Management von Küstenressourcen und Erhalt der marinen Biodiversität in der Karibik

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Management von Küstenressourcen und Erhalt der marinen Biodiversität in der Karibik
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: Belize, Dominica, Grenada, Guyana, Jamaika, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen
Politischer Träger: Caribbean Community and Common Market (CARICOM)
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2017

Grenada, Karibik. Taucher platzieren Bojensteine. © GIZ

Ausgangssituation

Die CARICOM-Region mit ihren 15 Inselstaaten gilt aufgrund ihrer hohen marinen und terrestrischen Artenvielfalt als eines der weltweit wichtigsten Zentren der Biodiversität. Die Region leidet jedoch extrem unter den Auswirkungen nichtangepasster Land- und Meeresnutzung sowie den Folgen des Klimawandels.

Die Korallenriffe der östlichen Karibik, rund um die Kleinen Antillen und im Golf von Mexiko, zählen zu den am stärksten geschädigten und gefährdeten marinen Ökosystemen weltweit. Seit den 1980er-Jahren ist deren Fläche fast um ein Drittel zurückgegangen. Heute ist ein Drittel der riffbildenden Arten akut gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Diese Veränderungen beeinflussen Nachhaltigkeit und Resilienz ökosystemarer Dienstleistungen, wie Laichgründe, Erosionsschutz und natürliche Barrieren gegen Sturmfluten und Meeresspiegelanstieg, zunehmend nachteilig. Besonders betroffen sind Wirtschaftszweige wie der Tourismus und die Fischerei, die direkt von der Qualität der Meeresumwelt abhängen.

Die nachhaltige Bewirtschaftung der marinen Schutzgebiete und der verbliebenen Mangrovenwälder muss gegenwärtig als mangelhaft bezeichnet werden. Ursachen dafür sind die ineffizienten öffentlichen Verwaltungen und das mangelnde Engagement des Privatsektors. Eine Abwärtsspirale nichtnachhaltiger Ressourcennutzung mit negativen Auswirkungen auf Biodiversität, marine Schutzgebiete und deren Umweltdienstleistungen ist die Folge. Die Grundlagen für Erwerbsmöglichkeiten der lokalen Bevölkerung verschlechtern sich zunehmend.

Ziel

Das Management mariner und küstennaher Schutzgebiete in ausgewählten Mitgliedsstaaten der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM) ist verbessert.

Vorgehensweise

Um die gravierenden Auswirkungen von nichtangepassten Systemen der Land- und Meeresnutzung sowie die Folgen des Klimawandels auf Biodiversität, marine und küstennahe Schutzgebiete und deren Umweltdienstleistungen zu stoppen, unterstützt das Vorhaben zahlreiche Maßnahmen in der CARICOM-Region:

  • Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter öffentlicher und privater Interessengruppen beim Erwerb und Ausbau ihrer Fähigkeiten zu handeln und zu gestalten (Capacity Development)
  • Aufbau eines integrierten Küstenzonenmanagements, einschließlich Schutz und Rehabilitierung von marinen und an der Küste gelegenen Geoökosystemen
  • Verknüpfung des Schutzes und der nachhaltigen Bewirtschaftung von terrestrischen und marinen Geoökosystemen
  • Sicherung der Trinkwasserversorgung und der umweltfreundlichen Abwasserentsorgung
  • Pilotierung von innovativen Ansätzen sowie Ausweitung (up-scaling) eigener guter Praxiserfahrungen und bewährter Verfahren anderer Initiativen
  • Förderung von Entwicklungspartnerschaften mit dem Privatsektor
  • Förderung der Geschlechtergleichstellung, einschließlich der Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts in allen Arbeits- und Politikbereichen

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Im ersten Jahr des Vorhabens wurden in fünf ausgewählten marinen Schutzgebieten in fünf CARICOM-Mitgliedsstaaten standortgerechte Operations- und Bewirtschaftungspläne partizipativ entwickelt. Die praktische Umsetzung ist in vollem Gange. Im Mittelpunkt stehen zurzeit die Entwicklung von organisatorischen, rechtlichen und nationalen Rahmenkonzepten sowie die Bewertung und Kartierung der natürlichen Ressourcenausstattung in den marinen Schutzgebieten. Diese Arbeiten werden Mitte 2014 vorläufig abgeschlossen sein. Sie umfassen auch die methodische Bewertung der menschlichen und klimatischen Einflüsse auf die Korallenriffe. Außerdem wird eine erprobte Methode für die lokale Bevölkerung zur Verfügung gestellt, um die Gesundheit der Korallenriffe zu überwachen.

Dem Vorhaben ist es gelungen, die erforderliche materielle Grundausstattung zur nachhaltigen Bewirtschaftung der marinen Schutzgebiete bereitzustellen: beispielsweise Arbeitsboote, Ankerbojen, EDV- und GPS-Geräte, Taucherausrüstungen und Fahrzeuge. Flankiert werden die Beschaffungsmaßnahmen von Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen zur finanziellen Nachhaltigkeit der unterstützten marinen Schutzgebiete.

Grenada, Karibik. Im Schutzgebiet werden neue Bojen gesetzt. © GIZ