Verbraucher- und leistungsorientierte Wasserversorgung und Abwasserentsorgung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbraucher- und leistungsorientierte Wasserver- und Abwasserentsorgung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien
Politischer Träger: Ministerium für Transport und Infrastruktur
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Albanien. Trinkwasserreservoir Banja-Stausee in Cerrik. © GIZ

Ausgangssituation

Seit 2014 ist Albanien Beitrittskandidat der Europäischen Union und daher bestrebt, den Wassersektor an die EU-Standards heranzuführen. Die verfügbaren Wasserressourcen könnten – bei adäquater Bewirtschaftung – den Gesamtbedarf des Landes decken.

Zahlreiche Reformen werden gegenwärtig umgesetzt, die den Wassersektor grundlegend restrukturieren. So hat die administrative Territorialreform Stadtbezirke und Kommunen von 300 auf 61 reduziert. Eine Reform der öffentlichen Dienste in Richtung Dezentralisierung sowie die laufende Wassersektorreform erfordern zentral und lokal immense Anstrengungen.

Wasser- und Abwasserbetriebe werden nicht mehr zentral verwaltet, sondern sind in den Besitz der Städte und Kommunen übergegangen und haben kurzfristig den Status eigenständiger Unternehmen erhalten. Viele, vor allem kleinere Betriebe, sind damit überfordert. Aufgrund veralteter und der Entwicklung des Landes nicht angepasster Infrastruktur, fehlendem Fachwissen in allen betrieblichen Belangen sowie mangelnder Kundenorientierung können die Betriebe meist keine verlässliche Trinkwasserversorgung anbieten. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den Wasserdienstleistungen äußert sich unter anderem in einem hohen Prozentsatz nicht beglichener Rechnungen. Große Wasserverluste, zu viel Personal, hohe Energiekosten sowie mangelhaftes Management und Planung bewirken, dass die Betriebe nicht kosteneffizient arbeiten und von Zuschüssen der Regierung abhängig sind.

Während mehr als 80 Prozent der Haushalte in Städten und Kommunen an das Trinkwassernetz angeschlossen sind, ist es in ländlichen Gegenden nur etwa die Hälfte. Ebenfalls nur die Hälfte der Haushalte ist an ein Abwassernetz angeschlossen. Lediglich 6 von 9 Kläranlagen sind in Betrieb und behandeln nur etwa 10 Prozent des anfallenden Abwassers. Das restliche Abwasser fließt ungeklärt in Flüsse, Seen und ins Meer.

Albanien. Abwasserpumpstation in Himara. © GIZ

Ziel

Betriebswirtschaftliche und technische Kompetenzen der Institutionen im Wassersektor sind verbessert und gewährleisten adäquate Dienstleistungen zur Trinkwasser- und Abwasserversorgung mit verbessertem Kundenservice und -management sowie Transparenz. Gemeinsam mit den nationalen Administrationen setzen sie die Leitprinzipien der Wassersektorreform um, zum Beispiel Leistungsorientierung und Rechenschaftspflicht.

Vorgehensweise

Der Wassersektor ist ein Schwerpunkt der deutschen Zusammenarbeit mit Albanien. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sind die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die KfW Entwicklungsbank gemeinsam in Albanien tätig. In sich ergänzenden Vorhaben stehen sie in intensivem Austausch und arbeiten eng zusammen. Die Geberkoordinierung erfolgt unter deutscher Leitung, sodass sich GIZ und KfW Entwicklungsbank mit den im Sektor engagierten Gebern und Programmen ebenfalls eng abstimmen, zum Beispiel mit der Austrian Development Agency (ADA), der Weltbank und der EU-Delegation Albaniens.

Territorialreform und Reorganisation der kommunalen Wasser- und Abwasserbetriebe haben hohe Priorität für die albanische Regierung. Die neue Finanzierungsstrategie und Umsetzungsmaßnahmen ermöglichen verbesserte kommunale Dienstleistungen des Wassersektors, wie Trinkwasserversorgung, Abwassersammlung und -behandlung, mit steigender Effizienz und Kostendeckung sowie größerer Transparenz und Verantwortlichkeit.

Das Vorhaben arbeitet mit dem nationalen Ministerium für Transport und Infrastruktur (MTI), der nationalen Behörde für Trinkwasser und Abwasser AKUK und dem unabhängigen Regulierer WRA zusammen. Städte, Kommunen Wasserdienstleister sind regionale und lokale Partner. Aufgrund der übergeordneten hoheitlichen Aufgaben des Ministeriums erreicht das Vorhaben alle Städte. Städte mit mehr als 15.000 Wasseranschlüssen sind über Kundenportale der Wasserbetreiber, die eingerichtet oder erweitert werden sollen, im Vorhaben vertreten.

Albanien. Private Wassertanks in Peqin. © GIZ

Drei kleinere Kommunen und Städte, Cerrik, Peqin und Himara, wurden für Modellvorhaben ausgewählt, um die Wasserdienstleister bei der Entwicklung zu funktionierenden kommunalen Unternehmen für eine verlässliche Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zu unterstützen. Diese Kommunen sollen landesweit als gute Beispiele und Vorbild für die Entwicklung der Wasserdienstleister dienen.

Der nationale Wasserverband SHUKALB spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau von Ressourcen und Leistungsfähigkeit in den Organisationen sowie bei der Qualifikation und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften. Regionale Netzwerke sind zudem ein wichtiges Element für den Austausch zwischen regionalen, nationalen und lokalen Akteuren.