Energiepolitikberatung in Nigeria II

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Energiepolitikberatung II
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Europäische Union (EU)
Land: Nigeria
Politischer Träger: Bundesministerium für Finanzen, Haushalt und Planung Bundesministerium für Strom
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

NESPII1

Ausgangssituation

Die Stromversorgung in Nigeria ist geprägt durch unzureichende Erzeugungs-, Übertragungs- und Verteilungsleistung. Es werden teure und umweltschädliche Dieselgeneratoren eingesetzt. Reformen werden nur langsam umgesetzt. Die Privatwirtschaft hat bis vor kurzem nur sehr wenige Projekte im Sektor entwickelt. Nigeria kämpft nach wie vor mit Stromknappheit. Bei geschätzt 190 Millionen Einwohner*innen hat das Land derzeit eine installierte Stromerzeugungskapazität von circa 13.700 Megawatt (MW). Davon standen 2018 aufgrund von Gasengpässen, Netzbeschränkungen und anderen technischen Problemen nur circa 4.500 MW zur Verfügung. Etwa 55 Prozent der Bevölkerung, im ländlichen Raum bis zu 75 Prozent, haben keinen Zugang zu netzgebundenem Strom. Mangelnde Stromversorgung behindert die industrielle Produktion und somit das Wirtschaftswachstum.

Ziel

Die Stromversorgung in Nigeria ist verbessert, zuverlässiger und umweltfreundlicher. Dadurch entwickelt sich Nigeria sowohl wirtschaftlich als auch sozial.

Solar Mini-Grid Anlage

Vorgehensweise

Das Programm baut auf der ersten Projektphase (2013-2018) auf. In diesen fünf Jahren wurden Maßnahmen zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz sowie Investitionen in diesen Bereichen unterstützt. Das Programm wird mit Hilfe einer Kofinanzierung der Europäischen Union (EU) in Höhe von 20 Millionen Euro umgesetzt. Die Energiepolitikberatung in Nigeria II (NESP II) führt Beratungsleistungen im Bereich Energiepolitik und -wirtschaft aus und vermittelt Fachwissen für verschiedene Interessensvertreter*innen in folgenden Themengebieten:

  • Datenmanagement und Elektrifizierungsplanung: Ziel ist der Aufbau einer interaktiven Datenbank für den Energiemarkt in Nigeria. Diese soll Informationen zur netzgebundenen und netzfernen Stromversorgung und zu Energieeffizienz enthalten. Zudem soll sie öffentlichen Akteuren als Grundlage für die Planung und Überwachung von Strategien und Dienstleistungen dienen. Damit können zum Beispiel Marktdaten für die Privatwirtschaft bereitgestellt werden.
  • Umweltfreundliche Energieversorgung (netzgebundenen und netzfern): Im netzgebundenen Bereich werden Rahmenbedingungen geschaffen. Damit werden Anreize für private Investitionen in netzgebundene Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien gesetzt. Außerdem wird die Effizienz der Übertragungs- und Verteilnetze verbessert. Im netzfernen Bereich unterstützt das Programm die ländliche Elektrifizierungsagentur und die Bundesstaaten bei dem öffentlich-privaten Prozess, die Versorgung durch netzferne erneuerbare Energielösungen auf 100.000 Menschen auszuweiten.
  • Günstiges Umfeld für Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz: Dieser Bereich umfasst Maßnahmen zur Energieeffizienz in der Industrie und in Gebäuden. Durch das Programm werden bereits ausgearbeitete Richtlinien zur Energieeffizienz sowie die Entwicklung neuer Richtlinien durchgesetzt. Ausgewählte Mitarbeiter*innen der Partnerinstitutionen erhalten Schulungen zum Thema Energieeffizienz und weiten somit ihre Kompetenzen aus. Zudem werden Mechanismen für einen besseren Zugang zu Finanzierungslösungen gefördert.

Wirkungen

Wirkungen bis zum Ende der ersten Phase 2017:

  • Knapp 16.000 Personen haben Zugang zu Solarstrom in ländlichen Gegenden erhalten. Insgesamt 3.147 Haushalte in fünf verschiedenen Staaten werden durch sechs netzferne Dorfstromanlagen, sogenannte Mini-Grids, mit umweltfreundlichem Strom versorgt. Diese wurden durch öffentlich-private Partnerschaften finanziert. Bis 2020 sollen weitere 100.000 Menschen mit ökologischem Strom versorgt werden.
  • Elf Gesetze und Verordnungen wurden eingeführt. Darunter finden sich zum Beispiel die nationale Richtlinie für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, eine Mini-Grid-Verordnung, ein Gebäude-Energieeffizienz-Code sowie ein Energieeffizienz-Label für Haushaltsgeräte.
  • Über 600 Menschen nahmen an Schulungen zu Photovoltaik und Mini-Grid-Design teil. Besonderes Augenmerk liegt auf der Gleichstellung der Geschlechter: 33 Frauen erhielten Stipendien für die genannten Trainings. Weitere 74 Frauen wurden in der Vor-Ort-Energieberatung, sogenannte Energieaudits, geschult. 
Installation einer Photovoltaik Anlage

  

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