Städtisch-industrielles Umweltmanagement II

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Städtisch-Industrielles Umweltmanagement in Mexiko II
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mexiko
Partner: Mexikanisches Ministerium für Umwelt und Ressourcenschutz (SEMARNAT)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2019

Mexiko. © GIZ

Ausgangssituation

Schlechte Luft, Verkehrsstaus und Müll beeinträchtigen tagtäglich die Lebensqualität der Menschen in Mexiko. In dem Schwellenland entstehen jährlich Umweltkosten in Höhe von fast sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts – das ist deutlich mehr als das Wirtschaftswachstum. Die mexikanische Regierung hat ehrgeizige Ziele für ihre Umweltpolitik ausgegeben. Die Umsetzung ist jedoch weiterhin schwierig, vor allem lokal.

Ziel

Städte und Unternehmen geben mit einem verbessertem Umweltmanagement Impulse für nachhaltigen Konsum, Produktion und Dienstleistungen.

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) arbeitet die GIZ daran, das unzureichende Umweltmanagement mexikanischer Städte und Unternehmen zu verbessern. Der Konsum und die Produktion von Gütern und Dienstleistungen werden dadurch nachhaltiger. Dies schützt die Umwelt und erhöht die Entwicklungsmöglichkeiten der Bevölkerung.

Gemeinsam mit dem Umweltministerium SEMARNAT und dem Stadtentwicklungsministerium SEDATU wurden in einem Wettbewerb drei Städte ausgewählt, in denen innovative Ansätze umgesetzt werden: Toluca, La Paz und Salamanca. Hand in Hand mit den Kommunalverwaltungen entwickelt die GIZ an den Bedarfen der Städte orientierte Lösungen: beispielsweise umweltfreundlicher gestalteter Transport, reduzierte Energiekosten bei der Straßenbeleuchtung, effizienter behandeltes Abwasser und Abfall, weniger Luftverschmutzung und mehr Umweltbewusstsein der Bevölkerung. Erfolgreiche Ansätze aus den Pilotstädten werden, unter anderem mithilfe der jeweiligen Bundesstaaten, auf weitere Gemeinden übertragen.

In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern unterstützt die GIZ durch fachliche und technische Beratung, damit das jüngst in Kraft getretene „Spezialprogramm für Nachhaltigkeit in Produktion und Konsum“ schnell und effektiv umgesetzt wird. Dabei arbeitet sie, neben SEMARNAT, mit den Ministerien für Tourismus SECTUR und für Wirtschaft SE sowie mit Verbänden und Unternehmen zusammen. Die Partner konzentrieren sich auf Themen wie nachhaltige öffentliche Beschaffung, ressourcenschonendes Management von Industriegebieten, Fortbildungsangebote im betrieblichen Umweltmanagement und umweltfreundlicher Tourismus.

Die Auswertung von praktischen Erfahrungen und die Einbindung von Vertretern der Zivilgesellschaft helfen, bessere nationale Umweltpolitiken zu formulieren. Auf Austauschplattformen zur Stadtentwicklung und zur Luftqualität können sich die Schlüsselakteure abstimmen. Zusätzlich werden Mitarbeiter für innovative umweltpolitische Instrumente, wie die strategische Umweltprüfung, geschult.

Wirkungen

Die Bedarfsanalyse in Toluca hat ergeben, dass Verkehrsaufkommen und Luftverschmutzung im Stadtzentrum die Bevölkerung stark belasten. Entschieden wurde deshalb, eine Umweltzone zu schaffen. Die GIZ gründete eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die ein ganzheitliches Konzept für die knapp drei Quadratkilometer große Ecozona Toluca entwickelte und vorstellte. Mit Unterstützung der GIZ setzt die Stadt 25 Aktionen um.

Zusammen mit SEMARNAT, dem Mexikanischen Verband der privaten Industrieparks AMPIP und weiteren Programmen, die die GIZ durchführt, wurde im Oktober 2015 in Mexiko eine gut besuchte internationale Konferenz zu nachhaltigen Industriegebieten organisiert. Die Teilnehmer aus elf Ländern haben Erfahrungen mit der Anwendung von Kriterien und Maßnahmen für nachhaltige Industriegebiete in aller Welt ausgetauscht. Aufbauend auf dieser Arbeit werden Multiplikatoren zum Thema Wettbewerbsfähigkeit von nachhaltigen Industriestandorten fortgebildet.