Stipendienprogramm der deutschen Wirtschaft für die Ukraine

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stipendienprogramm der deutschen Wirtschaft für die Ukraine
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ukraine
Politischer Träger: Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Handel der Ukraine
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2018

Stipendienprogramm der deutschen Wirtschaft für die Ukraine. © GIZ

Ausgangssituation

Die wachsende Arbeitslosigkeit junger Erwachsener ist eine zentrale Herausforderung der Ukraine. Laut Erhebungen des ukrainischen Amtes für Statistik waren 2015 mehr als 22 Prozent der 15- bis 24-jährigen Erwerbsbevölkerung arbeitslos, während sich die gesamte Arbeitslosenquote auf 9 Prozent beläuft.

Die ukrainische Regierung entwickelt Maßnahmen zur Förderung von Jugendbeschäftigung. Das 2013 verabschiedete Arbeitsgesetz fördert die Wettbewerbsfähigkeit Jugendlicher auf dem Arbeitsmarkt und regt Arbeitgeber an, Arbeitsplätze für junge Menschen zu schaffen. Eine neue Aufgabe der staatlichen Arbeitsvermittlung ist es, Praktika für Absolventen von Hochschulen oder beruflichen Bildungszentren bei Unternehmen zu fördern. Trotz zahlreicher Gesetzesinitiativen und der Verabschiedung von Gesetzen und Verordnungen zur Jugendbeschäftigung ist die Politik noch wenig wirksam.

Ziel

Die Beschäftigungsfähigkeit von Hochschulabsolventinnen und -absolventen in der Ukraine ist erhöht.

Vorgehensweise

Die Durchführung des Vorhabens wurde an den Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft vergeben. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung von praxisnahen Kenntnissen und Fähigkeiten durch drei- bis fünfmonatige Betriebspraktika in deutschen Unternehmen.

In den Praktika erwerben die Stipendiatinnen und Stipendiaten erste praktische und interkulturelle Erfahrungen sowie wichtige Kenntnisse über Organisationsstrukturen, moderne Managementsysteme und Projektarbeit. So erhöhen sie deutlich ihre Chancen, in ihrem Heimatland einen Arbeitsplatz zu finden, der ihren Qualifikationen angemessen ist.
Die Praktika werden in deutschen Unternehmen solcher Branchen durchgeführt, die für die wirtschaftliche Entwicklung der Ukraine eine Schlüsselrolle spielen, beispielsweise Landwirtschaft, Maschinen- und Anlagenbau, Schwerindustrie, IT- sowie Energie- und Bergbausektor. Für das Stipendiatenprogramm wird an ukrainischen Universitäten geworben. Ein mehrstufiges Auswahlverfahren mit Bewerbungsgesprächen wird in Lwiw in der Westukraine, in Kiew in der Zentralukraine sowie in Dnipro, Odessa und Charkiw in der Ostukraine durchgeführt. Auf eine ausgewogene Verteilung der Stipendien zwischen weiblichen und männlichen Bewerbern wird geachtet. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden im Vorfeld des Programms bei der organisatorischen Vorbereitung des Praktikumsaufenthalts, bei Deutschkursen und Einführungsveranstaltungen unterstützt.

Ergänzend werden die Stipendiatinnen und Stipendiaten nach Ende der Praktika bei der Suche nach adäquat bezahlten und ihrem Studium entsprechenden Arbeitsplätzen unterstützt. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft entwickelt gemeinsam mit Kooperationspartnern Aktivitäten zur Arbeitsvermittlung für ehemalige Teilnehmende des Stipendienprogramms und lokal tätige Unternehmen. Zudem organisiert das Programm nach Beendigung des Praktikums Veranstaltungen, um Alumni und Unternehmen in Kontakt zu bringen. Durch diese Aktivitäten werden die Chancen der Absolventinnen und Absolventen erhöht, im Anschluss an das Stipendienprogramm in der Ukraine einen ihren Qualifikationen entsprechenden Arbeitsplatz zu erhalten.

Über ein Alumni-Netzwerk bleiben die Stipendiatinnen und Stipendiaten auch nach Programmende in Kontakt, können sich langfristige berufliche und private Kontakte aufbauen und befördern zusätzlich den Kontakt zwischen den ukrainischen Regionen.

Die Praktika qualifizieren die Teilnehmenden des Programms durch praktische internationale Erfahrungen weiter. Das erhöht ihre Beschäftigungsfähigkeit maßgeblich. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft initiiert, in enger Abstimmung mit der ukrainischen Industrie und Handelskammer, ein Alumni-Netzwerk und prüft die Integration in das bestehende Alumni-Netzwerk der vom Bundeswirtschaftsministerium finanzierten Managerfortbildung.
Alumni-Veranstaltungen, wie Seminare und Workshops, fördern den weiteren Austausch der Stipendiatinnen und Stipendiaten untereinander. Darüber hinaus werden Akteure aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft in die Diskussionen einbezogen. Die Alumni fungieren als Multiplikatoren für die Vermittlung der Bedeutung von Praktika für Studierende und als Vorbild für eine freundschaftliche Zusammenarbeit von Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen ukrainischen Regionen.

Wirkungen

Von rund 650 Bewerbern wurden bisher 48 Studierende aus 10 Regionen – davon 29 Frauen – für ein drei- bis fünfmonatiges Praktikum in Deutschland ausgewählt und an knapp 40 deutsche Unternehmen vermittelt. Die praktischen Erfahrungen in deutschen Unternehmen verbessern die Berufschancen der jungen Stipendiaten. Ein Alumni-Netzwerk unterstützt die Teilnehmenden bei der Suche nach adäquaten Arbeitsplätzen und ist Beispiel einer freundschaftlichen Zusammenarbeit von Bürgern aus unterschiedlichen ukrainischen Regionen.