Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für die Länder des westlichen Balkans

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Zoran Djindjic-Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für die Länder des westlichen Balkans
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien (FYROM), Montenegro, Serbien
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

Serbien. Teilnehmer des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan Predrag Zlatovic © GIZ

Ausgangssituation

Nach dem Attentat auf den serbischen Premierminister Zoran Djindjic initiierte der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Jahr 2003 das Zoran-Djindjic- Stipendienprogramm. Ziel des Programms war und ist es, dem Vermächtnis des ermordeten serbischen Premiers gerecht zu werden, den Menschen in Serbien und den anderen Ländern der Region die Europäische Union näherzubringen, Bildung und Werte zu vermitteln und die regionale Aussöhnung zu fördern.

Die Länder des westlichen Balkans sind nach wie vor von hoher Jugendarbeitslosigkeit betroffen. Gleichzeitig hemmt der Fachkräftemangel die Geschäftstätigkeit von Unternehmen in der Region beträchtlich. Durch die fehlende berufspraktische Ausrichtung der universitären Ausbildung fehlen Hochschulabsolventinnen und -absolventen oft die notwendigen Erfahrungen für einen erfolgreichen Berufseinstieg. 

Ziel

Die Beschäftigungsfähigkeit der am Stipendienprogramm Teilnehmenden aus den Ländern des Westbalkans ist verbessert.

Albanien und Serbien. Teilnehmer des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan Klodeta Idrizi und Sasa Tatar © GIZ

Vorgehensweise

Das Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für die Länder des westlichen Balkans bietet jährlich bis zu 75 jungen Graduierten und Studierenden aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien die Möglichkeit, drei- bis sechsmonatige Betriebspraktika in führenden deutschen Unternehmen zu absolvieren. Die Stipendiaten erhalten einen Einblick in die Unternehmenskultur in Deutschland und lernen Managementmethoden und moderne Arbeitsorganisation kennen.

Nach Beendigung ihres Praktikums und der Rückkehr in ihre Heimatländer können Stipendiaten ihr erworbenes Wissen und ihre Fähigkeiten dort einbringen. Die gewonnenen Erfahrungen und Kontakte stärken die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Länder und fördern die bilateralen Beziehungen zu Deutschland, aber auch die Wirtschaftsbeziehungen in der Region. Damit dieses Potenzial langfristig genutzt werden kann, wurde ein Alumninetzwerk mit zahlreichen Aktivitäten eingerichtet. Über diese und den damit verbundenen Austausch leistet das Programm einen wichtigen Beitrag für die regionale Aussöhnung, intensiviert die Wirtschaftsbeziehungen und schafft ein branchenübergreifendes Netzwerk junger, weltoffener Nachwuchskräfte.

Das Programm wird vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft umgesetzt; in Serbien ist die Zoran-Djindjic-Stiftung Umsetzungspartner des Programms.

Wirkungen 

Zunächst in Serbien initiiert, wurde das Programm 2007 und 2009 auf alle Länder des westlichen Balkans ausgeweitet. Seit 2004 haben mehr als 80 deutsche Unternehmen über 600 Stipendiaten für Praktika aufgenommen, mehr als die Hälfte davon sind Frauen.
Die Stipendiaten integrieren ihre Erfahrungen mit der deutschen Unternehmenskultur in ihren beruflichen Alltag. Das Programm leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Fortbildung junger Menschen, die grenzüberschreitend denken und die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Heimatländer mitgestalten möchten. Ein erfolgreiches Alumninetzwerk mit über 600 Ehemaligen wurde etabliert, mehr als 60 Prozent der Mitglieder sind im Netzwerk und in lokalen Alumniclubs aktiv.

Eine Verbleibstudie von 2015 belegt, dass von den Teilnehmenden aus den Jahren 2013 und 2014, die zum Zeitpunkt des Praktikums ihr Studium schon beendet hatten, mehr als zwei Drittel nach ihrer Rückkehr einen Arbeitsplatz gefunden haben. Etwa ein Viertel hat seine Studien fortgesetzt. In der Lebenslaufdatenbank des Programms hatten sich Anfang 2016 bereits 59 Unternehmen und Kammern kostenfrei registrieren lassen, um für ihre Personalsuche auf den umfangreichen Pool der Alumni zurückgreifen zu können. 

Das Programm hat großen Einfluss auf die regionale Verständigung. Fast alle Teilnehmenden gaben an, dass sie ihre regionalen Verbindungen und Netzwerke durch das Stipendienprogramm gestärkt haben. Damit trägt das Programm wesentlich zur regionalen Verständigung bei. Die neuen beruflichen Beziehungen haben dabei eine ebenso positive Qualität wie die entstandenen sozialen Verbindungen. Alle Länder der Region sind gleichermaßen einbezogen.