Ernährungssicherung und Entwicklung landwirtschaftlicher Märkte

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ernährungssicherung und Entwicklung landwirtschaftlicher Märkte
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Südsudan
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2017

Südsudan. Reihenuntersuchung zur Mangelernährung. © GIZ

Ausgangssituation

Aufgrund jahrelanger Konflikte kann der Südsudan die Ernährungssicherheit seiner Bevölkerung nicht gewährleisten. Im Februar 2017 gelten im Südsudan 5 Millionen Menschen als schwer ernährungsgefährdet, davon sind 100.000 von einer Hungersnot bedroht. Funktionierende Binnenmärkte fehlen ebenso wie landwirtschaftliche Beratungsdienste. Seit dem erneuten Ausbruch des Bürgerkrieges 2013 sind 2,3 Millionen Südsudanesen vor dem Krieg geflüchtet, davon sind 1,7 Millionen Binnenflüchtlinge.

Ziel

Die Ernährungssicherheit gefährdeter Haushalte in ausgewählten Regionen des Südsudans ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt Kleinbauern dabei, die Produktion der wichtigsten Grundnahrungsmittel sowie von Gemüse nachhaltig zu verbessern. Sie testen und erlernen Maßnahmen, um Nachernteverluste zu verringern und die Anbaupalette zu erweitern.
Gleichzeitig wird die kleinbäuerliche Landwirtschaft auch betriebswirtschaftlich professionalisiert. Im Fokus stehen, neben der Vermittlung betriebswirtschaftlicher Basiskompetenzen, die finanzielle Förderung von Kleinbetrieben und Existenzgründungen sowie die Stärkung von Marktbeziehungen und die Steigerung der Wertschöpfung der landwirtschaftlichen Produktion. Ergänzend wird Infrastruktur, wie Lager- oder Schlachthäuser für Nutztiere, gebaut und instand gesetzt. Jugendliche werden im Kleinhandwerk ausgebildet. Durch die Maßnahmen wird das Funktionieren ländlicher Wirtschaftskreisläufe verbessert.

Das Vorhaben unterstützt außerdem den Aufbau von Spar- und Kreditgruppen zur sozialen Sicherung sowie die Instandsetzung von Brunnen, um den Zugang zu Trinkwasser zu verbessern. Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen zur verbesserten Hygiene, aber auch zur nährstoffreichen Zubereitung und Aufbewahrung von Lebensmitteln werden begleitend durchgeführt. Um die Mangelernährung von Kleinkindern unter 5 Jahren zu verbessern, wird zusätzlich spezielle Zusatznahrung für Kinder und schwangere Frauen in Kooperation mit „Aktion gegen den Hunger“ und „Premiere Urgence International“ bereitgestellt.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) führt die GIZ das Vorhaben in 7 der 10 Bundestaaten des Südsudans durch. Es wird kofinanziert von der Delegation der Europäischen Gemeinschaft (EU) sowie dem britischen Department for International Development (DFID) und dem australische Department of Foreign Affairs and Trade (Dfat).

Wirkungen

  • Der Ansatz, einen marktorientierten Landwirtschaftssektor durch die Förderung ernährungssichernder Wertschöpfungsketten zu entwickeln, ist in der südsudanesischen Landwirtschaftsstrategie verankert,
  • Neue Koordinierungsstrukturen zwischen öffentlichen und privaten Entscheidungsträgern werden als Plattform für die Entwicklung von Wertschöpfungsketten genutzt.
  • Eine Zweigestelle des „Eastern African Grain Council“ ist im Südsudan eingerichtet, dort werden landwirtschaftliche Dienstleistungen angeboten.
  • Die Programme „Harvesting the Future“ und „Seeds for Peace“, die die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO im Auftrag des Vorhabens umsetzt, unterstützen 123.000 Kleinbauern bei der Saatgutproduktion und versorgen 162.000 Binnenflüchtlinge mit lokal produziertem Saatgut und landwirtschaftlichen Kleinwerkzeugen.
  • Im Auftrag des Vorhabens unterstützt die Deutsche Welthungerhilfe 70.000 Personen durch landwirtschaftliche Schulungen und die Bereitstellung von Saatgut, Baumsetzlingen und Energiesparöfen.
  • Die produktive Infrastruktur wird durch den Bau oder die Instandsetzung von 4 Schlachthäusern, 12 Lagerhäusern, 2 Marktplätzen und mehreren Kleinbewässerungsanlagen verbessert.
  • 110 Tiefbrunnen wurden instandgesetzt und der Zugang zu Trinkwasser für 44.500 Personen verbessert.
  • 12.000 Personen – Kinder unter 5 Jahren, Schwangere und Stillende – mit schwerer und moderat akuter Unterernährung wurden behandelt und teilweise mit Aufbaunahrung versorgt.