen für den Zugang zu Trinkwasser machen deutlich, dass die Versorgungsraten in städtischen Gebieten, insbesondere in Daressalam, erheblich unter den bisher vom Wasserministerium zugrunde gelegten Angaben liegen.

DIESES HANDLUNGSFELD IST BESTANDTEIL DES PROGRAMMS