Wald- und Klimaschutz (REDD+)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wald- und Klimaschutz/REDD+
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kolumbien
Politischer Träger: Agencia Presidencial de Cooperación Internacional de Colombia (APC)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018

Kolumbien. Teilnehmer am Workshop zur Evaluierung sozialer und ökologischer Aspekte von REDD+ im Department Vaupés in Amazonien. © GIZ

Ausgangssituation

Mehr als die Hälfte Kolumbiens – etwa 59 Millionen Hektar – ist mit Wald bedeckt. Allerdings hat das Land zwischen 1990 und 2012 etwa sieben Millionen Hektar oder zwölf Prozent seiner Waldflächen verloren, unter anderem wegen der Ausweitung landwirtschaftlicher Produktionsflächen und Viehweiden, illegalen Drogenanbaus und Holzeinschlags, durch Bergbau und aufgrund von Waldbränden.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, erarbeitet die kolumbianische Regierung derzeit eine nationale Strategie zur Minderung der Entwaldung und Walddegradierung (ENREDD+). Diese Strategie ist eingebettet in die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen und die internationalen Bemühungen zur Etablierung des REDD+-Mechanismus. Die Grundidee von REDD+ besteht darin, Regierungen und lokale Gemeinschaften finanziell dafür zu belohnen, dass sie die Entwaldung und damit Emissionen nachweislich reduzieren. Auch Wiederaufforstung und nachhaltige Waldbewirtschaftung leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die Biomasse von Wäldern zu erhöhen und Emissionen zu reduzieren. Dafür steht das „Plus“.

Ziel

Das kolumbianische Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung setzt die nationale REDD+-Strategie um.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt das kolumbianische Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung bei der koordinierten und partizipativen Erstellung und Umsetzung der nationalen REDD+-Strategie sowie bei der Vorbereitung des Landes auf den REDD+-Mechanismus. Es fördert die Kommunikation und Kooperation zwischen den zuständigen Akteuren für Waldnutzung und Reduzierung der Entwaldung.

In den nördlichen Anden (hier unterstützt durch die Hamburger Beratungsfirma Como Consult) und im Amazonasgebiet werden die Ursachen der Entwaldung analysiert. In Pilotmaßnahmen wird erprobt, wie eine nachhaltige Nutzung von durch Abholzung und Degradierung bedrohten Wäldern zur Minderung von Emissionen beitragen kann. Zudem werden Mechanismen zur Umsetzung der nationalen REDD+-Strategie auf regionaler und lokaler Ebene und der Aufbau des dazu nötigen Know-hows gefördert.

Gemeinsam mit dem kolumbianischen Umweltministerium und anderen Akteuren entwickelt das Programm Richtlinien für soziale und ökologische Standards, sogenannte Safeguards, die im Rahmen des REDD+-Prozesses in die Praxis umgesetzt werden sollen. Durch diese Schutzmechanismen sollen negative ökologische oder soziale Auswirkungen von REDD+-Aktivitäten verhindert werden. Zum Beispiel sollen die Beteiligung aller Interessenvertreter sichergestellt und die Rechte der indigenen, afrokolumbianischen und der ländlichen Bevölkerung gewahrt werden. Ökologische Schutzmechanismen sind notwendig, um zu garantieren, dass REDD+-Aktivitäten mit dem Schutz natürlicher Wälder und der biologischen Vielfalt einhergehen und sich die Emissionen nicht in andere Regionen verlagern.

Das Programm unterstützt die kolumbianische Regierung bei der systematischen Erfassung und Aufarbeitung der Fortschritte in der Erarbeitung und Umsetzung der nationalen REDD+-Strategie und ihrer Wirkungen. Die Ergebnisse werden von der kolumbianischen Regierung in der internationalen Berichterstattung (zum Beispiel im Rahmen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen) zu REDD+ verwendet.

Wirkungen

Das Programm hat den Dialog des kolumbianischen Umweltministeriums mit allen für REDD+ relevanten Akteuren in Amazonien und an der Pazifikküste begleitet. Dazu fanden Workshops mit der indigenen Bevölkerung sowie Kleinbauern, Afrokolumbianern und Vertretern regionaler Institutionen statt. In den Workshops brachte die afrokolumbianische, indigene und ländliche Bevölkerung ihre Meinungen und Fragen zu REDD+ ein und diskutierte Chancen (wie mögliche Investitionen mit REDD+-Geldern) und Risiken von REDD+ (beispielsweise veränderte Waldnutzungsrechte). Davon wurden Handlungsempfehlungen für den weiteren Dialog und regionale Kommunikationsstrategien für REDD+ abgeleitet. Diese Treffen sind Voraussetzung für die Ausarbeitung der Safeguards für REDD+.

Das Programm unterstützte die Einrichtung von Runden Tischen zum Thema Wald, sogenannten Mesas Forestales. Der Austausch zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren sowie zwischen nationaler, regionaler und lokaler Ebene ist dadurch verbessert.

Die Fähigkeiten der nationalen und regionalen Akteure zur Erarbeitung der nationalen REDD+-Strategie wurden gestärkt. Studien und Fortbildungen zum Thema Ökonomie von REDD+ ermöglichen Entscheidungsträgern, gezieltere Maßnahmen zur Umsetzung von REDD+ zu ergreifen.