Verbesserung der Grund- und Berufsbildung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung der Grund- und Berufsbildung (Pro-Educação)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mosambik
Politischer Träger: Ministerium für Bildung und menschliche Entwicklung; seit 2015 außerdem: Ministerium für Wissenschaft, Technologie, Berufs- und Hochschulbildung
Gesamtlaufzeit: 2003 bis 2019

Mosambik. Schülerin einer Dorfschule. © GIZ

Ausgangssituation

Für viele Mädchen und Jungen in Mosambik hat sich in den vergangenen Jahren der Zugang zur Grundbildung sehr stark verbessert. Die Eintrittsrate der Sechsjährigen in die Primarstufe ist von knapp 30 Prozent (2000) auf mehr als 80 Prozent (2015) gestiegen. Allerdings ist die Qualität der Bildung immer noch unzureichend und die Zahl der Schulabbrecher weiterhin hoch. Nur 44 Prozent aller Schülerinnen und Schüler beendeten 2014 die 7. Klasse und erreichten damit einen Primarschulabschluss. Mädchen sind besonders betroffen. Häufige Abwesenheit, vor allem der Lehrkräfte und Schulleitungen, ist ein grundlegendes Problem.

Für die steigenden Schülerzahlen stehen trotz bisheriger Erfolge immer noch zu wenige ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung. Auf etwa 62 Schüler kommt nur 1 Lehrperson. Die qualitativen Mängel der Grundbildung setzen sich in der Berufsbildung fort. Drei Viertel der Berufsschulabgänger finden keine Arbeitsstelle in ihrem Berufsfeld, da die Berufsbildung nicht ausreichend auf die Bedarfe des Arbeitsmarktes ausgerichtet ist. Vom wirtschaftlichen Wachstum des Landes profitieren Jugendliche deshalb nicht. Mangelhafte Grundbildung und unzureichend beschäftigungsorientierte Berufsbildung führen unmittelbar zu schlecht bezahlten, wenig produktiven Tätigkeiten und dauerhafter Armut.

Ziel

Kinder und Jugendliche, besonders Mädchen und junge Frauen, erhalten lebensweltorientierte Grundbildung und beschäftigungsorientierte Berufsbildung in guter Qualität.

Vorgehensweise

Das Programm arbeitet vollständig integriert in die Bildungsstrategie und die Berufsbildungsreform der mosambikanischen Regierung. Es verfolgt einen mit allen Gebern abgestimmten, programmbasierten Ansatz und arbeitet auf nationaler Ebene sowie dezentral in den Provinzen Sofala und Inhambane.

Die GIZ führt das Programm im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durch. Im Auftrag der GIZ arbeitet die Beratungsfirma Integration GmbH vor allem an der Umsetzung arbeitsmarktorientierter Curricula und an der Weiterbildung von Berufsschullehrern. Die Beratungsfirma Healthfocus GmbH unterstützt die Umsetzung des HIV-Arbeitsplatzprogramms im Bildungssektor.

Wirkungen

Verbesserter allgemeiner und geschlechtergerechter Zugang zu Grundbildung

  • 84 Prozent der Sechsjährigen wurden 2015 in die erste Klasse eingeschult. Rund 82 Prozent der Mädchen werden eingeschult. Noch 2005 kam nur etwa die Hälfte der sechsjährigen Mädchen in die erste Klasse.

Effektivere Bildungsplanung und -management

  • Das innovative Konzept für Verwaltungsmanagement POEMA und die zugehörigen Trainingsmodule wurde gemeinsam mit dem Bildungsministerium und anderen Schlüsselakteuren entwickelt. 12 Trainingsmodule werden landesweit auf verschiedenen administrativen Ebenen und in unterschiedlichen Sektoren eingesetzt. Nachhaltigkeit wird durch einen POEMA-Trainerpool und POEMA-Treffen sichergestellt. Bis 2015 wurden 45 Prozent des Personals der Distriktbüros für Bildung in den Schwerpunktprovinzen in POEMA fortgebildet.
  • Alle Verwaltungen erstellen Jahrespläne; die Umsetzung wird beobachtet und bei Bedarf korrigiert. Querschnittsthemen wie HIV und Gender werden stärker berücksichtigt.
  • Das mit Unterstützung des Vorhabens erarbeitete Handbuch für die Supervision von Schulen durch die Distrikte ist landesweit eingeführt.
  • 2015 entwickeln und budgetieren 73 Prozent der Distriktbüros für Bildung in den Provinzen Sofala und Inhambane ihre Jahrespläne und setzen das Monitoring entsprechend den nationalen Vorgaben um. 2012 waren es lediglich 22 Prozent.

Verbesserte Lehrerbildung

  • 2016 wenden in Sofala und Inhambane 70 Prozent der Lehrerausbilder schülerzentrierte und partizipative Unterrichtsmethoden an. 2013 waren es lediglich 27 Prozent. Die Beratung des Programms trägt so dazu bei, dass Grundschulkinder nachhaltig in guter Qualität unterrichtet werden.
  • Ein vom Programm entwickeltes Handbuch für partizipative Unterrichtsmethoden wird landesweit in der Lehrerfortbildung eingesetzt.

Stärker arbeitsmarktorientierte berufliche Bildung

  • Ein neues Berufsbildungsrahmengesetz zur verbesserten Koordinierung und Qualitätssicherung der Berufsbildung wurde entwickelt und verabschiedet. Eine Regulierungsbehörde wird aufgebaut, eine Berufsbildungsabgabe durch Unternehmen ist in Vorbereitung.
  • Gemeinsam mit der Privatwirtschaft wurden kompetenzbasierte Curricula entwickelt und eingeführt. Sie definieren Standards und Kompetenzen, über die Auszubildende am Ende der Ausbildung verfügen sollen und ermöglichen eine am Arbeitsmarkt orientierte Ausbildung.
  • 180 Lehrpersonen wurden in kompetenzbasierter Berufsbildung, Berufspädagogik und Technik in Mosambik und Deutschland fortgebildet; 57 von ihnen wurden zertifiziert. Jugendliche werden durch qualifizierteres Lehrpersonal besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet.
  • Das Management der vom Vorhaben unterstützten Berufsschulen verbessert sich durch den Aufbau und die Begleitung von Qualitätsmanagementteams. Die Teams entwickeln Qualitätspläne und sind für Umsetzung und Monitoring verantwortlich.
  • Durch die Kooperation des Programms mit der deutschen Internetfirma Strato AG wurde die Ausbildung von IT-Technikern in Mosambik verbessert.
  • Ein Curriculum zur Ausbildung von Technikern für erneuerbare Energien wurde entwickelt und eingeführt. Gemeinsam mit den Programm „Energising Development“ wurde ein Trainingslabor für erneuerbare Energien an einer Berufsschule aufgebaut.

Mehr HIV-Tests

  • 60 Prozent der Lehrkräfte, die im Rahmen des HIV-Arbeitsplatzprogramms an jährlichen Aufklärungsmaßnahmen teilnehmen, hatten 2016 in den zurückliegenden 12 Monaten einen HIV-Test gemacht. 2014 waren es 53 Prozent.
  • Zielgruppenspezifische Materialien für Information, Bildung und Kommunikation werden in der Präventionsarbeit mit großer Zustimmung regelmäßig verwendet.