Energiepolitikberatung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Energiepolitikberatung in Nigeria (NESP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Nigeria
Politischer Träger: Nationale Planungskommission NPC
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018 

Ausgangssituation
Nigeria besitzt die bedeutendsten Wasserkraft- und Erdölvorkommen in der Region der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS sowie große Potenziale für erneuerbare Energien. Der Elektrizitätssektor des Landes kann den steigenden Strombedarf dennoch nicht ausreichend abdecken. Im Verbundnetz steht derzeit lediglich die Hälfte der installierten Kapazität von 8.900 Megawatt zur Verfügung. Rund 60 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zur Stromversorgung. In ländlichen Gebieten steigt die Zahl auf über 75 Prozent an. Gleichzeitig ist das Thema effiziente Nutzung von Energie sowohl in der Industrie als auch in Haushalten weitgehend unbekannt. Um den Herausforderungen im Stromsektor zu begegnen, hat die nigerianische Regierung verschiedene Reformen in Gang gesetzt und mit dem Electric Power Sector Reform Act (2005) unter anderem die Privatisierung des Sektors eingeleitet. Die Einführung und Umsetzung von Reformen zur Förderung der erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und ländlicher Elektrifizierung haben allerdings erst begonnen. Die Institutionenlandschaft und die aktuellen politischen, regulativen und rechtlichen Rahmenbedingungen bedürfen einer weiteren Harmonisierung, um zugleich eine aktivere Rolle des Privatsektors zu unterstützen. Technische und administrative Kapazitäten zur Planung und Umsetzung von Maßnahmen der Bundesregierung und der Bundestaaten müssen weiterentwickelt werden.

Ziel
Die Voraussetzungen für die Anwendung von und Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und ländliche Elektrifizierung sind verbessert.

Vorgehensweise
Das Programm zur Energiepolitikberatung in Nigeria (NESP) unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und mit einer Kofinanzierung der Europäischen Union (EU) das nigerianische Bundesministerium für Strom und weitere öffentliche und private Partner dabei, den Zugang zu nachhaltiger Energie zu verbessern.

Die Aktivitäten von NESP betreffen folgende Themen:
  • Politikreform und netzgebundene erneuerbare Energien. Das Vorhaben unterstützt die Umsetzung des Electric Power Sector Reform Act, indem der rechtliche Rahmen für Investitionen in erneuerbare Energien verbessert wird. Zudem werden Schlüsselakteure im Sektor bei der Koordinierung und Harmonisierung ihrer Aktivitäten unterstützt.
  • Energieeffizienz. Das Vorhaben trägt dazu bei, Strategieentwürfe und Standards für Energieeffizienz nach internationalen Vorgaben zu erstellen sowie deren Umsetzung mittels Fördermechanismen und Demonstrationsprojekten zu unterstützen.
  • Ländliche Elektrifizierung und nachhaltige Energieversorgung. Auf nationaler Ebene wird ein einheitlicher Planungsansatz für erneuerbare Energien und ländliche Elektrifizierung gefördert. 5 Bundesstaaten werden bei der Erstellung von Elektrifizierungsplänen und dem Aufbau eines Datenmanagementsystems unterstützt. Die Elektrifizierung von netzfernen Dörfern, sozialen Einrichtungen und kleinen Unternehmen sollen die nachhaltige Verbreitung von erneuerbaren Energien demonstrieren.
  • Capacity Development. Capacity Development wird auf individueller, organisatorischer und Sektorebene geleistet. Das National Power Training Institute of Nigeria (NAPTIN) und weitere Trainingsanbieter werden dabei unterstützt, ein verbessertes Berufsbildungsangebot für erneuerbare Energien und Energieeffizienz für Ingenieure, Architekten und Techniker bereitzustellen. Gezielte Fortbildungen sollen das fachliche Know-how der Mitarbeiter in Partnerinstitutionen verbessern.

Die Consultingfirmen GFA, EPOS, GOPA und INTEC unterstützen die Umsetzung des Vorhabens.

Kontakt

Ina Hommers
ina.hommers@giz.de