Stipendienprogramm der deutschen Wirtschaft für die Ukraine

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stipendienprogramm der deutschen Wirtschaft für die Ukraine
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ukraine
Politischer Träger: Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Handel der Ukraine
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2021

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Ausgangssituation

Die Ukraine ist in hohem Maß von Jugendarbeitslosigkeit betroffen. Gemäß den Angaben des Amtes für Statistik der Ukraine waren 2017 fast 25 Prozent der 15- bis 24-Jährigen arbeitslos. Sogar Hochschulabsolventen*innen finden oft keine Arbeit oder müssen eine Beschäftigung akzeptieren, die nicht ihrer akademischen Qualifikation entspricht. Auf der anderen Seite klagen viele ukrainische Unternehmen über Fachkräftemangel und vermissen praktische Erfahrungen bei den Bewerber*innen. 

Eine oft viel zu theoretische Hochschulausbildung ist Ursache für das mangelnde Praxiswissen. Außerdem verringern fehlende internationale Erfahrungen die Karrierechancen von Hochschulabsolventen*innen in der Ukraine. Die ukrainische Regierung hat die Jugendarbeitslosigkeit als prioritäres Problem erkannt und will sie im Rahmen ihrer nationalen Entwicklungsziele der Agenda 2030 deutlich reduzieren.

Ziel

Der ukrainischen Wirtschaft stehen besser qualifizierte Hochschulabsolventen*innen zur Verfügung.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben fördert bessere Chancen junger Menschen auf dem ukrainischen Arbeitsmarkt und unterstützt so die Ukraine dabei, ihre nationalen Ziele der Agenda 2030 zu erreichen. In enger Kooperation mit deutschen Unternehmen und der Ukrainischen Industrie- und Handelskammer (UCCI) vermittelt das Vorhaben Praktikumsplätze in Deutschland. Die Stipendiaten*innen werden in mehrstufigen Verfahren ausgewählt. Diese drei bis sechs Monate dauernden Praktika sind ein wichtiger Beitrag zur Aktivierung des Zukunftspotenzials der Ukraine, denn so erhalten hoch motivierte Jugendliche eine faire Chance, ihre berufliche Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu entwickeln. Von den rückkehrenden Absolventen*innen, die internationale Erfahrung und Geschäftskontakte gesammelt haben, profitiert auch die ukrainische Wirtschaft insgesamt. 

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Wirkung

Neben fachpraktischem Wissen vermitteln die Praktika den Teilnehmenden auch die deutsche Geschäftskultur. Die ukrainischen Praktikanten*innen eignen sich interkulturelle Kompetenz und innovative Managementinstrumente an. In der Regel finden sie im Anschluss an das Praktikum einen Arbeitsplatz in der Ukraine, der ihren Qualifikationen entspricht. Zudem werden durch zusätzliche Bewerbungstrainings in der Ukraine Fähigkeiten vermittelt, die für eine erfolgreiche Jobsuche relevant sind. Die Teilnehmenden haben während des Programms die Chance, berufliche Kontakte aufzubauen und bleiben auch nach dem Programmabschluss über ein Alumni-Netzwerk für den fachlichen Erfahrungsaustausch in Kontakt.

Bis Ende 2018 konnten 153 von ihnen an 65 deutsche Unternehmen vermittelt werden. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden sind Frauen. Durch die Praktika in deutschen Unternehmen verbesserten die Teilnehmenden ihre Berufsaussichten erheblich: 89 Prozent derer, die 2015 bis 2017 ein Praktikum absolvierten, haben zeitnah einen Arbeitsplatz in der Ukraine gefunden oder gehen einer selbständigen Tätigkeit nach. Über 92 Prozent bestätigen, dass ihnen das Praktikum arbeitsmarktrelevante Fähigkeiten vermittelt hat.
 

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