Ernährungssicherung und landwirtschaftliche Entwicklung im Südsudan

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ernährungssicherung und landwirtschaftliche Entwicklung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Südsudan
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

Südsudan. Reihenuntersuchung zur Mangelernährung. © GIZ

Ausgangssituation

Die Ernährungssicherheitssituation im Südsudan hat sich durch Krieg und anhaltende Krisen in den vergangenen Jahren stetig weiter verschlechtert. Erstmalig seit 2011 haben die Vereinten Nationen in einem afrikanischen Land eine Hungersnot ausgerufen.

Gewaltsame Konflikte destabilisieren seit 2016 kontinuierlich die südlichen Regionen. Da sich dort die landwirtschaftlichen Hauptproduktionsstätten befinden, ist die Ernährungssicherung im Land endgültig kollabiert. 2017 rechneten internationalen Organisationen mit 5,5 Millionen ernsthaft unterernährten Menschen. Das sind 47 Prozent der Gesamtbevölkerung. 

Ziel

Die Ernährungssicherheit der von Konflikten und Unterernährung betroffenen Bevölkerung ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in zwei Handlungsfeldern, die je nach Entwicklung der Situation vor Ort flexibel ausgeweitet, verlängert oder reduziert werden können: „Direkte Verbesserung des Ernährungsstatus der Zielgruppen“ und „Wiederaufnahme und Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion“. 

Handlungsfeld 1 bewirkt, dass der Ernährungsstatus von unterernährten Kindern und Frauen verbessert wird. Damit wird eine akute Notsituation entschärft und die Hungerkrise gelindert. Handlungsfeld 2 ist darauf ausgelegt, dass bäuerliche Familien wieder (mehr) Nahrungsmittel produzieren. Mittelfristig und nach erfolgter Ernte können diese Familien dann die Ernährungssicherheit stabilisieren und die Abhängigkeit von Nahrungsmittelhilfen reduzieren. Wenn angesichts der Situation vor Ort möglich, unterstützt das Projekt Familien aus Gebieten mit einem höheren Erntepotenzial, damit mittel- bis langfristig wieder Überschüsse für den Markt produziert werden können. 

Das Vorhaben sensibilisiert Eltern und weitere Kinderbetreuende für Ernährungs-, Gesundheits- und Hygienethemen. Auf Gemeindeebene unterstützt das Projekt Gemeindegesundheitshelferinnen und Gemeindemobilisierer bei der Entwicklung ihrer Fähigkeiten. Diese sprechen dann Gesundheits- und Ernährungsthemen in ihren Gemeinden an und beraten Familien. Auf lokaler Ebene werden Teams des Gesundheits- und Landwirtschaftsministeriums in die Aktivitäten einbezogen. Diese entwickeln dabei ihre Kompetenzen zur Implementierung von staatlicher Unterstützungsmaßnahmen für die Zielgruppen.

Die Strategie des Vorhabens verknüpft Soforthilfe, Rehabilitation und Entwicklung. Das bedeutet, dass abhängig von der Entwicklung der Situation vor Ort laufend geprüft wird, inwieweit kurzfristig wirksame Maßnahmen durch stärker wiederaufbau- und entwicklungsorientierte Maßnahmen ergänzt, beziehungsweise abgelöst werden können.

Diese Strategie orientiert sich an dem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gesetzten Fokus der direkten Implementierung und einer regierungsfernen Umsetzung. Das Projekt fördert außerdem die Fähigkeit der Menschen, ihre eigene Entwicklung nachhaltig zu gestalten und an sich verändernde Rahmenbedingungen anzupassen (Capacity Development).

Durch die direkte Implementierung ist die Anbindung an staatliche Strukturen im Südsudan minimal. Das Projekt kann daher nicht an ein bestehendes Partnersystem vor Ort anknüpfen. 

Das Vorhaben kooperiert mit World Vision International, der Welthungerhilfe, Solidarités International & Alliance for International Medical Action, Première Urgence Internationale, Action against Hunger und ACTED.