Kleinbäuerinnen und -bauern in ländlichen Regionen Tunesiens fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Agrarwirtschaftsförderung in Tunesien (PEAD)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tunesien
Politischer Träger: Ministère de l’Agriculture, de la Pêche et des Ressources Hydrauliques (MAPRH)
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2023

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Ausgangssituation

Die Landwirtschaft spielt für die tunesische Wirtschaft eine tragende Rolle und bietet vielen Menschen in den ländlichen Regionen Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten. Die Struktur ist jedoch geprägt von vielen Kleinstbetrieben mit oft nur geringer Produktivität. Oft fehlt es den Bäuerinnen und Bauern an Möglichkeiten, ihre Produktion zu professionalisieren, ihre Wertschöpfungsketten strategisch auszurichten und ihre Höfe effektiv zu steuern. Die Zerstückelung der landwirtschaftlichen Flächen, eine massive Überalterung der Produzent*innen sowie Probleme in Bezug auf den Klimawandel sind große Herausforderungen, die die Rentabilität der Betriebe zunehmend infrage stellen. 

Eine weitere Problematik für die Betriebe liegt darin, Zugänge zu neuen Absatzmärkten zu finden und Finanzierungen zu erhalten, mit denen sie technische und betriebswirtschaftliche Innovationen einführen. Eine stärkere Zusammenarbeit der Bäuerinnen und Bauern untereinander könnte helfen, diese Hürden zu überwinden. Mit rund fünf Prozent ist bisher nur ein sehr kleiner Teil der Betriebe in bäuerlichen Organisationen und unternehmerischen Verbünden wie Genossenschaften organisiert. Eine gute Zusammenarbeit zwischen den Bäuerinnen und Bauern ist jedoch wichtig, um weiter zu wachsen und neue Arbeitsplätze in den Regionen zu schaffen.

Ziel

Die Beschäftigung und Einkommen in kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben sowie die Zusammenarbeit in bäuerlichen Organisationen sind verbessert.

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Vorgehensweise

Dass Vorhaben agiert in vier Handlungsfeldern:

Landwirtschaftliches Unternehmertum:

In einem ersten Schritt sollen Agrarproduzent*innen Fortbildungen und Trainings zur betriebswirtschaftlichen Unternehmensführung sowie zur strategischen Ausrichtung der Betriebe erhalten. Das Vorhaben arbeitet dabei eng mit externen Berater*innen und Trainer*innen zusammen, die mithilfe von bewährten Ausbildungsformaten wie der „Farmer Business School“ die unternehmerische Kompetenz und Nachhaltigkeit fördern.

Förderung kollaborativer und genossenschaftlicher Geschäftsmodelle:

Das Vorhaben stärkt und fördert kollaborative und genossenschaftliche Geschäftsmodelle zwischen Produzent*innen und klein- und mittelständischen Unternehmen (KKMU) des Handels und der Verarbeitung. Die Geschäftsmodelle spielen eine zentrale Rolle, um strukturelle Probleme der kleinbäuerlichen Landwirtschaft zu lösen. Außerdem unterstützt das Vorhaben die Betriebe dabei, ihre Dienstleistungen zu verbessern und neue Märkte zu erschließen, sodass sich die Wertschöpfungsketten verbessern. Die Auswahl der Betriebe erfolgt durch einen Wettbewerb, wobei das Marktpotenzial sowie die ökologische Wirkung entscheidende Kriterien darstellen. 

Agrarfinanzierung:

Im nächsten Schritt informiert das Vorhaben bäuerliche Organisationen und KKMU über geeignete Finanzierungsmöglichkeiten und deren Beantragung. Es entwickelt Finanzierungsinstrumente und unterstützt bäuerliche Organisationen durch gezieltes Training bei der Antragsstellung.

Förderung der Unterstützungsstrukturen:

Zuletzt entwickelt das Vorhaben Möglichkeiten, mit denen bäuerliche Organisationen und KKMU durch die staatlichen und nichtstaatlichen Unterstützungsstrukturen gefördert werden. Es berät die Generaldirektion und das Landwirtschaftsministeriums dabei, zielgerichtete Leistungen anzubieten, mit denen die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ihre Organisation und Kompetenzen weiterentwickeln und spezialisieren. Diese Maßnahme trägt zur Entwicklung der Landwirtschaft als Teilbereich der Sozial- und Solidarökonomie bei.

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Stand: Januar 2021

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