Zoran-Djindjic-Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Zoran Djindjic Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien (FYROM), Montenegro, Serbien
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2016

Serbien. Teilnehmer des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan Predrag Zlatovic © GIZ

Ausgangssituation
Das Programm ist 2003 nach dem Attentat auf den serbischen Premierminister Zoran Djindjic entstanden. Damals initiierte der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (OA) gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Zoran-Djindjic-Stipendienprogramm. Ziel war es, dem Vermächtnis des Premiers gerecht zu werden und den Menschen in Serbien und den anderen Ländern der Region die Europäische Union näherzubringen.

Die Region Westbalkan ist nach wie vor in hohem Maße von Jugendarbeitslosigkeit betroffen. Gleichzeitig nehmen Unternehmen Fachkräftemangel als bedeutendes Hindernis in ihrer Geschäftstätigkeit in der Region wahr. Durch fehlende praktische Ausrichtung innerhalb der universitären Ausbildung mangelt es Hochschulabsolventinnen und -absolventen vielfach an praktischer Erfahrung, die für einen erfolgreichen Berufseinstieg notwendig ist. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten entsprechen nur unzureichend den Anforderungen von Arbeitgebern.

Ziel
Kenntnisse und Fähigkeiten von Hochschulabsolventinnen und -absolventen entsprechen zunehmend den Anforderungen von Arbeitgebern.

Vorgehensweise
Das Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft bietet jungen Graduierten und Studierenden aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien die Möglichkeit, ein drei- bis sechsmonatiges Betriebspraktikum in führenden deutschen Unternehmen zu absolvieren. Die Stipendiaten erhalten einen Einblick in die Unternehmenskultur in Deutschland und lernen Managementmethoden und moderne Arbeitsorganisation kennen.

Nach ihrem Aufenthalt in Deutschland kehren die Stipendiaten in ihr jeweiliges Heimatland zurück und können dort ihr erworbenes Wissen und ihre Fähigkeiten einbringen. Die gewonnenen Erfahrungen und Kontakte stärken die wirtschaftliche Entwicklung in ihren Heimatländern und fördern die bilateralen Beziehungen zu Deutschland, aber auch die Wirtschaftsbeziehungen innerhalb der Region. Damit dieses Potenzial nach der Rückkehr der Stipendiaten weiter genutzt werden kann, unterstützt der Ost-Ausschuss gemeinsam mit der Zoran-Djindjic-Stiftung ein Alumninetzwerk mit zahlreichen Aktivitäten in den Ländern der Region.

Mit dem Austausch und dem damit verbundenen Alumninetzwerk leistet das Programm einen wichtigen Beitrag für die regionale Aussöhnung, intensiviert die Wirtschaftsbeziehungen und schafft ein branchenübergreifendes Netzwerk an jungen, weltoffenen Nachwuchskräften in der Region.

Wirkungen
Nach drei erfolgreichen Jahren der Durchführung wurde das Stipendienprogramm in den Jahren 2007 und 2009 auf alle Länder des Westlichen Balkans erweitert.

Seit 2004 haben mehr als 80 Unternehmen rund 450 Stipendiaten zur Fortbildung aufgenommen.

Die Stipendiaten integrieren ihre Erfahrungen mit der deutschen Unternehmenskultur in ihren beruflichen Alltag. Das Programm leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Fortbildung junger Menschen, die grenzüberschreitend denken und die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Heimatländer mitgestalten möchten. In den letzten Jahren wurde erfolgreich das Alumninetzwerk entwickelt, welches über 580 Alumni verfügt, von denen 300 in den lokalen Alumni-Clubs aktiv sind.

Eine Verbleibstudie aus dem Jahr 2012 belegt, dass unter rund 250 befragten Teilnehmern über die Hälfte (53,1 Prozent) nach der Rückkehr in die Heimatländer ihre Studien fortgesetzt haben, 41,1 Prozent der Rückkehrer nahmen sofort eine Arbeit auf. Hervorzuheben ist, dass das Programm einen großen Einfluss auf die regionale Verständigung hat. Rund 84 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie ihre regionalen Verbindungen und Netzwerke durch das Stipendienprogramm gestärkt haben. Damit leistet das Stipendienprogramm einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Verständigung. Die neu erworbenen Beziehungen im beruflichen Bereich bewegen sich dabei auf einem ähnlichen Niveau wie die neu aufgebauten Verbindungen im sozialen Bereich. Einbezogen sind alle Länder der Region gleichermaßen.

Albanien und Serbien. Teilnehmer des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan Klodeta Idrizi und Sasa Tatar © GIZ

Kontakt

Kirsten Brehm
kirsten.brehm@giz.de